2005 zeigten wir in einer umfassenden Ausstellung das fotografische Werk von Elliott Erwitt und seine gerade von der Berlinale ausgegrabenen Filme. Erwitt (geboren am 26. Juli 1928 in Paris) ist immer noch sehr aktiv. Mit einem Augenzwinkern beklagt er sich, dass er noch nie so busy war wie heute – weder als kommerzieller Fotograf, noch als Künstler-Fotograf.

Seine Buchpublikationen sind legendär, sowohl was ihre Zahl als auch was ihren Umfang angeht. Eins erschien sogar unter dem Pseudonym “André S. Solidor”. Eine grössere Ausstellung eröffnete gerade in  Paris im M.E.P. (Maison Europeen de la Photographie) und ist dort noch bis zum 4. April zu sehen. Und im Herbst 2010 wird wieder ein Buch erscheinen,  über die Stadt Paris, mit den Augen von Elliott Erwitt und über die letzten 55 Jahre. Das letzte Foto für dieses Buch schoß er vor einer Woche.

Die Abbildung zeigt Elliott Erwitt in seiner Ausstellung im NRW-Forum 2005.

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Robert Mapplethorpe

Informationen von Claudia Dichter

Der amerikanische Fotograf Robert Mapplethorpe (1946-89) ist einer der provokantesten Künstler der 20. Jahrhunderts. Mit seinen zum Teil pornografischen, homoerotischen Aktfotos schockierte er das Publikum in den 70er Jahren, wurde aber bald ein gefragter Portraitfotograf, der die New Yorker Kulturszene vor die Linse holte. Ob Patti Smith, Andy Warhol oder Grace Jones, alle ließen sich Mapplethorpe fotografieren. Das NRW-Forum Düsseldorf zeigt jetzt eine Auswahl von 150 Bildern aus allen Schaffensphasen: Portraits und Selbstportraits, Aktfotografien, Blumenaufnahmen, Portraits und fotografischen Aufnahmen von Skulpturen. Sie schließt frühe Polaroids ebenso ein, wie die Selbstportraits, die kurz vor seinem Tod entstanden sind.

Mobilphone-Guide
Die Ausstellung wird von einem wirklich gut gemachten neuartigen Mobilphone-Guide begleitet: Jeder Besucher kann im NRW-Forum (zum Ortstarif) mit seinem Handy Kommentare zu den Themenräumen und zu einzelnen Werken der Ausstellung abrufen. Man kann sich den Audioguide auch von der homepage runterladen.

Achtung: Wegen der vielen, eindeutig sexuellen und homoerotischen Fotos ist die Ausstellung erst ab 16 Jahren zugänglich.

Robert Mapplethorpe
NRW-Forum Düsseldorf
Ehrenhof 2
40479 Düsseldorf

Öffnungszeiten: Di – So: 11 – 20 Uhr, Fr: 11 – 24 Uhr
6. Februar – 15. August 2010

WDR 2 Beitrag

Werke aus allen Schaffensphasen
Im WDR 2 Mittagsmagazin bei Moderator Tom Hergermann vermittelt WDR 2 Kritikerin Claudia Dichter einen Eindruck vom Schaffen des amerikanischen Fotografen Robert Mapplethorpe.

WDR 2 Kritiker: Robert Mapplethorpe in Düsseldorf (12.02.10)

Unsere Audios und Videos können Sie mit dem Macromedia Flash-Player ab der Version 8.0 ansehen. Den neuesten Flash-Player können Sie beim Hersteller Adobe unter folgender Adresse kostenlos downloaden:
http://www.macromedia.com/go/getflashplayer_de

via wdr.de

Lob von Radioleuten für unseren Audioguide. Gut zu hören!

