wir). Hier schon mal das Cover. Ohne unseren Einfluss steht es als drittes
Bein neben den Ausstellungen und der Internet-Präsenz des NRW-Forum … das
Magazin KRAUT. Warum Kraut? Andreas Reihse, der poetische Musiker-Künstler
der Band “Kreidler” hat sich im Magazin ausführlich dazu Gedanken gemacht.
Kraut kommt natürlich von Krautrock, der Musikrichtung, “Der Krautrock. Der
Krautrock ist ein eng geschnittenes Kleidungsstück,” schreibt Andreas
Reihse, “das man sich nicht ausgesucht hat; ähnlich dem Britpop wird es
einem über die Ohren gezogen, und damit ist gut. Die Begrifflichkeit
Krautrock ist nicht wirklich despektierlich gemeint; sie dient schlicht
einer Kanonisierung, sie ist eine Schublade, die das Leben der Menschen und
den Austausch untereinander erleichtern soll.” So. Und ab September gibt es
ein ganzes Heft über Krautfoto, über Becher, Gursky, Ruff, Struth, Höfer und
viele andere Fotografen … frei nach dem Motto “deutsche Fotografie, gibt’s
die?”. In guten Buchhandlungen. Und bei www.nrw-forum.de/shop. Für schlappe
€ 4,50. Schauen Sie jetzt schon auf http://iobic.de/KRAUT schauen, und Fan
werden.
Individualität auf den ersten Klick
Nun ist es offiziell: Bloggen ist eine Kunstform, wenn man sie denn richtig beherrscht. Im Fall von Gunnar Hämmerle trifft das voll und ganz zu. Der Wahlmünchner Fotograf stellt seit 2006 Bilder von echten Individualisten auf den Straßen der Welt auf seinen Blog “Styleklicker”und ist damit sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass es seine Fotos mit dem Titel „StyleklickerCity“ ins NRW Forum geschafft haben. Und zwar als Einzelausstellung. Mit dem Untertitel „Menschen des 21. Jahrhunderts“ stellt Hämmerle einen Bezug zu einem der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts her: August Sander. Dieser Fotografierte in den 1920er Jahren Menschen, die ein physiognomisches Abbild der gesellschaftlichen Struktur seiner Zeit darstellten. Grundlage der Arbeit Sanders waren Portraits von Menschen, die zu unterschiedlichen Berufsgruppen auf dem Lande und der in der Stadt zählten. Die in sieben verschiedenen Gruppen eingeteilten Fotografien unterteilten die Charaktere in verschiedene soziale Gruppen. Sander fotografierte, wie auch Hämmerle, draußen und bei natürlichem Licht. Was den Unterschied zwischen den fotografischen Arbeiten beider Künstler ausmacht? Die Zeit. Damals standen Berufsgruppen im Vordergrund. Metzger, Schreiner, Bauern, Handwerker oder Bürger wurden von Sander in schwarz weiß dargestellt. Charaktere zählten. Heute steht die Individualität im Vordergrund, wird aber nicht durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe definiert, sondern durch das tragen individuell gestalteter Looks. Die Menschen auf den Bildern sind echt. Es sind keine Models, die Highfashion tragen oder gestylt durch die Straßen von Paris, New York oder London laufen, wenn sie zwischen den Modenschauen von Hobby-Bloggern abgelichtet werden. Es sind echte Menschen, die eins verbindet: die Liebe zur Mode und zur Individualität. Kleidung ist heute ein Ausdruck der Persönlichkeit. Sie transportiert das nach außen, was man durch eine Uniform nicht sehen könnte: den Charakter. Direkt und auf den ersten Klick.
The Year in Style – Fashion Bloggers Horn In on Elle and Vogue, schreibt die NY Times. Ein schöner Artikel, der so richtig gut zu unserer “Styleclicker”-Ausstellung und zu dem Fashion-Blog-Salon am Donnerstag passt. Wollte ich Ihnen nicht vorenthalten … verspreche aber, dass wir ab Montag wieder w-e-n-i-g-e-r posten werden.
“Zahnspangen-Generation” und Blogger in den Klatschspalten
Heute in den Klatschspalten der Rheinischen Post (“Stadtgespräch”) ist nicht nur der schöne Satz zu lesen: “Während andere Museen sich sehnsüchtig mehr junge Besucher wünschen, geht im NRW-Forum die Zahnspangen-Generation ein und aus. Die Digital Natives fühlen sich hier wohl”. Sondern inmitten der Promis und derjenigen, die sich dafür dafür halten und sonst diese Seite bevölkern, findet sich auch folgende illustre Aufzählung zum Blogger-Salon am Donnerstagabend: “Mit dabei waren Marlene Burba, ehemalige Studentin der AMD und heute Chefredakteurin von Alley Cat, Ina Köhler und Rosa Kalff (Modekommentar.de), Anja Dobler (Styleranking.de), Claudio Weber (Modedorf.de), Thomas Knüwer (IndiskretionEhrensache.de), Marc Fischer (Modesch Magazin), Sabrina Kauschka (Liebundteuer.org) und Janosch Bösche (fashionalyst.org). Wenn das nicht der Ritterschlag für die Bloggerszene ist, was dann?
Die Redaktion von RP Online hat unterdessen am Donnerstag Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Preview-Führung befragt und daraus eine interessante Bilderstrecke gebastelt:
Das sagen die ersten Besucher zur “Styleclicker City”

“Es gab eine Zeit, da habe ich mich zu sicher gefühlt”
Am Samstag, den 24. Juli eröffnet im NRW Forum Düsseldorf die Ausstellung Styleclicker City – Menschen des 21. Jahrhunderts, die bisher größte Fashion Blogger Einzel-Ausstellung, die jemals präsentiert wurde. Bereits drei Tage vorher haben wir den Styleklicker Gunnar Hämmerle kurz nach seiner Ankunft in Düsseldorf getroffen und mit ihm ein Gespräch über Urheberrecht und Bloggen geführt.
Interview: Rosa Kalff, Katharina Herrmann, Foto: Lena Grossmüller
Mit „Styleclicker“ präsentiert das Düsseldorfer NRW-Forum vielleicht die erste Museumsausstellung mit einem Modeblogger der Welt. Wieso Blogging jetzt schon museumsreif ist, fragten wir Museumsleiter Werner Lippert.
Interview: Lisa Wagner und Mirjam Günther, Fotos: Lena Grossmüller
Modeblog museumsreif
Rechner an, Handy an, Blackberry an. Ständig auf Draht. Browserfenster auf. URL eingeben. Enter. Die Seite baut sich auf und wir sehen Bilder von Menschen aus Berlin, Paris, Malmö und anderen Metropolen. Das Phänomen Style-Blog boomt, in den letzten Jahren haben sich die Seiten der Mode-Weltenbummler rasant entwickelt. Eine Streetfashion-Blog hat es jetzt sogar ins Museum geschafft. Bilder aus Gunnar Hämmerles „Styleclicker“ sind ab sofort im NRW-Forum zu sehen. Doch wie fühlt sich der User eigentlich im Museum – so weit weg vom heimischen PC? Ist die Blog-Szene, ist Streetstyle jetzt schon reif fürs Museum? weiter »






