Gamper, Martino

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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A 100 Chairs in 100 Days, 2007, Rosso Nero (5. Januar 2006). Courtesy Nilufar Gallery, Mailand, Martino Gamper, London

Wahrscheinlich ist die Lehre als Schreiner Schuld daran, dass der 1971 in Meran (Italien) geborene Martino Gamper eine so große Liebe zu Ecken hat und so viel Gefallen an den Emotionen findet, die durch die Grenze, die ein rechter Winkel setzt, entstehen. Gamper interessiert sich für die psychosozialen Aspekte des Designs. Er beschäftigt sich mit ungenutzten Räumen und mit unerwünschten Objekten. Seine Umarbeitungen von Möbelentwürfen anderer Designer oder von Stücken, die er vom Müll gerettet hat, bilden eine zusammengewürfelte Objektfamilie, in der dennoch jedes Mitglied eindeutig ein »Gamper« ist. Hinter jedem von Gampers Stücken steckt eine Geschichte, die Material, Techniken, Menschen und Orte einbezieht. Das fertige Objekt ist eine Quintessenz aus dem allem. Martino Gamper studierte Skulptur und Produktdesign an der Akademie für Angewandte Künste in Wien und am Royal College of Art in London.

Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:

U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Gillick, Liam

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Multiplied Discussion Structure (Bench), 2007, pulverbeschichtetes Aluminiumrohr, drei Farbversionen, 41 x 245 x 61 cm. Courtesy Edition Schellmann Furniture, München

Der britische Künstler Liam Gillick (geboren 1964), der in diesem Jahr den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig bespielen wird, ist bekannt für seine farbigen, eleganten Raumkonstruktionen aus Plexiglas und Stahl. Zwischendecken, Raumteiler, Pinboards – seine Interventionen ähneln Designkonzepten á la De Stijl und Bauhaus. Gillick zeigt, was die Idee der Moderne übrig ließ: Fertigmodule, Stellwände, Büroboxen. Seine Arbeiten sind assoziativ aufeinander bezogen und wollen zum Dialog anregen – so dürfen sich Besucher seiner Ausstellungen auf, neben und unter den Modulen versammeln und diskutieren, konferieren, schwadronieren. Die Installationen, die perfekt in den Eingangsbereich von Firmenlobbys passen würden, visualisieren Gillicks Idee bisher ungeschriebener Romane, in denen weniger bekannte historische Figuren wie etwa Erasmus Darwin, der ältere Bruder von Charles, auftauchen und neue Möglichkeiten des Handelns innerhalb unserer Gesellschaft aufzeigen.

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Graham, Rodney

24.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
Standard Edition, 1988, rostfreier Stahl, Messing, Bü̈cher, 30,7 x 261 x 15 cm

Standard Edition, 1988, rostfreier Stahl, Messing, Bücher, Courtesy Sammlung Jörg Johnen, Berlin

Rodney Graham, geboren 1949 in Vancouver, arbeitet mit Installationen, Musik und Malerei – bevorzugt auch mit Film und Fotografie. In seinem Werk stecken humoristische, historische und psychologische Anspielungen, die Posen und Identitäten westlicher Kultur entlarven. Seine Arbeiten führen die Inszenierung von Ereignissen und Gegenständen oft so überdeutlich vor Augen, dass sie ins Absurde driften: Mit der tragikomischen Video-Endlosschleife »Vexation Island«, in der ein Pirat auf einer einsamen Insel von einer Kokosnuss getroffen wird, bespielte er 1997 den kanadischen Pavillon der Biennale in Venedig. Immer wieder setzt sich Graham mit den Theorien Sigmund Freuds über das Unbewusste auseinander. In seine Regalen, die an Donald Judds Minimal-Boxen erinnern, fügt er schon einmal Kinderbücher wie etwa »Dr. Seuss’ Sleep Book oder »If I ran the Circus« ein, mit denen er eine Brücke zu Freuds Traumdeutungen schlägt. (Text: Ingolf Kern)

