2005 zeigten wir in einer umfassenden Ausstellung das fotografische Werk von Elliott Erwitt und seine gerade von der Berlinale ausgegrabenen Filme. Erwitt (geboren am 26. Juli 1928 in Paris) ist immer noch sehr aktiv. Mit einem Augenzwinkern beklagt er sich, dass er noch nie so busy war wie heute – weder als kommerzieller Fotograf, noch als Künstler-Fotograf.

Seine Buchpublikationen sind legendär, sowohl was ihre Zahl als auch was ihren Umfang angeht. Eins erschien sogar unter dem Pseudonym “André S. Solidor”. Eine grössere Ausstellung eröffnete gerade in  Paris im M.E.P. (Maison Europeen de la Photographie) und ist dort noch bis zum 4. April zu sehen. Und im Herbst 2010 wird wieder ein Buch erscheinen,  über die Stadt Paris, mit den Augen von Elliott Erwitt und über die letzten 55 Jahre. Das letzte Foto für dieses Buch schoß er vor einer Woche.

Die Abbildung zeigt Elliott Erwitt in seiner Ausstellung im NRW-Forum 2005.

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In den kommenden Wochen werden wir hier auf unserem Blog die Kurzbiographien sämtlicher in unserer Ausstellung U.F.O. vertretener Künstler und Designer veröffentlichen – zusammen mit der Abbildung eines ihrer in dort gezeigten Objekte. Die Biographien sind dem Katalog zu unserer Ausstellung entnommen, der auch in unserem Online-Shop erhältlich ist.
Das Lexikon werden wir für die kommenden Ausstellungen weiterführen und um Biographien der wichtigsten in den vergangenen zehn Jahren bei uns präsentierten Künstler ergänzen.

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Adjaye, David

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Monoforms, Type IV - Galilee, 2007, Massiv amerikanisches Walnussholz, 60 x 110 x 45 cm, Edition von 10. Courtesy Albion Gallery, London

David Adjaye kann als Shootingstar der Londoner Architekturszene bezeichnet werden. 1966 wurde er in Tansania als Sohn eines ghanaischen Diplomaten geboren. 1979 siedelte die Familie nach London über, wo Adjaye zunächst ein Semester Kunst studierte. Es folgte ein Wechsel in die Architektur, die Mitarbeit in den Büros von Pentagram, Chassay Architects, Eduardo Souto de Moura sowie David Chipperfield und 1993 der Master am Royal College of Art. Die Verbundenheit zur Kunst und den alten Freunden aus dem Royal College sowie der Szene der Young British Artists blieb bestehen. So begann Adjayes Karriere mit dem Entwurf von Häusern und Projekten für Chris Ofili, Jake Chapman, Tim Nobel und Sue Webster oder Juergen Teller. Mittlerweile sind die Projekte größer und prestigeträchtiger geworden; jüngste Beispiele sind das Nobel Peace Center in Oslo oder das Museum for Contemporary Art in Denver. »Monoform«, seine erste Möbelkollektion, entstand in Kollaboration mit der Londoner Galerie Albion und feierte ihr Debüt auf der Design Miami/Basel 2007.

Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:

U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Arad, Ron

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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No void, 2006, hochglanzpoliertes und gewobenes Aluminium, 133 x 216 x 20 cm. Courtesy Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Er brauche keinen Pass, um sich von einer Disziplin zur anderen zu bewegen, so Ron Arad über sich selbst. Der 1951 in Tel Aviv geborene, in London lebende Designer und Architekt hat die Grenzen der Einzeldisziplinen nie besonders respektiert. Sein Studium begann Arad an der Kunstakademie in Jerusalem, 1973 wechselte er nach London an die Architectural Association School of Architecture. Nach einem kurzen Gastspiel in einem Architekturbüro konzentrierte er sich auf den Möbelbau. Sein erster Entwurf, der »Rover Chair« von 1981, hat mittlerweile den Rang einer Designikone. Im gleichen Jahr gründete Arad sein Designstudio One Off Ltd., 1989 kam das Architektur- und Designbüro Ron Arad Associates hinzu. Arad hat für Firmen wie Vitra, Cappellini, Kartell, Alessi oder Moroso zahlreiche Bestseller gestaltet. Er entwarf aber auch Showrooms für Maserati, Yamamoto oder das Foyer der Oper in Tel Aviv. In Holon, Tel Aviv soll in diesem Sommer sein Design Museum eröffnet werden.

Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:

U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Armleder, John

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Old Rose Garden, FS, 2008, Installation, Acryl auf Leinwand und Rietveld Stuhl. Courtesy Galerie Andrea Caratsch, Zürich

John Armleders »Furniture Sculptures« aus den 1980er Jahren sind längst Kultobjekte. Die neu arrangierten Altmöbel, die Armleder bei einem Möbelhändler auftrieb, begründeten seinen Ruf als einen der bedeutendsten Konzeptkünstler der Gegenwart. Heute arrangiert er auch schon einmal Blumensträuße, Fernseher, Spiegel, Weihnachtsbäume und ausgestopfte Tiere zu Installationen. 1954 in Genf geboren, bezieht Armleder sich auf das Duchamp’sche Ready-made, Fluxus und Minimal Art ebenso wie auf geometrisch-konstruktive Malerei. Alltägliches überführt er damit in den Kunstkontext, um ein »Wechselspiel zwischen Kunst und Leben, Ironie und Pathos« anzuregen. Duchamp lässt grüßen. (Text: Ingolf Kern)

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U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Chair, 1965 - 2000, Acryl, Fotografie auf Papier und Holz, 102,9 x 52,1 x 50,8 cm, Edition von 6. Courtesy Monika Sprüth Philomene Magers, Berlin/London

