Große Schilder mit “Senso Unico”, “one way”  und “Einbahnstraße” weisen den Weg in die aktuelle Ausstellung von Gunnar Hämmerle. Der Street-Blogger aus München hat das Obergeschoss des NRW-Forums in eine virtuelle Straße verwandelt: Über 1000 Bilder aus den  vergangenen dreieinhalb Jahren werden in Lebensgröße auf die weißen Aufsteller projiziert.

Der Besucher wandert durch die virtuelle Straße und die Blicke bleiben immer wieder an den Menschen haften, die nach einigen Sekunden schnell durch ein neues Bild ersetzt werden. Hämmerle nennt August Sanders Bilderzyklus “Menschen des 20. Jahrhunderts”  als eines seiner großen Vorbilder. August Sander fotografierte in den 20er und 30er Jahren Bäcker, Köche und Bauern, er fand sie in Köln und im Westerwald. Hämmerle ist heute in Städten wie Barcelona, Stockholm, Kopenhagen oder Tel Aviv unterwegs. Tokio und Reykjavik sind Städte, die ihm noch in seiner “Sammlung” fehlen. Die kommenden Tage ist er zu Gast in Düsseldorf, eine Stadt, die ihn wegen der Kunstakademie und zeitgenössischen Fotografen wie Gursky, Struth oder Ruff interessiert. Zwei Düsseldorfer Motive hat er erst in seiner Bildersammlung, einer davon ist Juwelier Georg Hornemann, wie Wolfgang Lippert in der Pressekonferenz erzählte. Heute ist Gunnar Hämmerle noch in Düsseldorf unterwegs, vielleicht läuft ihm dort noch das ein oder andere interessante Motiv vor die Linse…

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Über die Ästhetik des Flüchtigen bei Gunnar Hämmerle anlässlich eines Spaziergangs durch seine Ausstellung „Styleclicker“ im NRW-Forum Düsseldorf

34 Stufen in die zweite 2. Etage des NRW-Forums, Straßenschilder sagen Hallo. Klick. Senso unico, Einbahnstraße, one way – Holzweg? Klick. Pferdegetrappel, Baustellengeräusche, Flugzeuglärm. Klick. Eingang: 16 Projektionsflächen, ein Schuss nach dem anderen, Menschen im Sekundentakt, Bürgersteig-Begegnungen. Klick. Hallo Fremder, wer bist du? 1000 Bilder, Fotos aus: New York, Stockholm, Berlin, Barcelona, Düsseldorf… Klick. Lichtinstallationen. 30 Kopfhörer hängen vom Baugerüst. Rockmusik. Schnelle Bilderfolge… Klick. Ein langes violettes Kleid, kurze schwarze Haare, weiße Sonnenbrille viele bunte… Klick. Ein großer Zylinder, weißes Rüschenhemd, riesiger Trenchcoat, viele Nieten auf den… Klick. Ein weiter Jumpsuit mit Zebramuster, kurzer blonder Bob, hohe Riemchensandalen mit Absätzen aus… Klick. „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön“, antwortet Faust auf den Wettvorschlag von Mephisto. Klick. Mein Style, dein Style. Klick. Der Zauber des Augenblicks. Der festgehaltene Moment. Die Schönheit des Spontanen. Klick. Das Gefühl einer flüchtigen Begegnung. Ohne Worte. Große Wirkung. Klick. Paare und Passanten. Die Straße wird zum Laufsteg – Models sind Menschen wie du und ich. Klick. Flüchtig. Klick.

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Eine Hand wäscht die andere: Wer über Facebook oder Twitter Werbung für die Ausstellung “Styleclicker-City – Menschen des 21. Jahrhunderts” macht, bekommt einen kostenlosen Downloadlink zu “Fashion is my passion” – dem eigens komponierten Sound zur Ausstellung. Und so geht es:

1. Bei Facebook: Auf unserer FB-Seite das Ausstellungsplakat an alle Freundinnen und Freunde “teilen” und einen kleinen Hinweis unter dem Poster in den Kommentaren hinterlassen. Der Downloadlink kommt dann per persönlicher Mail.

2. Bei Twitter: Einfach diesen Button hier benutzen.

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Auch wenn bereits gestern schon einige Medien vorgeprescht sind: Zur Zeit läuft im NRW-Forum ein Pressegespräch, mit dem wir eine große öffentliche Fahndungsaktion starten wollen.

  

Worum geht es? 

