Es gibt Designer, die Klamotten für den Laufsteg machen. Und es gibt Designer, die Anziehsachen machen, die so außergewöhnlich und interessant sind, dass sie fast schon zwingend ins Museum gehören. Bernhard Wilhelm ist einer dieser Designer, dessen Mode mehr Platz zu brauchen scheint, als ihm in den staubigen Schränken der Endverbraucher zugestanden wird. Warum? Weil das, was der gebürtige Ulmer und in Antwerpen ausgebildete Wilhelm seit der Gründung seines eigenen Labels 1999 auf die Beine gestellt hat, nichts geringeres ist, als eine ganz eigene Bildersprache geschaffen zu haben. Wo Wilhelm drinsteckt, muss dementsprechend nicht Wilhelm draufstehen, denn das erkennt man eh. Und weil die Mode des Herrn Wilhelm eben ein bisschen mehr als schnöde Mode ist, findet sie sich auch immer wieder in den Ausstellungsräumen dieser Welt. … schreibt “Sounds like me”

… und sie haben recht. Schon beim Pre-Opening im Dezember war ich ganz hin und weg von der Ausstellung. Haben sich doch Wilhelm und seine Partnerin Kraus selber um das Ausstellungsdesign gekümmert und dementsprechend verschroben geht es in den Ausstellungsräumen zu. Die Konservatoren des Groninger Museums Mark Wilson und Sue-an van der Zijpp stellten früher bereits die ersten großen Soloausstellungen von u.a. Viktor & Rolf, Marc Newson und Hussein Chalayan zusammen. Kein Wunder, dass wir uns gerne austauschen und gegenseitig besuchen. Ob wir die Willhelm-Ausstellung übernehmen? Wir zerbrechen uns noch den Kopf über den Raumbedarf, den Zeitpunkt, die Kosten.

Sehr empfehlenswert, überhaupt – das ganze Museum (ein schriller Bau von Mendini) ist sehenswert! Auch wenn Groningen am Ende der Niederlande (wenn nicht der Welt) liegt. Die Ausstellung ist bis zum 11. April 2010 im Groninger Museum, Groningen / Niederlande zu sehen (www.groningermuseum.nl).

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