Ich bin ja kein (!) Freund dieser ewigen Trennung zwischen Ruhrgebiet hier und Rheinland dort. Und so werfe ich die ganzen großartigen Kunstereignisse lieber in einen Pott. Am Wochenende wurde das neue Folkwang Museum in Essen eröffnet. Der 55 Millionen Euro teure Neubau, der komplett von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert wurde, ist seit gestern für die Öffentlichkeit zugänglich. Sogar eine eigene Führung für Facebook-Freunde hat schon stattgefunden. Der Architekt David Chipperfield – der wohl meistbeschäftigte Museums-Architekt im Moment – hat sechs Baukörper geschaffen, die durch begrünte Innenhöfe, viel Glas und Wandelhallen miteinander verbunden sind. Das, finde ich, ist ein schöner neuer Trend, dass Museen sich der Stadt öffnen. Das MoMA in NY hat’s vorgemacht. Ab März ist das Museum Folkwang dann voll bespielt und in der zweiten Jahreshälfte kommt eine wunderbare Impressionisten Ausstellung.

Und am Rhein: Da wartet vom 03. bis 07.02.2010 der Rundgang der Düsseldorf Kunstakademie – jener Akademie, der wir Joseph Beuys verdanken und Immendorf und Bernd und Hilla Becher und ihre Schüler wie Gursky, Struth, Ruff, Höfer und so fort. Der Rundgang ist die alljährliche Ausstellung der Studierenden 
der Kunstakademie Düsseldorf zum Abschluss eines jeden Wintersemesters. Hier kann man heute schon großartige junge Künstler erahnen und Kontakt zu den Studierenden aufnehmen.

In Düsseldorf weiterhin sehenswert: EatArt in der Kunsthalle Düsseldorf. Und in Köln sehr empfehlenswert: Franz West im Museum Ludwig.

Was sich nicht so lohnt – und das bestägigen auch Sammler, die selbst in dieser Ausstellung vertreten sind – ist die Ausstellung “Neugierig” in der Bundeskunsthalle in Bonn. Eine Ausstellung, die sich dem Engagement privater Sammler widmet: mit 145 Werke von 57 Künstlerinnen und Künstlern aus 15 privaten Sammlungen ein bisschen heterogen.

Bei Ruhr2010 kann man nur aufpassen wie ein Luchs, dass man kein besonderes Highlight verpasst. Und wenn Sie die Ruhr2010 und unser gesamtes Kulturland NRW mal Freunden und Verwandten und Bekannten empfehlen woll, dann schenken Sie denen doch mal die schöne kleine “Grand Tour Box” mit Tagestouren, 2-Tages-Touren und 3-Tagestouren. Gibt es unter www.grand-tour-2010.de.

Fast hätte ich’s vergessen: ab 6.2. im NRW-Forum die große Retrospektive von Robert Mapplethorpe.

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Einladung von Viktor & Rolf

Im Rahmen des Events “Voices of Fashion” wird Germano Celant, der Direktor der Prada Foundation und früherer Kurator am Guggenheim Museum in New York, am 6.2.2010 um 18.30 Uhr im NRW-Forum über die Mode/Kunst-Beziehung referieren. Christiane Arp, Vogue-Chefredakteurin und Werner Lippert vom NRW-Forum werden mit den holländischen Star-Modeschöpfern Viktor & Rolf über ihre interdisziplinären Kooperationen mit Galeristen, Künstlern, Designern, Opern-Regisseuren oder Fotografen plaudern. Anschließend wird die “Dolls Installation” von Viktor & Rolf eröffnet, welche noch bis zum 28.2.2010 im NRW-Forum zu sehen sein wird.

Zur anschliessenden Party spielt die Düsseldorfer Avantgarde Electro-Band KREIDLER.

Nur auf persönliche Einladung.
Ehrenhof 2, 40479 Duesseldorf

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Statt mit einem geliehenen klobigen Gerät am Ohr durchs Museum zu laufen, können die Besucher der Mapplethorpe-Ausstellung ab nächster Woche ihr eigenes Mobiltelefon als AudioGuide nutzen – je nach Wunsch mit oder ohne Ohrhörer. Das System ist technisch weniger aufwändig als bisherige Audioführer, leicht zu konfigurieren und es werden keine Ausgabe-Stationen und Leihgeräte benötigt. Durch das Wählen der Telefonnummer 0211-2409078 im NRW-Forum lassen sich so zum Ortstarif Kommentare zu vielen Bildern der Ausstellung abrufen.

