U.F.O.: Lockheed Lounge von Marc Newson erzielt Rekordpreis bei Designauktion

© Vitra Design Museum
Ein Exemplar der legendären Lockheed Lounge vom australisch-britischen Designer Marc Newson hat auf einer Design-Auktion in London den Rekordpreis von 1,1 Millionen Pfund erzielt. Damit ist die Liege, von der eine Ausführung auch in unserer Ausstelllung U.F.O. zu sehen sein wird, das mit Abstand teuerste Objekt zeitgenössischer Designerkunst. In einem Interview vor der Auktion erklärte der Londoner Kunst- und Designhändler Kenny Schachter dem Mediendienst Bloomberg gegenüber warum: “Es ist das bedeutendste Werk des modernen Designs. Alles auf dem Markt wird daran gemessen.”
Das versteigerte Exemplar befand sich lange Zeit in der Sammlung von Newsons Mutter. Es erlangte einige Berühmtheit, als sich Madonna in dem Video zu ihrer Single “Rain” auf dem futuristisch anmutenden Möbel räkelte. (hier der Clip)

Die im Jahr 1988 in einer Stückzahl von zehn Exemplaren plus vier Künstlerausführungen produzierte Chaiselongue hatte schon in der Vergangenheit auf Auktionen Rekordpreise erzielt, zuletzt kam eine Ausführung im Jahr 2007 bei Christies auf rund 750000 Pfund (ohne Aufpreis). In einem Artikel in der FAZ heißt es über die Entstehungsgeschichte des Möbels:
Newson hatte 1984 ein Stipendium des Australian Crafts Council erhalten, dessen Ergebnisse zwei Jahre später in einer Ausstellung gezeigt wurden: Die „Lockheed Lounge“ sorgte für Aufregung. Zuvor hatte Newson mehrere „elende Monate“ damit verbracht, die Aluminium-Platten auf sein erstes Modell zu hämmern. Ein Prototyp von 1986 wurde von Sotheby’s in New York im Juni 2006 für 968.000 Dollar (inklusive Aufgeld) versteigert und machte Newson damit zum teuersten lebenden Designer.
Lass mich deinen Namen in meine Wade stechen – Tätowiertes Artwork von Ed Templeton

Foto: Lars Wöhning
Nicht nur Deanna Templeton, auch ihr Mann Ed war auf der Ausstellungseröffnung zu “Scratch my name on your arm” am 3. April eine begehrte Person. Eine Gruppe von Skateboardern, die aus dem Ruhrgebiet angereist waren, ließ es sich nicht nehmen, sich von Streetstyle-Legende Ed ein Autogramm geben zu lassen, samt Jabba-the-Hood-Artwork – und das Ganze passend zum Anlass direkt mit Edding auf die Haut. Währenddessen hielt Deanna trotz gebrochenem Arm mit ihrer Kamera drauf (weitere Bilder davon auf unserem Flickr-Stream).
Wenn man sich die Gesichtszüge von Ed Templeton so anschaute, war nicht ganz klar, ob er den Troubel genoss. “Jungs, ich werde euch zwar nicht die Tour vermasseln, aber wisst ihr wirklich, was ihr da tut?”, murmelte er einmal zur Seite gewandt. Was war geschehen? Ed Templeton enthüllt es auf seinem Blog:
A young man approached me and lifted his pant-leg to reveal no less than 3 tattoos of Toy Machine related artwork.
Then asked me to draw on his leg with my worn out sharpie, so he could tattoo over it the next day.
This always stresses me out because this will be with the person for life – and it all rests on what I do right there. If I make a sub-standard drawing, then they have a sub standard tattoo I guess. I always advise against it, but I can’t stop them, it’s their body.
Wie man uns kürzlich mitteilte, ist das Werk des Tätowierers nun vollendet und der Name von Ed Templeton samt (akkurater) Zeichnung in die Wade geritzt. Ein leicht verwackeltes Handy-Foto davon gibt es nach dem Sprung.
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Cartier I love you: Bruce Weber gesteht seine Liebe zu Hochkarätern – mit einem voluminösen Fotobuch

