“Es gab eine Zeit, da habe ich mich zu sicher gefühlt”
Am Samstag, den 24. Juli eröffnet im NRW Forum Düsseldorf die Ausstellung Styleclicker City – Menschen des 21. Jahrhunderts, die bisher größte Fashion Blogger Einzel-Ausstellung, die jemals präsentiert wurde. Bereits drei Tage vorher haben wir den Styleklicker Gunnar Hämmerle kurz nach seiner Ankunft in Düsseldorf getroffen und mit ihm ein Gespräch über Urheberrecht und Bloggen geführt.
Interview: Rosa Kalff, Katharina Herrmann, Foto: Lena Grossmüller
Gunnar, Deine eigentliche Ausstellungsfläche für deine Arbeit ist das Internet. Fühlst Du dich dort auf sicherem Terrain, um Deine Bilder zu zeigen?
Heute wieder, es gab aber eine Zeit da habe ich mich zu sicher gefühlt. Bis ich durch Zufall entdeckt habe, dass es jemanden gibt, der mit meinen Fotos im Internet Geld verdient. Damals wurde der kompletten Content meines Blogs eins zu eins auf einem anderen Blog übernommen. Immer wenn ich etwas online gestellt habe, erschien mein Beitrag genauso auf der anderen Seite.
Das ist wohl die dreisteste Art von Urheberrechtsverletzung, wie kann man dagegen vorgehen?
Ich habe zunächst den Inhaber der Seite angeschrieben, und ihn aufgefordert meine Inhalte sofort von seiner Seite zu entfernen und rechtliche Schritte angekündigt. Zu seinem Glück hat er dies sofort gemacht.
Wie schützt Du Dich heute davor?
Es ist technisch möglich, dich davor zu schützen. Darum hat sich der Programmierer meines Blogs gekümmert. Schwieriger wird es allerdings, wenn das Medium wechselt, wenn deine Fotos plötzlich ohne deine Erlaubnis in Magazinen zu sehen sind.
Ist Dir das auch schon einmal passiert?
Mir persönlich noch nicht, aber einer Blogger-Kollegin. Eines ihrer Bilder ist bei einem Magazin von Burda erscheinen, ohne Credit. Der Verlag wollte ihren Aufpreis, den sie aufgrund der Urheberrechtsverletzung auf ihr nachträglich eingefordertes Honorar geschlagen hat, nicht zahlen. Nach mehreren Mahnungen kam es zum Prozess.
Die Chancen als Blogger mit einem Verlag wie Burda vor Gericht zu stehen, stehen sicher schlecht?
Meine Kollegin aus Berlin hat den Prozess gewonnen. Natürlich ist es schwer. Hinter den privaten Bloggern steht keine Lobby, keine finanzkräftigen Anwälte. Aber wer sich des geistigen Eigentums ungefragt bedient, der ist nun mal im Unrecht. Wollen die Printmagazine Streetstyle-Fotos aus dem Internet veröffentlichen, dann müssen sie um die Erlaubnis des Fotografen fragen und ein entsprechendes Honorar zahlen. Eine Veröffentlichung in den Printmedien bringt den Bloggern nämlich noch nicht einmal gute PR.
Dabei erreichen Mode- und Lifestylemagazine doch eine ähnliche Zielgruppe?
Um neue Leser zu erreichen muss man innerhalb eines Mediums auf sich aufmerksam machen. Wird im Internet auf meinen Blog verwiesen merke ich das bei meinen täglichen Clicks, viel deutlicher als wenn ein Bericht über mich im TV läuft oder in Magazinen zu lesen ist. Wenn andere Blogs meine Fotos veröffentlichen, ist das also auch zum Teil gar nicht so schlecht.
Aber ja nur mit deiner Erlaubnis?
Natürlich! Aber davon lebt ein Blog nun mal, dadurch steigt deine Leserzahl und somit deine täglichen Clicks….
….solange bis man Dir jetzt sogar eine eigene Ausstellung gewidmet hat?
lacht. Ja, vielleicht. Ich bin jedenfalls mehr als gespannt auf meine Bilder im NRW- Forum.
Wir auch! Vielen Dank für das nette Gespräch und viel Spaß und Glück für die Ausstellung.
Tags: Burda, Gunnar Hämmerle, Modeblog, Styleclicker, urheberrecht
Kommentar (0)

