Jeder Mensch hat sie. Oder eben nicht. Jeder beschäftigt sich mit diesem Thema. Haare sind ein Kulturphänomen. Ein Blick in die Frisurenlandschaft zeigt die unterschiedlichen Typen, mitunter kuriose, mitunter missverstandene.

Die praktische Ü-30-Trägerin

Kurze Haare: frech, flott und so hübsch praktisch. Sie sind so unkompliziert und modern, diese Ü-30erinnen. Auch wenn sie sich selbst nicht als Ü-30-Trägerinnen bezeichnen würden, diese Aussagen würde jede Kurzhaarschnitte unterschreiben. Die weibliche Mähnenwelt jedoch belächelt doch eher ihren kleinen „Bruder“: „Ach Gott, zu mehr hat es wohl nicht gereicht.“ Die Kurzhaarwelt, die Welt einer Bettina Böttinger zum Beispiel, muss sich vielen Klischees stellen. Welche davon allerdings zutreffen, weiß wohl wie immer nur der Wind.

Der sexy Mann mit Glatze

Sie sind so schööön. Männer mit Glatze sind einfach sexy. Diese großzügige Erweiterung der Stirn betont die charaktervollsten Kopfformen. Alle anderen übrigens auch. Kann ja schließlich nicht jeder ein Bruce Willis sein. Küchenpsychologen deuten die Abwesenheit der Haartracht übrigens als Zeichen für Offenheit. Aber warum sind blank gezogenen Männerköpfe plötzlich sexy, soll doch laut Hobbyanalytikern eher volles und langes Haar eine besonders starke Libido symbolisieren. Pah, da hat der blond gelockte Märchenprinz die Rechnung ohne die fleischfarbene Badekappe gemacht. Ein häufiger Grund für den Verlust des Haupthaares kann nämlich auch die Überproduktion männlicher Geschlechtshormone sein. Grrr!

Der poppige Papagei

Was auf den ersten Blick eher wie ein Aktion Painting á la Jackson Pollock wirkt, entpuppt sich bei eingehender Betrachtung als mindestens genauso bewegtes Arrangement von Farben im Haupthaar mancher Mitmenschen. Blau, Grün, Rot, Rosa, Violett, Gelb… Wie viele Farben gibt ein Farbkreis eigentlich her? Versetzt man ihn in Rotation und hält dann den Kopf mitten hinein, sind Papageienfrisuren bestimmt das Ergebnis. Anders kann man ihre Entstehung wohl auch nicht erklären. Aber kann man sich mit kreischendem Federvieh auf dem Kopf wirklich wohl fühlen? Auffällig ist diese Aufmachung jedenfalls. Vor zu langer Betrachtung wird jedoch gewarnt: Es besteht akute Augenkrebs-Gefahr.

Die lang behaarte Zauberbraut

Bestimmt ist diese Heidi Klum gerade aus einer Shampoo-Werbung entflohen. Rette sich, wer kann. Wenn sie erst ihre wallende Mähne dramatisch über die Schulter in den Nacken schwingt, ist jedermann verloren. Hexe! Warum gibt es nicht so etwas wie eine Haarinquisition, einen Schnitt für alle? One cut fits all. Sonst betreibt die da doch unlauteren Wettbewerb. Das geht nicht. Auch wenn Männer diese langen Fransen besonders anziehend finden. Und warum? Wer das Symbol für Weiblichkeit und Vitalität mitten auf dem Kopf trägt, zeigt jedem gleich, wie gut sie sich zur Paarung eignet… Na ja, zum Glück steht dieser Look ja nicht jedem

Der aalglatte Gel-Typ

Diese Frisur ist unsterblich: Der aalglatte, schmierige Gel-Typ! Keine Generation hat er übersprungen, kein Trend hat ihn zum Erliegen gebracht. Das gegelte Haar ist ebenso schmierig wie sein Auftreten. Seine Schleimspur Kilometer lang. Unsere Mütter verfallen ihnen, denn sie sind ja so nett, und sehen ja so gut aus, unsere künftigen Schwiegersöhne! Vielleicht kommt deshalb Karl-Theodor zu Guttenberg so gut an. Man reiche ihm eine Tube Haargel und schon glänzt nicht nur sein Look, nein, er selbst erstrahlt im perfekten Lichte. Tube auf!

Der Eisenherz-Bob

Präziser hätte selbst Prinz Eisenherz seine Frisur nicht tragen können. Ob blond, braun, rot oder schwarz, den Bob gibt es in allen Farben. Und warum wählen gerade Mädchen wie Tine Wittler, Angela Merkel und Peppermint Patty ausgerechnet diese Frisur? Kurze Haare fallen auf, sie signalisieren Mut, Power und Selbstbewusstsein. Alles, was einen richtigen Prinz Eisenherz eben ausmacht.

Die wallende Dauerkrause

Auch heute gibt es sie noch, die lockigen, dauergewellten Krausen. Man könnte meinen, sie seien ausgestorben und Katja Burkard war das letzte Überbleibsel eines verfehlten Frisurentrends. Doch die alte Welltechnik ist bis heute nicht ausgestorben: Drei Prozent aller Frauen lassen sich noch immer diesen besonderen Schwung verpassen. Zum Glück ist ein Trend zur Dauerwelle in absehbarer Zeit nicht erkennbar.

Autoren:

Carola Weingart, Stufenschnitt, 35 cm

Sebastian Kagerer, Kurzhaarschnitt, 5 cm

Sarah Hermann, lange Haare, 40 cm

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