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Grawunder, Johanna

07.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Splits, 2007, schwarzer Stahl/polierter Edelstahl, LEDs, Edition von 6. Courtesy Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Die Design-Laufbahn der 1961 im amerikanischen San Diego geborenen Architektin Johanna Grawunder begann, nach ihrem Studium an der California State University und ihrem Abschluss in Florenz, 1985 im Studio von Ettore Sottsass. Vier Jahre und zahlreiche große Designprojekte später wurde sie zum Partner bei Sottsass Associates ernannt, um im Jahr 2001 schließlich ihr eigenes Studio mit Niederlassungen in Mailand und San Francisco zu gründen. Neben ihren Design- und Architektur-Projekten setzte Johanna Grawunder schon früh den Schwerpunkt auf die Gestaltung von und mit Licht und produzierte limitierte Auflagen für verschiedene Galerien und Hersteller wie Flos, Boffi oder B&B.

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Grcic, Konstantin

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Missing Object, 2004, Struktur von 9 Elementen aus geöltem Eichenholz, 40 x 40 x 20 cm, Edition von 30. Courtesy Konstantin Grcic

Konstantin Grcic gilt als eigenwilliger Design-Minimalist. 1965 in München geboren, studierte er, nach einer Möbelschreinerausbildung am Parnham College, Design am Royal College of Art in London. Es folgte eine kurze Zeit als Assistent von Jasper Morrison und 1991 die Gründung des eigenen Designbüros (KGID) in München. Grcics Entwürfe sind am besten als minimalistisch, simpel oder gar karg zu beschreiben. Auf ironische und humorvolle Weise enthalten sie oftmals nur die allernotwendigste Struktur, um das darzustellen, was sie sein sollen. Konstantin Grcics Kunden gehören zum Who is Who der Designhersteller: Agape, Authentics, Driade, Flos, Muji, Moroso, Vitra, Plank oder Thonet sind nur einige von ihnen.

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Hadid, Zaha

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Iceberg, 2003, MDF lackiert, 208 x 268 x 200 cm, Edition von 6. Courtesy Sammlg. Anke Bornemann/Harald Seick, Designer's Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Zaha Hadid war die erste Frau, der die Ehre zuteil wurde, den Prizker-Preis, die höchste Auszeichnung in der Architektur, verliehen zu bekommen. Dabei gehört die 1950 in Bagdad geborene britische Architektin gar nicht zu den »Vielbauern« der Zunft. Aber Hadid ist ohne Zweifel eine der einflussreichsten Architekten unserer Zeit. All ihre Entwürfe – Gebäude, Möbel, Interiors, Gebrauchsgegenstände – zeichnen sich durch eine radikale Konsequenz aus. Geprägt durch ihr Studium an der Londoner Architectural Association (mit Lehrern und Kommilitonen wie Koolhaas, Libeskind, Alsop oder Tschumi) und von ihren Vorbildern, den russischen Suprematisten und Konstruktivisten Malewitsch und El Lissitzky, entwickelte sie eine starke eigene Handschrift – eine neo-modernistische Architektur mit multiplen Perspektiven und fragmentierter Geometrie. Wände, Decken, oben, unten, rechte Winkel: alles scheint bei ihr in Frage gestellt und zu einem, wie sie selbst sagt, »neuen Fluid, einer neuen Räumlichkeit« verschmolzen zu werden.

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Hatoum, Mona

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon

Paravent, 2008, Stahl, 211 x 302 x 5 cm, Edition von 3, Courtesy The Sander Collection

Paravent, 2008, Stahl, 211 x 302 x 5 cm, Edition von 3, Courtesy The Sander Collection