Diese Minihörspiele sind “Feature-like” gestaltet und wurden zusammen mit Rundfunk-Experten und Kennern des Mapplethorpe-Werks realisiert. Zu 20 Fotografien haben sie kleine, dramatische Dialoge inszeniert, jeder zwischen eineinhalb und zwei Minuten lang. Mit historischen Original-Tönen, Zitaten, Schauspielerdialogen und Musik. So kommen Zeitzeugen, Weggefährten Mapplethorpes und Beobachter zu Wort. Ziel ist es dabei, nicht zu wiederholen, was man auf den Fotografien sieht, sondern Hintergrundinfos und diskursive Einordnungen zu bieten, die Person, Werk und Zeit lebendig werden und verstehen lassen. Zu den Originaltönen zählen Robert Mapplethorpe selbst (mit hier erstmals präsentierten Tondokumenten), Patti Smith (Songwriterin und langjährige Wegbegleiterin des Fotografen), Lisa Ortgies (Buchautorin, Fernsehjournalistin und Moderatorin von Frau TV im WDR), Prof. Dr. Klaus Honnef ( Fotohistoriker, der Mapplethorpe auf der documenta 1977 präsentierte), Lothar Schirmer (Kunstbuchverleger und Herausgeber vieler Mapplethorpe-Bücher), Feridun Zaimoglu (Schriftsteller), Jack Walls (ehemaliger Liebhaber Robert Mapplethorpes) oder Holly Solomon (eine von Mapplethorpes Galeristinnen).

Den mobilen AudioGuide gibt es übrigens auf deutsch und türkisch. Bei der Realisierung der türkischsprachigen Version haben wir mit dem Düsseldorfer Mobilfunk-Provider BASE und mit AY YILDIZ, der ersten Mobilfunkmarke für türkischstämmige Bürger in Deutschland, zusammengearbeitet. Hier schon mal zwei Hörproben. Was haltet ihr davon?

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Die Retrospektive im NRW Forum zeigt den ganzen Mapplethorpe – in aller Klarheit vor weißen Wänden und unzensiert, nachdem in den USA schon Ausstellungen von ihm geschlossen oder in Teilaspekten verfemt wurden. Thematisch gegliedert, begegnen wir in 160 Aufnahmen neben den Autoporträts Mapplethorpes seinen anatomischen Studien und Torsi; den Body-Buildings (mit den Posen eines antikisch geölten Schwarzenegger und der Serie über die Weltmeister-Athletin Lisa Lyon); den intimen Porträts der lebenslangen Bezugsperson und Seelenfreundin Patti Smith, mit der young Robert einst zusammengezogen war; den bezaubernden Kinder-Bildnissen der Reichen und seiner imposanten Prominenten-Galerie. Zwar sind, überraschend, die bleckend animalische Grace Jones, der koboldhafte Keith Haring oder der virile Richard Gere ausgespart. Dafür wird der überirdisch umflorten Dame Isabella Rossellini oder Andy Warhol in effektvollen Kompositionen gehuldigt, deren dramatische Hell-Dunkel-Akzentuierungen eines Caravaggio würdig gewesen wären.

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Am Samstag, den 06.02.2010 schließt das NRW-Forum aufgrund einer Veranstaltung bereits um 15:00. Dafür hat das Haus am Montag, den 08.02.2010 von 11:00 bis 18:00 geöffnet.

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Die Bilderschau wird die Düsseldorfer Kunstwelt spalten. Der Künstler mit Weltruf schuf einige der schockierendsten Bilder der modernen Fotografie. So heißt ein Teil der Ausstellung „Cocks and Flowers“. „Mir ist es egal, ob ich Blumen oder Schwänze fotografiere. Hauptsache die Form stimmt“, sagte Mapplethorpe.

Manche Motive sind heftig: Harte Homosexualität, Sado-Maso-Szenen. Eine der berüchtigtsten Aufnahmen zeigt den Künstler, der sich eine Bullenpeitsche von hinten einführt. Für Lippert ist Mapplethorpe trotzdem „einer der Größten“. Und: „Höchste Gerichte haben entschieden, dass Kunst pornografisch sein darf.“ Nur beim Thema Kinder hört der Spaß auf. So ist die Ausstellung auch erst für Besucher ab 16 Jahren zugelassen.

Und schließlich die BILD, die über zwei Bilder von Robert Mapplethorpe berichtet, die wir aber gar nicht in der Ausstellung zeigen werden. Denn dem Vorwurf der Kinderpornographie wollen wir uns – trotz aller Freiheit der Kunst – nicht aussetzen.

