(c) Kram/Weisshaar

© Kram/Weisshaar

Dieser Club ist einzigartig, obwohl hier alles doppelt ist: zwei Restaurants, zwei Bars, zwei Tanzflächen. Aber die eine Hälfte ist kongolesisch, die andere westlich, und wo die Hälften aufeinandertreffen, beginnt ein vielschichtiges Spiel, das manche Kunst nennen und andere Entertainment.

Der Double Club ist das jüngste Projekt des deutschen Künstlers Carsten Höller, der mit seinen Arbeiten immer wieder dazu anregt, die gewohnten Formen des eigenen Wahrnehmens zu hinterfragen. In einem Lagerhaus im Londoner Stadtteil Islington installierte er im November letzten Jahres einen Pop-up-Club, in dem er für sechs Monate (drei davon sind nun vergangen) die afrikanische Kultur der westlichen gegenüberstellt. Und zwar so, dass beide einander durchdringen, ohne sich zu vermischen.

214_doubleclub_jp201108_a

So wechseln sich im Restaurant westliche mit kongolesischen Bereichen ab. Das reicht von den angebotenen Speisen über die Raumgestaltung und Möblierung hin zu den Kunstwerken an der Wand. Und auf der Tanzfläche des Nachtclubs, einer rotierenden Scheibe, bewegt sich das DJ-Pult eine halbe Stunde durch den westlichen Teil, eine halbe Stunde durch den afrikanischen – und beim Überschreiten des Äquators wechselt die Musik. Ständig ist man hier mit Brüchen konfrontiert, muss man sich orientieren in dem Mosaik aus Ungewohntem und Bekanntem.

doubleclub1

“Der Double Club ist zwei Dinge zur selben Zeit”, beschreibt Höller sein Projekt, so wie das menschliche Leben ja oft zweideutig sei. Diesen Zustand der Unentschiedenheit wolle er mit dem Projekt feiern. Dazu passt der Name der kupferglänzenden westlichen Bar, die Rücken an Rücken steht mit ihrem Wellblechpendant aus dem Kongo: The Two Horses Riders Club heißt sie. Als Symbol ein Cowboy, der auf zwei Pferden reitet. Er mag stehen für das, was Höller dem Besucher anbietet: Zwei eigenwillige Kulturen zusammenzubringen und dabei seinen Spaß zu haben.

doubleclub3

Carsten Höller lebt in Stockholm und bereist seit 2001 regelmäßig die Demokratische Republik Kongo. Die Ausstattung des afrikanischen Teils ließ er aus Kinshasa importieren. Mit dem Design der westlichen Hälften beauftragte er das Gestalterduo Reed Kram und Clemens Weisshaar. Deren Arbeiten finden sich unter anderem in den Sammlungen des Museum of Modern Art, des Vitra Design Museums und des Centre Georges Pompidou. Vom 23. Mai bis zum 5. Juli zeigt das NRW-Forum in der Ausstellung “U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design” Möbelentwürfe der beiden.

Bookmark and Share

Post to Twitter Tweet This Post

Kommentieren:

Mit * gekennzeichnete Felder sind verpflichtend // E-Mail Adressen werden nicht veröffentlicht.