Mona Hatoums Skulpturen wirken wie surrealistische Metaphern für verdrängte Ängste. Es scheint, als habe sie Marcel Duchamps »Flaschentrockner« mit der schlichten Ästhetik der Minimal Art gekreuzt. Die Objekte der 1952 in Beirut geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin sind von einfacher Schönheit, doch voll brutaler Anspielungen. Es geht um Macht, Körper und Identität – Themen, die aus ihrer Studienzeit im London der 1970er-Jahre stammen. Heute schätzt man die erste international zu Renommé gelangte Künstlerin aus dem arabischen Raum für ihre mit scharfen Stahlschnüren bespannten Gitterbetten oder die unter Starkstrom gesetzte Wohnstube von der documenta 11. Hatoums Psycho-Skulpturen verweisen auf Entfremdung und Heimatlosigkeit, spielen mit dem Unbewussten und Unheimlichen durch eine einfache Verschiebung des Kontextes. (Text: Ingolf Kern)

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Kosuth, Joseph

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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One and Three Chairs, 1965, Stuhl und zwei Fotovergrößerungen, Maße variabel. Courtesy Sammlung Paul Maenz, Berlin

Joseph Kosuth gilt als Vater der Konzeptkunst. Mit seiner Arbeit »One and Three Chairs« von 1965 wird zum ersten Mal ein Gegenstand in seinen verschiedenen Erscheinungsformen untersucht – als wirkliches Sitzmöbel, als Foto desselben und als Eintrag in einem Wörterbuch. Der Zuschauer ist gefordert, das Objekt für sich zu definieren und die Bedeutung von Sprache zu erkennen. Kosuth, 1945 in Toledo (Ohio) geboren, gilt als strenger Analytiker, der das Verhältnis zwischen Begriff und Wirklichkeit immer wieder neu ausgeleuchtet hat. Geprägt von den philosophischen Schriften Wittgensteins oder Textpassagen Freuds, Becketts oder Foucaults hat Kosuth Bilder für die Sprache gefunden und damit Denkprozesse visualisiert. Sein Einfluss – auch auf nachfolgende Generationen – ist immens. (Text: Ingolf Kern)

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Kram/Weisshaar

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Breeding Table, 2003 - ongoing, Baustahl, lasergeschnitten und gebogen, chromverspiegelte Glasfläche, 80 x 160 x 74 cm. Courtesy KRAM/WEISSHAAR AB, Stockholm/München

Das Designbüro Kram/Weisshaar wurde 2002 von Reed Kram und Clemens Weisshaar gegründet. Weisshaar, 1977 in München geboren, studierte nach einer Ausbildung als Metallarbeiter Design am Londoner Central Saint Martins College, später am Royal College of Art. Anschließend arbeitete er drei Jahre als Assistent von Konstantin Grcic. Sein Partner, der 1971 geborene Amerikaner Reed Kram, studierte am MIT in Boston. Kram/Weisshaar erkunden in ihrer Arbeit neue Möglichkeiten der Integration von Technologie in den Entwurfs- und Produktionsprozess. Ihre »Breeding Tables« werden mithilfe eines Softwareprogramms entworfen.Die Struktur der Tische basiert auf Algorithmen, die jedem Modell dank komplexer Computertechnik zu einer veränderten Form verhelfen. Die perfekte Lösung, um den Wunsch nach einem Unikat zu erfüllen und trotzdem industriell zu produzieren. Kram/Weisshaar verlagern den Schöpfungsprozess des Designs in den Computer und negieren den herkömmlichen Begriff des Autors.

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Levy, Arik

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Rock mirror, 2005/2006, polierter Edelstahl, 87 x 102 x 9 cm. Courtesy Designer's Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Arik Levy ausschließlich einen Designer zu nennen, griffe zu kurz – er selbst beschreibt sich gerne als »viele Personen mit unterschiedlichen Interessen, aber einem gemeinsamen Gehirn«. Und die unterschiedlichen Personen des Arik Levy interessieren sich für Bühnenbilder, Ausstellungskonzepte, Lichtinstallationen und eben auch für Möbel. Levy, 1963 in Tel Aviv geboren, studierte Industriedesign in der Schweiz und unterrichtete an verschiedenen europäischen Designschulen. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Amerikaner Pippo Lionni, führt er seit 1997 das Studio »Ldesign« in Paris. Zu seinen Klienten zählen Swarovski, Renault, Hennessy, Vitra, E15, Christofle und Seiko.

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