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Im Jubiläumsjahr von Darwins “Entstehung der Arten” erinnert uns der Jeanshersteller Wrangler mit seiner (leider nur in Frankreich und auch schon vor ein paar Monaten) lancierten Kampagne “We are animals” an unseren eigenen Ursprung. Der Fotograf der Bilder, Ryan McGinley, sucht die Wurzeln der Menschheit allerdings entgegen Darwins vorsichtiger Spekulation auf einer etwas tieferen Etage im Geäst der Evolution: Bei den Amphibien und Reptilien.

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Es muss ein grauer, regnerischer Tag gewesen sein, als der Mensch sich aus dem Krokodil entwickelte. Die ersten Exemplare unserer Art lagen offenbar noch faul im Uferschlamm und lauerten auf Beute, den Oberkörper ins trübe Wasser getaucht, während die Hinterbeine auf festem Boden ruhten, um den Körper dann unerwartet plötzlich ins Wasser schnellen zu lassen.

Aber Spaß beiseite, Ryan McGinleys fantastische Bilder von halb bekleideten schönen Models, aufgenommen wie für McGinley typisch in unspektakulären Landschaften (und diesmal meistens im Wasser), sind die gelungene Visualisierung einer Kampagne, mit der die amerikanische Jeansmarke in Europa Fuß fassen will. Wie ihr Macher Fred Raillard in einem erhellenden Videointerview erklärt, bestand die Aufgabe darin, das in den USA erfolgreiche Cowboy-Image an den Gusto des europäischen Kulturmenschen anzupassen. Und die Lösung war ein einfacher Dreh: nicht der Cowboy soll im Zentrum stehen, sondern das Vehikel seiner Existenz, das Tier. Und so wie McGinley die Idee in seinen Fotos übersetzt, möchte man Wrangler beinahe dankbar sein, dass es damals, an jenem regnerischen Tag, schon feste Jeanshosen gab.

Beim diesjährigen Werbefestival in Cannes wurde die Kampagne mit dem Goldenen Löwen in der Kategorie Print ausgezeichnet.

Nach dem Sprung mehr Fotos und zwei Videos.

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Vor einiger Zeit hatten wir von einem Fotoshooting Michel Comtes mit Michael Schumacher berichtet. Die Arbeit stand in Zusammenhang mit einer Reihe von Werbespots des Mineralwasserherstellers Rosbacher, für den der Ex-Rennfahrer als Markenbotschafter tätig ist. Auf YouTube gibt es nun ein Video vom Making-of der Spots: Schumacher beim kunstschweißtreibenden Sandsackboxen und wie er einen Fußball in die Scheinwerfergalerie donnert.

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maison-martin-margiela-les-ateliers-ruby-helmet-2Die schicken Motorradhelme von Ruby kennt man. Jedes Jahr lädt die Firma bekannte Designer ein, einen ganz besonderen “Signature”-Helm zu gestalten. Diesmal war es der belgische Modemacher Martin Margiela, und der hat echte Teamarbeit geleistet. Auf den typisch marmorierten weißen Untergrund der Firma haben alle Mitarbeiter des Design-Teams ihre Signaturen eingeritzt. Das Ergebnis schaut aus wie ein mit Liebesmeldungen übersäter Baum oder ein Gipsarm mit Genesungswünschen. Das limitierte Oeuvre d’art ist in unserem Shop in Größe L erhältlich und kostet 740 Euro. Die Schau zu Margielas Frühjahr/Sommerkollektion 2009 ist in der Ausstellung “Catwalks” zu sehen.

Weitere Infos gibt es hier:

SHOP-KONTAKT

Frau Hedi Schütze
Telefon: 0211 – 89 266 81
Telefax: 0211 – 89 266 82

Email:

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Richard Prince: Nurse Hat Chair. UFO des Tages vom 10 April

Für unsere Ausstellung U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design sind wir eine Medienpartnerschaft mit der Designplattform Stylepark.com eingegangen. In dem folgenden Interview sprachen wir mit Thomas Wagner, dem Chefredakteur von Stylepark, über unsere Medienpartnerschaft und die Frage nach den Grenzen zwischen Kunst und Design. Thomas Wagner war lange Zeit Kulturredakteur bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, wo er sich mit der Schnittstelle zwischen beiden Bereichen beschäftigte.

NRW-Forum: Zunächst möchte ich Sie bitten, sich vorzustellen. Was machen Sie, Herr Wagner, was macht Stylepark?