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Tatsächlich spiegelten eine Menge der Fotos Mapplethorpes exzessives Leben wider. Radikal inszenierte er seine optischen Ausflüge in die New Yorker Subkultur und zeigte der Welt, dass sich auch Sadomaso-Praktiken ästhetisch darstellen lassen. Seine Kamera schreckte vor nichts zurück, nicht vor Homosexualität, nicht vor der Gegenüberstellung von Penissen und Blumen, nicht vor sexuellen Aktaufnahmen und nicht vor einem Selbstporträt, das eine Bullenpeitsche in seinem Anus zeigt.

via max.de

Mit Bildergalerie

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Auch im Fernsehen wird über unsere Mapplethorpe-Ausstellung berichtet. Hier zwei Beiträge des WDR, die in der Mediathek des Senders online betrachtet werden können.

Hier geht es zu dem Beitrag in der WDR-Mediathek

Motive, die polarisieren

Auf seinen Aktfotos sehen Menschen aus wie Skulpturen: Robert Mapplethorpe war einer der großen Fotokünstler des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Bilder sind bis heute umstritten: Kunst oder Pornografie? Das NRW-Forum widmet Mapplethorpe eine große Ausstellung.

Hier geht es zu dem Beitrag in der WDR-Mediathek

Sexualität und Tod, Glamour und Gier

Von den Sexclubs des Underground führt seine Spur in die Salons der Milliardäre, zu den Tophits bei den Auktionen und in den Olymp der Kunstgeschichte: Robert Mapplethorpe. Ihm ist es zu verdanken, dass Fotografie ein ernst zu nehmendes Medium des Kunsthandels wurde. Sein exzessives Leben und sein früher Tod durch AIDS spiegeln den Zeitgeist und das Trauma des ausgehenden 20. Jahrhunderts wider. Das NRW-Forum in Düsseldorf würdigt nun sein außergewöhnliches Werk.

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Wildgewordenes Art Deco mit homosexuellem Thrill oder sachlich, brillant und handwerklich perfekt betriebene Körper- und Objekt-Fotografie? Man übersehe nicht die auf die Spitze getriebenen skulpturalen Manierismen in der Nachfolge der Neuen Sachlichkeit und der “straight photography” etwa eines Edward Weston – und den Aids-Mythos. Denn Robert Mapplethorpe, Kult-Fotograf der zur Zeit im Düsseldorfer NRW-Forum zu sehenden Werkschau, gehörte 1989, vergleichbar Keith Haring, zu den ersten Aids-Toten der amerikanischen Subkultur. Dass er zu Lebzeiten und noch lange danach in Amerika oftmals öffentlich geschmäht wurde, bleibt angesichts ganz anderer Abgründe der so genannten westlichen Zivilisation bemerkenswert.

Fotograf Helmut Newton äußerte einmal im Gespräch, dass er keinen “dreckigeren Begriff” kenne als “guter Geschmack”. Aber auch dies muss nichts heißen. Die Werbe-, Mode- und Lifestyle-Fotografie hat die Bilderflut seit dem Tod des 1946 geborenen US-Fotografen Mapplethorpe ordentlich anwachsen lassen, Hemmschwellen heruntergesetzt und das moralische, nicht minder qualitative Sensorium nivelliert, ohne dabei nicht auch Hochrangiges zurück zu lassen. Jede Zeit schafft sich ihren Akzeptanz-Kodex.

Zur Originalquelle

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Rund 800 Besucher waren gestern im NRW Forum, um sich die Eröffnung der Fotoausstellung von Robert Mapplethorpe anzusehen. Die Bilder des 1989 verstorbenen Künstlers hatten in der Vergangenheit oft für Furore gesorgt. Rund 150 Fotografien von Robert Mapplethorpe sind ab sofort im NRW Forum zu sehen. Darunter Portraits, Aktfotografien und viele Motive mit eindeutig “sexueller und homoerotischer Natur”, wie es das Museum erklärt. Für die Düsseldorfer Ausstellung wurden zwei Bilder aus dem Gesamtwerk entfernt, da es sich um kinderpornographische Darstellungen handele, so Museumschef Werner Lippert. Die Ausstellung läuft noch bis August diesen Jahres. Der Eintritt ist erst ab 16 erlaubt.

06.02.2010 – 08:11

Schön war’s. Und heute geht es mit Viktor & Rolf weiter.

