Zwei Porträts bezaubern weiterhin, weil sie zulassen, was in Mapplethorpes angestrengter Welt sonst keinen Platz findet: Versonnenheit und Ironie. So darf Isabella Rossellinis Gesicht zwischen ihren schönen Händen wie eine elegisch sich neigende Blüte erscheinen. Und die greise Künstlerin Louise Bourgeois lächelt uns verschmitzt an. Sie trägt eine Skulptur in der Form eines Riesenphallus wie ein Beutestück unter dem Arm. Robert Mapplethorpe – ein Mann mit Sinn für die versteckte Selbstpersiflage?
Ein solches Resümee wäre hoffnungslos übertrieben. Dafür repräsentiert dieser Künstler zu genau den Zeitgeist, dem er mit all seinen stilisierten Bildinszenierungen eben doch nicht zu entkommen vermag. Mapplethorpe nahm sich und seine Motive bitterernst. Das schließt das Pathos ein, mit dem er die Vergänglichkeit beschwor. Auf seinem berühmten Selbstporträt mit Totenkopf schwebt sein eigenes Gesicht wie eine hohle Maske im sinistren Nirgendwo des regelrecht in die Finsternis wegkippenden Bildraumes. Wer sich selbst so sieht, der hat das Leben als Instanz akzeptiert, die Vergnügen gewährt und am Ende kalt ihre Rechnung präsentiert. Mapplethorpe hat sie schließlich mit seinem frühen Aids-Tod beglichen.
Die Düsseldorfer Schau kennt dennoch einen Ruhepunkt in all dem ermüdenden Körpergewoge: Diesen Punkt markieren die Aufnahmen, die Mapplethorpe von seiner Lebenspartnerin Patti Smith machte. Sie atmen jene Atmosphäre der gelösten Zuwendung, die Mapplethorpes Bildwelten sonst so vollkommen fremd ist.
Eine schöne Besprechung
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