Thomas Wagner: Stylepark ist entstanden als Produktdatenbank im Internet, auf der High-End-Designfirmen sich und ihre Produkte präsentieren. Außerdem betreiben wir eine Internetplattform zu aktuellen Themen des Designs, aber auch zu kulturellen und zu Kunstthemen. Ich selber bin seit etwa anderthalb Jahren bei Stylepark unter anderem dafür zuständig, diese Plattform auf der redaktionellen Seite mit aufzubauen.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist es, Themen des Designs in die Öffentlichkeit zu bringen. Das geschieht zum einen dadurch, dass wir Produkte vorstellen oder man in unserer Datenbank nach bestimmten Produkten und Produktgruppen suchen kann. Wir beraten aber auch große Firmen, oft zusammen mit Designern, und haben nun auch eine Rubrik, die sich mit neuen Materialien befasst. Außerdem werden wir bald einen Bereich anbieten, der sich um Architektur dreht und um alle Dinge, die Architekten brauchen können. Und schließlich haben wir immer auch Events geplant. Da erinnert man sich vielleicht an die Möbelmesse in Köln. Dort gab es lange Jahre „Stylepark in Residenz“. Zuletzt gab es im vergangenen Jahr zum dritten Mal „The Design Annual“ zusammen mit der Messe Frankfurt als große Messe für avanciertes Design.

Sie sind sowohl Kunstkritiker als auch Designkritiker. Was ist für Sie das Spannende an Design?

Das ganz Wichtige für mich an Design ist, dass es im Unterschied zur Kunst nicht auf das Nutzlose setzt, sondern immer angehalten ist und sich immer in der prekären, aber auch spannenden Situation befindet, an der Schnittstelle zwischen Kunst und Ökonomie zu agieren. Sie können sich leicht vorstellen: Innerhalb eines Wirtschaftssystems wie dem unseren, das auf Verwertbarkeit setzt, ist Design als die „angewandte“ Form von Kunst natürlich ein Bereich, der in den letzten Jahren immer stärker in den Vordergrund gerückt ist. Daraus ergibt sich auch das Thema: Wie verhalten sich Kunst und Design zueinander? Die Frage hat mich seit vielen Jahren beschäftigt und wird mich auch weiter beschäftigen. weiter »

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© Bruce Weber

© Bruce Weber

Der amerikanische Starfotograf Bruce Weber hat sich in der Vergangenheit nicht gerade einen Namen in der Schmuckfotografie gemacht. Trotz dieses scheinbaren Mankos produziert er für den traditionsreichen Juwelier aus Paris ein monumentales Fotobuch. Gefeiert wird mit dem Werk, das im Laufe des Jahres (genauer mag sich der Verlag teNeues nicht äußern) erscheinen soll, das hundertjährige Bestehen der Firma in den USA. Laut einem Bericht im W Magazine war Weber äußerst überrascht, als Pierre Rainero, der Chef von Cartier International, bei ihm anklopfte und ihm das Projekt antrug. Angesichts von Webers Hang zum modischen Understatement und der Abwesenheit funkelnder Juwelen in seinem Werk eine durchaus nachvollziehbare Reaktion. Aber in dem Buch werden eben nicht nur Edelsteine von Cartier zu sehen sein. Vielmehr soll darin die Verbundenheit der Firma mit ihrem Standort USA zum Ausdruck kommen, und mit deren Kultur kennt Weber sich aus.

Für das Projekt erhielt er uneingeschränkten Zugang zum Firmenarchiv und grub Film- und Bilddokumente sowie Geschichten über die Firma aus, etwa jene von einer gewissen Ms. Plant aus New York, die es Anfang des vorigen Jahrhunderts trotz ansehnlichen Reichtums nicht wagte, in der frisch gegründeten New Yorker Niederlassung von Cartier ein Perlenkollier im Wert von 1 Million US Dollar zu erwerben, bis Pierre Cartier, der Enkel des Firmengründers, es ihr im Tausch gegen eine Immobilie an der Ecke 635th Avenue und 23rd Street plus einen Hundertdollar-Schein anbot. Endlich erfüllte sie sich ihren Traum, und Cartier kam in den Besitz neuer Geschäftsräume, in denen die Firma heute noch residiert.

Oder jene Geschichte von dem Chansonnier Serge Gainsbourg, der als Kind jüdischer Eltern im nazideutsch besetzten Frankreich einen Judenstern tragen musste und sich später als Mahnung an diese Zeit ein Exemplar des Sterns aus unvergänglichem Platin fertigen ließ – von der Firma Cartier. Doch Weber hat nicht nur jede Menge Anekdoten und Porträts von prominenten Kunden in dem Buch versammelt, sondern auch in eigenen Fotos die Kreationen von Cartier in Szene gesetzt. Dabei ging es ihm darum, das “Spielzeughafte von Schmuck” zu zeigen, wie er dem W Magazine gesteht. Das Bild am Anfang des Artikels zeigt das Amethyst-Kollier von Daisy Fellowes, der legendären ersten Chefredakteurin von Harper’s Bazaar, als Zierrat zwischen Erdnussbutter und Frühstücksmarmelade.

Bruce Weber ist bekannt für seine Modefotografien für Calvin Klein, Gianni Versace oder Ralph Lauren. Seine Arbeiten erschienen in Vogue, GQ, Vanity Fair, Interview oder dem Rolling Stone. Bekannte Buchpublikationen von ihm sind die All-American-Bände 1–8, Gentle Giants, Branded Youth oder The Chop Suey Club. In der Ausstellung Radical Advertising im NRW-Forum waren seine verstörenden Bilder von Teenagern zu sehen, die er für Werbekampagnen von Calvin Klein anfertigte.