  

Bei den Vorbereitungen zur Retrospektive von Robert Mapplethorpe im NRW-Forum tauchte das Gerücht auf, es gäbe einen Film, der zeige, wie Mapplethorpe in Düsseldorf fotografiere. Nach einiger Recherche fand sich der Film in den Archiven des WDR. Er zeigt den heute weltberühmten Fotrografen in einem kleinen Studio bei Shootings. Das Video stammt von 1983, Autor war Heiner Hepper.

Das Mapplethorpe-Event in der Galerie PHOTOGRAPHIE fand im Jahre 1983 statt, in den Galerieräumen in der Markgrafen Straße 3 in Düsseldorf Oberkassel. Dort hatte der Galerist Volker Wachs eine Robert Mapplethorpe-Ausstellung organisiert, die vom 14. April bis zum 30. Mai 1983 zu sehen war.

Für Robert Mapplethorpe wurde ein kleines Studio eingerichtet. Dort portraitierte er – dabei assistierten ihm Rudolf Hillebrand und Rainer Kaltenbach. Am 15.4.1983 flog Robert Mapplethorpe dann von Düsseldorf nach München in Begleitung von Lisa Lyon und seinem Verleger Lothar Schirmer, der gerade das Lisa Lyon-Buch verlegt hatte.

 Wen Mapplethorpe alles portraitiert hat … das wissen wir nicht. Es soll ein Portraitfoto von Baronin von Oppenheim geben. Es steht fest, dass eine Reihe von Interessenten die hohen Kosten von 5.000 Mark pro Bild scheuten, und es ist bekannt, dass Mapplethorpe sehr daran interessiert war, Joseph Beuys und die Kraftwerk-Musiker zu portraitieren – aber dazu kam es nicht.

“Ich habe auf sein kehliges Flüstern mal die Blitze ein wenig nach links mal nach rechts geschoben und ihm den Joint zur Hasselbladt gebracht. Er konzentrierte den Blick in den Lichtschacht, ließ den Joint im Mundwinkel und drückte kommentarlos auf den Auslöser”, erinnert sich Reiner Kaltenbach, der Mapplethorpe 1983 assistierte. Ein wichtiger Grund für Robert Mapplethorpe nach Düsseldorf zu kommen, ein persönlicher Wunsch war, “das hat er mir bei unserem ersten Telefonat von New York aus bereits dargestellt, dass er die Band Kraftwerk portraitieren wollte, ” erinnert sich Kaltenbach weiter. “Die war damals 1983 in den USA on the Top. Zwei Wochen habe ich es versucht. Die Plattenfirma und die Band waren begeistert, nur Florian Schneider Esleben nicht”. So kam das Foto nicht zustande.

Udo Kier jedenfalls ist von Robert Mapplethorpe in Düsseldorf fotografiert worden und erinnerte sich auch später noch sehr klar an den Fototermin und war absolut begeistert. Sein Portrait hängt in der Retrospektive von Robert Mapplethorpe im NRW-Forum.

Jetzt würden wir natürlich gerne wissen, wer sich von Mapplethorpe 1983 in Düsseldorf hat portraitieren lassen - wir würden uns freuen, wenn möglichst viele Portraitierte sich beim NRW-Forum melden, bei Petra Wenzel und Werner Lippert, unter Tel. 0211-9660036 oder per e-mail: info@projects.ag.
 

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Gestern mit Udo Kier telefoniert – er ließ sich 1983 von Robert Mapplethorpe in Düsseldorf fotografieren und erinnerte sich noch sehr klar an den Fototermin und war absolut begeistert. Sein Portrait hängt in der Retrospektive von Robert Mapplethorpe im NRW-Forum.

Udo Kier erinnert sich noch heute gut an diesen Tag (am Telefon aus Palm Springs). Die Stern-Journalistin Hilke Rosenboom sollte Mapplethorpe interviewen; Rosenboom, Kier und Mapplethorpe gingen zusammen zum Lunch; danach fragte Mapplethorpe Kier, ob er ihn portraitieren dürfe. So entstand ein Portrait, in dem Udo Kier hinter einen Stuhl aus der Galerie stehend zu sehen ist. Udo Kier holte seinen signierten Abzug einige Zeit später in Mapplethorpes Studio in New York ab.

