Eine Selbstbefragung zu Olaf Hajeks Illustrationen

In “We Love Hair” zeigt das NRW-Forum unter anderem farbenfrohe Illustrationen von Olaf Hajek. Doch als kritische Journalisten müssen wir selbstverständlich auch das Werk des Künstlers stets hart hinterfragen…


Gab es in der Hippiezeit gar keine Kurzhaarfrisuren?

Als ob es in der Hippiezeit nur lange Zottelhaare gegeben hätte! Denkste! Hajek zeigt brünette, blonde, rote und schwarze Haartrachten in wallender Länge. Also, wenn wir in den 70ern gelebt hätten, dann wären wir mal so richtig gegen den Strom geschwommen: Wir hätten uns sofort eine Glatze geschoren oder zumindest ’nen frechen Bob geschnitten. Und dann wären wir vielleicht auch auf seiner bunt-schillernden Illustration „Hair“ verewigt worden.

Was haben Gandhi und Peter Lustig gemeinsam?

Gandhi und seine Glatze – das ist Harmonie pur. Sympathisch lächelt er uns von der Ausstellungswand entgegen und wir glauben: Mit einer Glatze wirkt einfach jeder Mann vertrauenswert. Aber Vorsicht! Man denke an den TV-Moderator Peter Lustig. Das, was er auf seinem Haupt trägt, kann man wohl als Glatze bezeichnen. Allerdings hat er jegliche Vertrauenswürdigkeit verloren, als bekannt wurde, dass der Kinderliebling angeblich Kinder nicht leiden kann. Was die beiden also gemeinsam haben? Eine Glatze. Und das war’s dann auch schon.

Warum will in Düsseldorf jede Frau blond sein?

Irgendwas muss dran sein, am blonden Haar – insbesondere wenn man sich die Entwicklung der Frau genauer anschaut: Marlene Dietrich, Janis Joplin, Madonna oder Heidi Klum haben es weit gebracht. Ob sie das auch ohne ihre Haarfarbe geschafft hätten? Das fragt sich wohl auch ein Großteil der weiblichen Bewohner Düsseldorfs: Hier wollen sich angeblich mehr Damen die Haare blondieren als in anderen Städten. Wir hoffen nach einer „Blond Revolution“ also nun bald auch auf eine „Düsseldorf Revolution!“

Warum haben Ringo und George kein Gesicht?

Das wird die Beatles-Fan-Gemeinde empören: „Fab Four“ zeigt die Köpfe der Band, doch wirklich erkennbar ist nur Pauls Gesicht. Auch John Lennon kann man zumindest noch an Anzeichen seiner typischen Brille erkennen, sonst aber hat er kaum Gesichtskonturen. Und George und Ringo? Die haben gar keine Gesichter! Das ist ja wohl unverschämt! Sind sie etwa weniger wert? Nein, sagen wir, denn George und Ringo waren so beliebt, dass man sie allein schon über die Frisur erkennen kann. Denn schließlich haben die Pilzköpfe viele junge Männer dazu gebracht, sich ihre Haare ein Stück länger über die Ohren wachsen zu lassen.

Autoren:

Sebastian Kagerer, Kurzhaarschnitt, 5 cm

Sarah Herrmann, Langhaarschnitt, 40 cm

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