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brandingIm amerikanischen Sprachgebrauch versteht man unter einem „Maverick“ einen Freigeist, jemanden, der gegen den Strom schwimmt und seinen eigenen Kopf hat. Schaut man sich die Herkunft des Begriffes an, entdeckt man Erstaunliches: Er geht zurück auf den texanischen Viehzüchter Samuel Augustus Maverick (1803–1870) und ist eng verknüpft mit der Geschichte des Brandings. Zu einer Zeit, als in den Schlachthöfen von Chicago erfahrene Einkäufer die Qualität des Fleisches an den Brandzeichen der Rinder ablasen, entschloss sich Maverick, seine Tiere als einzige nicht mit einem Brandzeichen zu versehen, und machte sie dadurch umso besser erkennbar. Der Freigeist in der amerikanischen Kultur wurde offenbar aus der Idee geboren, Branding durch Nichtbranding zu betreiben.

Diese und andere denkwürdige Episoden aus der Geschichte der Markenzeichen finden sich in einem lesenswerten Überblicksartikel des Unternehmensberaters Steven Kroeter auf designobserver.com, dem Blog des renommierten Designkritikers und Gründers der Zeitschrift Eye Magazine, Rick Poynor. Für alle, die sich einen ersten Überblick zu dem Thema verschaffen wollen, eine empfehlenswerte Lektüre.

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damien-hirst-supreme-skate-decks-1Der britische Künstler Damien Hirst hat nun auch Skatedecks als Fläche für seine Kunst entdeckt. Zusammen mit dem Streetwearlabel Supreme brachte das Marketing-Genie Hirst kürzlich eine Auflage mit drei verschiedenen Designs aus seiner Beautiful-Painting-Serie auf den Markt. In einem Video auf YouTube wünscht er sich, dass die Decks auch gefahren werden und nicht irgendwo an der weiß getünchten Wand landen.
Zuletzt hatte Hirst für Levi’s eine Jeans-Kollektion mit seinem schlagzeilenträchtigen Schädelmotiv gestaltet (hier ein kurzes Interview mit ihm darüber) und am 20. April erscheint das neue Album “See the Light” von “The Hours”, ebenfalls mit Beauty-vollem Hirst-Design.

via artschoolvets

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Szene aus EastEnders © Adam Pensotti/BBC

In der britischen BBC herrscht für Fernsehserien Logo-Verbot, kein Product Placement, keine Brands: jedes Markenzeichen muss sorgfältig verdeckt oder unkenntlich gemacht sein, wenn es ins Bild gerät. Der Filmstill aus der Serie “EastEnders” wirkt in seiner diesbezüglichen Aufgeräumtheit gespenstisch, besonders wenn man noch die Fotos aus Deanna Templetons Ausstellung bei uns im NRW-Forum vor Augen hat. Umso interessanter ist ein Blog-Beitrag auf der Webseite des Guardian, in dem darüber nachgedacht wird, ob nicht vielleicht bitte ein klein wenig mehr Branding die Abendunterhaltung realistischer und dadurch etwas würziger machen würde. Die Diskussion wird nun auch in der britischen Öffentlichkeit geführt. Branding als Mittel gegen Langeweile: da haben südkalifornische Teenager eindeutig die Nase vorn.

(c) Deanna Templeton

© Deanna Templeton

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Das Art-Magazin schreibt heute über die Ausstellung “Scratch My Name on Your Arm” von Deanna Templeton:

Die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf taucht in die kalifornische Skaterkultur und deren ganz eigenen Körperkult ein (…) Templetons Schwarzweißfotografien erlauben einen intimen Blick auf die Jungen und Mädchen, die die Namen ihrer Skater-Idole und Logos bekannter Marken auf ihrer eigenen Haut zur Schau tragen.

Zu dem Artikel geht es hier.

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Arik Levy: Rock mirror

Der Begriff UFO steht für ein unbekanntes Flugobjekt, das im Moment seiner Sichtung nicht eindeutig identifiziert werden kann. Der Begriff Designkunst steht für eine Tendenz junger Künstler und Designer, Objekte zu schaffen, die die vormals trennende Linie zwischen Kunst und Design spielerisch überschreiten. Unsere Ausstellung U.F.O. widmet sich eben diesen Grenzgängen und zeigt Objekte, die sich einer eindeutigen Zuordnung zu einem der Bereiche widersetzen. Worum handelt es sich bei diesem “Rock mirror” von Arik Levy? Um einen Spiegel? Eine Skulptur? Um Technik? Poesie? Die Designzeitschrift Stylepark ist für die Ausstellung U.F.O. Medienpartner des NRW-Forum und wird auf ihrer Webseite bis zur Ausstellungseröffnung am 23.05.2009 regelmäßig eines unserer Exponate als “UFO des Tages” präsentieren. Gemeinsam laden wir zum Identifizieren der Objekte ein.

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