© Bruce Weber
Der amerikanische Starfotograf Bruce Weber hat sich in der Vergangenheit nicht gerade einen Namen in der Schmuckfotografie gemacht. Trotz dieses scheinbaren Mankos produziert er für den traditionsreichen Juwelier aus Paris ein monumentales Fotobuch. Gefeiert wird mit dem Werk, das im Laufe des Jahres (genauer mag sich der Verlag teNeues nicht äußern) erscheinen soll, das hundertjährige Bestehen der Firma in den USA. Laut einem Bericht im W Magazine war Weber äußerst überrascht, als Pierre Rainero, der Chef von Cartier International, bei ihm anklopfte und ihm das Projekt antrug. Angesichts von Webers Hang zum modischen Understatement und der Abwesenheit funkelnder Juwelen in seinem Werk eine durchaus nachvollziehbare Reaktion. Aber in dem Buch werden eben nicht nur Edelsteine von Cartier zu sehen sein. Vielmehr soll darin die Verbundenheit der Firma mit ihrem Standort USA zum Ausdruck kommen, und mit deren Kultur kennt Weber sich aus.
Für das Projekt erhielt er uneingeschränkten Zugang zum Firmenarchiv und grub Film- und Bilddokumente sowie Geschichten über die Firma aus, etwa jene von einer gewissen Ms. Plant aus New York, die es Anfang des vorigen Jahrhunderts trotz ansehnlichen Reichtums nicht wagte, in der frisch gegründeten New Yorker Niederlassung von Cartier ein Perlenkollier im Wert von 1 Million US Dollar zu erwerben, bis Pierre Cartier, der Enkel des Firmengründers, es ihr im Tausch gegen eine Immobilie an der Ecke 635th Avenue und 23rd Street plus einen Hundertdollar-Schein anbot. Endlich erfüllte sie sich ihren Traum, und Cartier kam in den Besitz neuer Geschäftsräume, in denen die Firma heute noch residiert.
Oder jene Geschichte von dem Chansonnier Serge Gainsbourg, der als Kind jüdischer Eltern im nazideutsch besetzten Frankreich einen Judenstern tragen musste und sich später als Mahnung an diese Zeit ein Exemplar des Sterns aus unvergänglichem Platin fertigen ließ – von der Firma Cartier. Doch Weber hat nicht nur jede Menge Anekdoten und Porträts von prominenten Kunden in dem Buch versammelt, sondern auch in eigenen Fotos die Kreationen von Cartier in Szene gesetzt. Dabei ging es ihm darum, das “Spielzeughafte von Schmuck” zu zeigen, wie er dem W Magazine gesteht. Das Bild am Anfang des Artikels zeigt das Amethyst-Kollier von Daisy Fellowes, der legendären ersten Chefredakteurin von Harper’s Bazaar, als Zierrat zwischen Erdnussbutter und Frühstücksmarmelade.
Bruce Weber ist bekannt für seine Modefotografien für Calvin Klein, Gianni Versace oder Ralph Lauren. Seine Arbeiten erschienen in Vogue, GQ, Vanity Fair, Interview oder dem Rolling Stone. Bekannte Buchpublikationen von ihm sind die All-American-Bände 1–8, Gentle Giants, Branded Youth oder The Chop Suey Club. In der Ausstellung Radical Advertising im NRW-Forum waren seine verstörenden Bilder von Teenagern zu sehen, die er für Werbekampagnen von Calvin Klein anfertigte.
“I want them to be ridden” Damien Hirst gestaltet Skateboarddecks für Supreme
Der britische Künstler Damien Hirst hat nun auch Skatedecks als Fläche für seine Kunst entdeckt. Zusammen mit dem Streetwearlabel Supreme brachte das Marketing-Genie Hirst kürzlich eine Auflage mit drei verschiedenen Designs aus seiner Beautiful-Painting-Serie auf den Markt. In einem Video auf YouTube wünscht er sich, dass die Decks auch gefahren werden und nicht irgendwo an der weiß getünchten Wand landen.
Zuletzt hatte Hirst für Levi’s eine Jeans-Kollektion mit seinem schlagzeilenträchtigen Schädelmotiv gestaltet (hier ein kurzes Interview mit ihm darüber) und am 20. April erscheint das neue Album “See the Light” von “The Hours”, ebenfalls mit Beauty-vollem Hirst-Design.
via artschoolvets
Lead Awards: Gold und Bronze für Mario Testino
Es war das erste Mal, dass ein und dieselbe Fotostrecke gleich für zwei Lead Awards, den Oscars der deutschen Zeitschriftenbranche, nominiert wurde. Mit seiner Serie “Sex” für die deutsche Vogue räumte Mario Testino bei der Preisverleihung heute Abend in Hamburg gleich zweimal ab. Gold gab es für ihn in der Kategorie “Feature des Jahres”, Bronze erhielt er für das “Cover des Jahres”.
Mario Testino auf dem “Gipfel der Kreativität”