Dies ist kein Stuhl, sondern eine Skulptur – oder ist es umgekehrt? Richard Artschwagers (geboren 1923) kistenartige Objekte können beides sein, oder auch beides nicht. Der Zweifel darüber, wie wir die Dinge ein- ordnen, ist das große Thema des Amerikaners, der seine Karriere als Tischler begann und sich mit seinen Möbelskulpturen einen Platz in der Kunstgeschichte zwischen Pop-, Minimal und Concept Art sicherte. Seine Skulpturen versieht er mit gemaserten Spanplatten, Acrylfarbe oder Resopal, und bildet auf ihnen etwa Tischbeine und einen imaginären leeren Raum darunter ab. Dabei kann es schon einmal passieren, daß so ein aufgemaltes Möbel sich plözlich platt an die Wand geworfen wiederfindet – als Relief. Das Spiel mit Zwei- und Dreidimensionalität gehört bei Artschwager ebenso dazu wie die Frage, ob etwas nun Malerei ist oder Skulptur, fiktiv oder real, Kunst oder Design. (Text: Ingolf Kern)

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Rocs, 2007, Prototyp, Karton und Leinen, 150 x 310 x 50 cm (grüner »Roc« in der Ausstellung). Courtesy Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Die Brüder Ronan und Erwan Bouroullec, geboren im französischen Quimper (1971 bzw. 1976), studierten Arts Décoratifs und betreiben seit 1999 gemeinsam ein Designbüro in Paris. Sie entwerfen für Firmen wie Vitra, Cappellini, Issey Miyake, Magis, Ligne Roset, Habitat und die Pariser Galerie Kreo. Ihre Liebe gilt den einfachen, intelligenten Strukturen, die bei ihnen oft organische Formen haben. Die Beschäftigung mit dem Raum und seine Ergründung sind Konstanten ihrer Arbeit. Das 2004 für Vitra entstandene System »Algue«, bei dem einzelne algenförmige Module zu einem riesigen Schwarm beliebig zusammengefügt und zu Raumteilern oder Vorhängen geformt werden können, gilt schon heute als viel kopierter Klassiker.

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Banquete Chair, 2002, Edelstahl, Stofftiere, 85 x 100 x 140 cm, Edition von 150. Courtesy Albion Gallery, London

Keiner der beiden Brüder hatte die Absicht, Designer zu werden. Humberto Campana (geboren 1953) studierte Jura, Fernando Campana (geboren 1961) machte seinen Abschluss in Architektur. 1980 taten sich die beiden zusammen und begannen Möbel zu entwerfen – mit großem Erfolg. Der Tradition des brasilianischen Handwerks folgend und inspiriert vom chaotischen, kitschigen, sorglosen und farbigen Leben auf den Straßen von São Paulo, entstehen Möbel, die gefundene Dinge und Materialien wie Holz- oder Stoffreste, Spielzeugtiere oder Gummischläuche mit allerhöchster Perfektion zu neuen, magischen Objekten vereinen. Die Beschäftigung mit dem Material und das Bestreben, etwas Minderwertiges in etwas Schönes und Opulentes zu verwandeln, sind zentrale Themen im Werk der beiden Brüder. Einige ihrer Arbeiten wurden von Edra und Cappellini produziert und in Galerien wie Albion, Vivid, Rove, The Apartment und Moss ausgestellt.

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Chalayan, Hussein

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Afterwords, Autumn/Winter 2000, Installation, Teil der Modenschau »Afterwords«. Collection Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Mudam Luxembourg

Der 1970 im zypriotischen Nikosia geborene britische Designer Hussein Chalayan hat sich einen Namen als einer der innovativsten und experimentellsten Modeschöpfer der Welt gemacht. Zweimal schon wurde er zum »British Designer of the Year« gewählt. 2009 widmete ihm das London Design Museum eine Retrospektive. Chalayans akribische Schnittkonstruktionen überschreiten mit großer Leichtigkeit die Grenzen zur Konzeptkunst, zum Design, zur Architektur, zur Technik. Für seine Outfits, deren Form schon einmal durch eine Fernbedienung verändert werden kann, verwendet er gerne auch Materialien aus der Luftfahrtindustrie, oder sie können sich in Stühle und Tische verwandeln. Inspirationen zieht Chalayan aus Philosophie, Politik, Psychologie und Kunst, oder aber aus Themen wie kultureller Identität, Migration oder Klimawandel.

Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:

U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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More Deeply Superficial Objects, 2007/2008, Polystyrol, Harz-Kaltglasur, unterschiedliche Formate. Courtesy Galerie Franziska Kessler, Zürich

Frédéric Dedelley scheint mit viel Witz und leichter Hand die Tradition des Bauhauses in die Gegenwart zu übertragen. 1964 im schweizerischen Fribourg geboren, gründete er nach dem Studium in Lausanne und La Tour-de-Peilz am Genfer See 1995 sein eigenes Designbüro in Zürich. Dedelleys reduzierter Stil setzt auf klare Linien und Funktionalität, denen er eine Prise Ironie und einen Schuss Verspieltheit hinzufügt – geometrisch, jedoch mit runden Ecken, farbig, jedoch changierend. Ein wenig mag hier noch seine jugendliche Begeisterung für Memphis-Design anklingen. Seine Entwürfe wurden unter anderem von Classicon, Driade, Wogg, Burri und Dornbracht produziert. Seine erste Serie limitierter Möbelobjekte, der er ironisch den Namen »Deeply Superficial Objects« verlieh, wurde 2007 in der Galerie Franziska Kessler in Zürich gezeigt.

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