Udo Kier hat in seiner internationalen Karriere in über 160 Kinofilmen mitgespielt. Er ist einer der wenigen deutschen Schauspieler, die es via Hollywood zu Weltruhm brachten. Er spielte zum Beispiel an der Seite von Nicole Kidman, Keanu Reeves, River Phoenix, Dolph Lundgren, John Malkovich und Arnold Schwarzenegger. Bereits 1973 brachte er es in Andy Warhols Filmen Frankenstein und Dracula zu einiger Berühmtheit als „Underground“-Star. Als dekadenter Flaneur trat er in zwei Popvideos und dem Skandalbuch SEX der Sängerin Madonna auf.

Heute lebt er in Los Angeles, Palm Springs und in Thüringen.

Foto: Robert Mapplethorpe: Udo Kier, 1983 (c) The Robert Mapplethorpe Foundation – used by permission

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ZEVS ist ein anonymer französischer Street Artist. Weltweit bekannt wurde er 2002, als er in Berlin aus einem gigantischen Blow Up-Poster, das für Lavazza warb, das Model ausschnitt und über das Poster schrieb: “VISUAL KIDNAPPING – PAY NOW!” Und Lavazza zahlte und erhielt sein Model zurück!

In der Ausstellung “Radical Advertising” liquidierte er 2008 das Chanel-Logo vor den Augen der Preview-Besucher, wie immer vermummt und anonym. Seinen Namen ZEVS hat er im Übrigen von einem Zug übernommen, der ihn einmal fast überrollt hätte. Im Sommer 2009 wurde er in China verhaftet, nachdem er einen Armani-Store “aufgehübscht” hatte.

Während der Armory Show in NYC in diesem Jahr (läuft gerade) will er das NASDAQ-Logo “liquidieren” und dann will er noch im Picasso-Museum in Barcelona etwas mit der Marke Picasso© anstellen.

Da kann man ihm nur wünschen: Good Luck ZEVS. Schauen Sie sich seine Website an: http://www.gzzglz.com. Überraschung.

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Am 18. März erscheint die Autobiographie “Just Kids – Die Geschichte einer Freundschaft” von Patti Smith auf deutsch. Die Sängerin beschreibt darin vor allem ihre Zeit mit Robert Mapplethorpe in New York. Zur Einstimmung schon einmal ein paar Links:

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Ralph Goertz, der Autor des wunderbaren biografischen Videos “Shapes” über Robert Mapplethorpe, hat jetzt eine kurze Preview durch die Ausstellung “Robert Mapplethorpe” im NRW-Forum gedreht. Der Blick schweift durch die minimalistisch inszenierten Ausstellungsräume und fährt über einzelne Bilder … und gibt so, ohne Worte, einen ersten Überblick über die Atmosphäre in der Ausstellung, über die Art und Weise der Installation. Die Auswahl von 150 Fotografien umspannt frühe Polaroids von 1973 bis hin zu Mapplethorpe’s letzten Selbstprotraits aus dem Jahr 1988, die ihn bereits gezeichnet vom nahen Tod zeigen, und präsentiert viele bekannte, geradezu ikonische Motive – aber auch bislang nie oder nur selten gezeigte Arbeiten. Sie schöpft aus dem Fundus der New Yorker Robert Mapplethorpe Foundation.

Schauen Sie sich den Film hier an, vielleicht animiert er ja zu einem Besuch der Ausstellung.

Robert Mapplethorpe – Retrospektive from nrwforumduesseldorf on Vimeo.

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Wer zur Ausstellung U.F.O. im NRW-Forum den Film über den Designer Ron Arad auf Youtube sah, fühlte sich in die Hölle versetzt: Funken sprühten, Männer mit Lederschürzen und Gesichtsschutz polierten riesige Metall-Objekte. Das war die Schmiede des Bösen. Die Objekte für die Ausstellung, sogenannte “Bodyguards” – polierte Edelstahl-Objekte, Sessel – waren so schwer, dass wir sie mit 6 Leuten tragen mussten.

Jetzt hat Ron Arad einen seiner schweren Metallstuhl-Entwürfe aus transparentem Kunststoff hergestellt: “Well Transparent Chair” genannt, in einer limited edition von 100. Zu sehen und zu kaufen in der Timothy Taylor Gallery in London.

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Der Fotograf Karim Sadli hat zusammen mit dem Stylisten Robbie Spencer kürzlich ein Shooting für einen neuen Look im Stil der Bondage-Ästhetik von Robert Mapplethorpe organisiert. Die Fotos sind in der Zeitschrift Dazed & Confused erschienen. Hier noch ein Beitrag dazu. Vielleicht können die Bilder ja auch als Anregung für unseren kleinen Kreativwettbewerb dienen, den wir gestern erfolgreich gestartet haben.
Abbildung (c) Karim Sadli

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