Vom 24. bis zum 25. April treffen sich in Berlin Werber und Kreative zum diesjährigen ADC-Kongress, dem “Gipfel der Kreativität 2009″. Mit dabei ist Fashion-Fotograf Mario Testino. Im Gespräch mit Donald Schneider, dem Art Director des Stern, wird er Einblick geben in das Geheimnis seiner Kreativität.
Sa. 24.04. 18-19 Uhr
Mario Testino – Donald Schneider
Weitere Infos gibt es hier.
CNN-Dokumentation über Mario Testino
Eine der seltenen Fernseh-Dokumentationen, die den Fashion-Fotografen bei der Arbeit zeigt. Sehr sehenswert.
Via edZstudios.
Catwalks – Video von unseren Dreharbeiten auf John Gallianos jüngster Modenschau
Für unsere Ausstellung Catwalks zeichneten während der Paris Fashion Week acht Kameras die spektakuläre Modenschau von John Galliano auf (wir berichteten). Ein Team von Center TV begleitete Ausstellungsmacher Werner Lippert nach Paris und filmte ihn zusammen mit Alexandre de Betag, dem Star der Catwalkregisseure, bei den Vorbereitungen. Das Video gibt es hier.
Yes, we can: Michelle Obama setzt auf Modemacher mit Migrationshintergrund – und bringt Farbe in die Branche

Michelle Obama auf dem Cover der amerikanischen Vogue. Das Kleid ist von Jason Wu. Foto Annie Leibowitz
Wer sich in den letzten Wochen auf den einschlägigen Modeblogs umsah, kam um Namen wie Jason Wu, Isabel Toledo oder Narciso Rodriguez kaum herum. Allesamt junge amerikanische Designer, mit deren Stoffkreationen Michelle Obama bei den Auftritten an der Seite ihres Gatten, dem neuen amerikanischen Präsidenten Barak Obama, einiges an Aufmerksamkeit erhielt. Gemeinsam haben diese Modemacher neben ihrer ausgewiesenen Kreativität den Migrationshintergrund. Jason Wu zum Beispiel, Schöpfer des weißen Kleides, das Michelle Obama auf dem Ball zur Amtseinführung ihres Mannes trug, ist taiwanesischer Herkunft. Narciso Rodriguez, der ihr vieldiskutiertes rot-schwarzes Kleid für die Wahlnacht entwarf, stammt von kubanischen Immigranten. Ebenso wie Isabel Toledo, die als Kind mit ihren Eltern aus Kuba in die Vereinigten Staaten kam. Das gelbe Ensemble, das die neue First Lady für die Vereidigung des Präsidenten trug, stammt von ihr.
Wie Miriam Stein in einem informativen Artikel für die Onlineausgabe von Der Freitag schreibt, setzt die neue Präsidentengattin mit der Wahl ihrer Modedesigner ganz bewusst Signale für eine Öffnung der Branche gegenüber anderen Ethnien. Stein bringt dies in Zusammenhang mit einer Tendez in der Modebranche, nach dem Ende der Ära charismatischer, aber teurer Supermodels wie Naomi Campbell immer öfter ausschließlich weißhäutige Models auf dem Laufsteg zu zeigen. Nun hat es Michelle Obama auf die Titelseite der amerikanischen Vogue geschafft. Mit ihrem Aufstieg zur Mode-Ikone kann der Journalistin Stein zufolge auch die Fashionwelt auf den frischen Wind des Wechsels hoffen.
Paris Fashion Week: Acht Kameras zeichnen John Gallianos Show für die Ausstellung “Catwalks” im NRW-Forum auf

Backstage-Impression
Auf der Paris Fashion Week wartete gestern alles gespannt auf die Show des britischen Designvirtuosen John Galliano zur Vorstellung seiner Winterkollektion ‘09. Galliano, der für seine aufwendigen Inszenierungen bekannt ist, enttäuschte die Fans nicht und zeigte seine folkloristisch inspirierten Entwürfe vor spektakulärer Kulisse: künstlichem Schneesturm im Laserlicht.
Für unsere Ausstellung “Catwalks” zeichneten während der gesamten Show acht Kameras das Geschehen von verschiedenen Standpunkten aus auf. Die Einzelperspektiven werden nun zu einer räumlichen Videoprojektion zusammengesetzt. So gerät der Ausstellungsbesucher selbst zum Model und kann das Spektakel auf dem Laufsteg hautnah miterleben. Neben der Galliano-Show werden weitere Highlights der Modeschauen aus den vergangenen Jahren in der Ausstellung gezeigt. “Catwalks” ist vom 27. Juli bis zum 1. November im NRW-Forum zu sehen.
Auf Vogue.de gibt es Bilder von Gallianos Show. Hier weitere Impressionen von der Backstage:

Blick in die Garderobe

Handgelenk