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Sie strotzen vor Schönheit und locken mit perfektem Wuchs, sie spreizen ihre zarten Hüllen und zeigen schamlos ihre Reize. Lustvoll recken sie die feuchten Stängel, schieben ihre Zungen aus Schalen und Gefäßen und lauern stolz und schwellend auf unsere Blicke: Tulpen, Lilien, Iris, Orchideen oder Hyazinthen, wie sie Robert Mapplethorpe immer wieder fotografiert hat.

Mit solchen Motiven ließe sich problemlos auch zum Muttertag gratulieren, doch zu Mapplethorpe geht niemand wegen der Blumen, auch wenn sich eines der beiden Ausstellungsplakate mit einem Strauß Papageientulpen in botanischer Unschuld gibt. Das andere Motiv wagt etwas mehr und zeigt den nackten Rücken eines schwarzen Mannes, und in der Ausstellung erst gerät der Hinweis zum ernsten Verbot: Minderjährige haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt zu der Schau.

Die Maßnahme ist reine Prophylaxe, denn selbst in der Weltstadt London nahm die staatlich geförderte Hayward Gallery auf Anraten der Polizei schon mal drei Mapplethorpe-Fotos von der Wand, die durchaus als etwas problematisch einzustufen waren.

In Düsseldorf hat man keine Angst vorm schwarzen Mann und zeigt das Werk des amerikanischen Tabubrechers ohne Zensur: Bilder von überwältigender Schönheit, nicht nur die Blumen.

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Die „Cocks and Flowers” („Schwänze und Blumen”) sind allerdings nur ein Teil der umfassenden Schau – neben wunderbaren Porträts, die Isabella Rossellini wie eine Madonna und Donald Sutherland wie die Figur eines Brecht-Stücks zeigen. Und neben der einstigen Gefährtin Patti Smith erkennen wir einen Fotografen, der die Lust an der Inszenierung, am Rollenspiel ausgelebt hat, auch in den Selbstportraits: ein Mann, der sich in der coolen James-Dean-Pose genauso gefällt wie mit Pelz und falschen Wimpern. Zuletzt, erzählt sein Freund und Anwalt Michael Ward Stout, war Mapplethorpe einer der meistbeschäftigten Porträt-Fotografen New Yorks mit großem Studio. Ein Künstler, der den Menschen bis in die Pofalten schauen wollte, aber nicht ins Herz.

DerWesten bringt die Mapplethorpe-Ausstellung ganz groß – auch mit einer umfassenden Bilderstrecke

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Kurator Werner Lippert zeigt die Arbeiten im NRW-Forum vor weißen Wänden. Nüchtern wirkt das, unaufgeregt, gereiht und einem großen Werk verpflichtet.Dennoch bleiben die Fotografien von Robert Mapple-thorpe ein Gradmesser für Moral und Sitte, so anachronistisch dieses Wortpaar auch klingen mag. Zwei Fotografien mussten weichen, weil der Paragraph zur Kinderpornografie in Deutschland verschärft wurde. “Kinderschänder” im Internet lösten die Gesetzesinitiative aus. Die Gefahr, dass die Ausstellung mit dem Vorwurf der Pädophilie stigmatisiert werden könnte, wollte Kurator Lippert entgehen. Die Robert Mapplethorpe Foundation (New York), von der alle Bilder kommen, schickte Ersatz.

Schöner Artikel im Westfälischen Anzeiger

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Ihren Job setzen die Ausstellungsmacher Petra Wenzel und Werner Lippert kaum mehr aufs Spiel, wenn sie Mapplethorpe würdigen. Zu sehen sind ab Freitag alle Phasen seines künstlerischen Schaffens – auch nie oder kaum je gezeigte Arbeiten aus dem reichen Fundus der New Yorker Robert Mapplethorpe Foundation. Nicht auf fliederfarbenen oder lila getönten Wänden, sondern vor schneeweißem Hintergrund. Das ist bezeichnend für eine seriöse Auseinandersetzung, die nicht mit irreführenden spekulativen Erwartungen kokettiert.

Beim Wettbewerb um die originellste Headline werden die Ruhr Nachrichten nicht punkten. Aber ein freundlicher Bericht – wie eigentlich bisher alle.

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