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Statt mit einem klobigen Leihgerät am Ohr durchs Museum zu laufen, kann man in Düsseldorf jetzt das eigene Mobiltelefon nutzen – je nach Bedarf mit oder ohne Ohrhörer. Das System ist technisch weniger aufwändig als bisherige Audioführer, leicht zu konfigurieren und es werden keine Ausgabe-Stationen und Leihgeräte benötigt. „Jeder hat heute sein eigenes Handy in der Tasche, damit dürfte die Akzeptanz dieses Services gegeben sein”, konstatiert Werner Lippert, Leiter des Ausstellungsmanagements im NRW-Forum. Zum Ortstarif lassen sich Kommentare zu vielen Bildern der Ausstellung abrufen.

Gratis-App schon vor dem Museumsbesuch

Besitzer des Apple iPhone können zudem den Audioguide bereits vor dem Besuch der Ausstellung als kostenlose Applikation (App) auf ihr Mobilgerät herunterladen und sich einen Eindruck verschaffen. Neben den allgemeinen Basisinformationen für Besucher (wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise) gibt es auf dem Smartphone Informationen zu den aktuell laufenden Ausstellungen und einen Locationguide „Around the NRW-Forum” mit Ausgeh- und Übernachtungstipps als Googlemaps-Anwendung. Ein aktueller Twitter-Feed ist ebenfalls integriert wie ein Flickr-Stream mit Fotos aus dem Museum. Für die aktuelle Mapplethorpe-Ausstellung wurde auch der Audioguide zu 20 Exponaten in die iPhone-App integriert.

Das Online-Portal business-on erwähnt unseren AudioGuide und die nagelneue iPhone-Applikation des NRW-Forums, die es nächste Woche geben wird

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Als der große Fotokünstler an AIDS starb, waren viele der heutigen Ausstellungsbesucher noch gar nicht geboren. Sie sehen die Bilder, die vor 40 Jahren das Lebensgefühl einer ganzen Generation zum Ausdruck brachten, heute mit ganz anderen Augen.

So auch die 16-jährige Schülerin Nana Sepehran aus Neuss, die bei den Teen-Tours erstmals Gleichaltrige durch das NRW-Forum führen wird. „Nana hat natürlich einen ganz anderen Blickwinkel auf die Bilder als ein Kunsthistoriker“, sagt Werner Lippert, Leiter des Ausstellungsmanagements im NRW-Forum.

Aber ihre Herangehensweise spreche andere Jugendliche eher an und eröffne ihnen einen eigenen Weg zur Kunst. „Ich will Leute dafür begeistern, ihnen zeigen, dass es tolle Möglichkeiten gibt, dem anstrengenden Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen“, nennt Nana Sepehran als Ziel ihrer Führungen durch die Mapplethorpe-Ausstellung.

Die WZ greift die Aktion der Schülerin Nana Sepehran auf, die Teen-Tours für Gleichaltrige durch unsere Ausstellung veranstalten will

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Dass Werner Lippert, Leiter des ausstellenden NRW-Forums, gestern mit InterConti-Chef Jörg T. Böckeler vor diesen letzten Bildern des US-Künstlers posierte, hat natürlich einen guten Grund. Museum und Hotel haben anlässlich der Ausstellung nicht nur Touristen-Pakete geschnürt, sondern engagieren sich auch gemeinsam für den Kampf gegen HIV und Aids.

Die am 6. Februar beginnende Schau gilt als ein Highlight des Kunstjahres. Ein Millionenprojekt, sagt Lippert. Über 150 Werke aus allen Schaffensperioden des US-Künstlers sind zu sehen, Leihgaben der Mapplethorpe-Foundation in New York. Doch gestern ging es zunächst nicht um den Künstler Mapplethorpe, sondern um das Aidsopfer. Der gebürtige New Yorker gilt als erster Künstler, der an den Folgen der Immunschwäche verstarb. Anlass für Lippert und Böckeler, in Mapplethorpes Namen den Verein Hope Cape Town in Südafrika zu unterstützen. Böckeler lebte und arbeitete selbst mehrere Jahre in Südafrika, hat dort das Elend der Krankheit miterlebt und sich zwei scheinbar simple Dinge zum Grundsatz gemacht. „Wir müssen das Geld dort sammeln, wo es ist. Und wir müssen da helfen, wo man helfen kann”, sagt er.

Die NRZ konzentriert sich darauf, dass wir 30 Cent pro Eintrittskarte für die AIDS-Hilfe Hope Cape Town in Südafrika spenden

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