Mit seinen Penis-Fotos, der freizügigen Darstellung sexueller Praktiken und homosexuellen Sujets schockierte und verstörte Mapplethorpe die Öffentlichkeit und beschäftigt bis ins 21. Jahrhundert hinein die Zensur. Die Schau in Düsseldorf will den Blick aber von der Fragen der Moral in der Kunst ablenken und sich ganz auf den Künstler konzentrieren. “Unser Ziel ist es, Mapplethorpe zu befreien von allen Klischees”, sagte Kurator Werner Lippert. “Mapplethorpe erzählt keine Geschichte, sondern macht eine bildhauerische Fotografie.”
So wurde das Titelbild der Ausstellung der berühmte Rückenakt des Assistenten und Liebhabers Mapplethorpes, der zusammengekauert auf einem Eichenpodest sitzt, häufig als Kritik an der Ausbeutung der Schwarzen verstanden. Mapplethorpe aber ging es bei dem Foto nach eigenen Worten “nur um die Form”. Auch das Bild der am Rand ausgefransten US-Flagge (1977) verzichtet auf jeglichen Hintergrund und somit gesellschaftspolitische Einordnung.
Perfektion, Form und Schönheit – das klassisch-griechische Idealbild vom männlichen Körper wird in den Fotos Mapplethorpes bis ins Heldenhafte überhöht. Statuengleich posieren seine zumeist schwarzen Modelle, auf der Haut spielen Licht und Schatten, nackte, muskulöse Körper werden zu Landschaften, Bewegungen harmonieren bis ins Detail.
Von den Lübecker Nachrichten bis zur Schwäbischen Zeitung – ein dpa-Bericht von Dorothea Hülsmeier über die Mapplethorpe-Ausstellung erscheint heute in vielen lokalen Tageszeitungen
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