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© Bruce Weber

© Bruce Weber

Der amerikanische Starfotograf Bruce Weber hat sich in der Vergangenheit nicht gerade einen Namen in der Schmuckfotografie gemacht. Trotz dieses scheinbaren Mankos produziert er für den traditionsreichen Juwelier aus Paris ein monumentales Fotobuch. Gefeiert wird mit dem Werk, das im Laufe des Jahres (genauer mag sich der Verlag teNeues nicht äußern) erscheinen soll, das hundertjährige Bestehen der Firma in den USA. Laut einem Bericht im W Magazine war Weber äußerst überrascht, als Pierre Rainero, der Chef von Cartier International, bei ihm anklopfte und ihm das Projekt antrug. Angesichts von Webers Hang zum modischen Understatement und der Abwesenheit funkelnder Juwelen in seinem Werk eine durchaus nachvollziehbare Reaktion. Aber in dem Buch werden eben nicht nur Edelsteine von Cartier zu sehen sein. Vielmehr soll darin die Verbundenheit der Firma mit ihrem Standort USA zum Ausdruck kommen, und mit deren Kultur kennt Weber sich aus.

Für das Projekt erhielt er uneingeschränkten Zugang zum Firmenarchiv und grub Film- und Bilddokumente sowie Geschichten über die Firma aus, etwa jene von einer gewissen Ms. Plant aus New York, die es Anfang des vorigen Jahrhunderts trotz ansehnlichen Reichtums nicht wagte, in der frisch gegründeten New Yorker Niederlassung von Cartier ein Perlenkollier im Wert von 1 Million US Dollar zu erwerben, bis Pierre Cartier, der Enkel des Firmengründers, es ihr im Tausch gegen eine Immobilie an der Ecke 635th Avenue und 23rd Street plus einen Hundertdollar-Schein anbot. Endlich erfüllte sie sich ihren Traum, und Cartier kam in den Besitz neuer Geschäftsräume, in denen die Firma heute noch residiert.

Oder jene Geschichte von dem Chansonnier Serge Gainsbourg, der als Kind jüdischer Eltern im nazideutsch besetzten Frankreich einen Judenstern tragen musste und sich später als Mahnung an diese Zeit ein Exemplar des Sterns aus unvergänglichem Platin fertigen ließ – von der Firma Cartier. Doch Weber hat nicht nur jede Menge Anekdoten und Porträts von prominenten Kunden in dem Buch versammelt, sondern auch in eigenen Fotos die Kreationen von Cartier in Szene gesetzt. Dabei ging es ihm darum, das “Spielzeughafte von Schmuck” zu zeigen, wie er dem W Magazine gesteht. Das Bild am Anfang des Artikels zeigt das Amethyst-Kollier von Daisy Fellowes, der legendären ersten Chefredakteurin von Harper’s Bazaar, als Zierrat zwischen Erdnussbutter und Frühstücksmarmelade.

Bruce Weber ist bekannt für seine Modefotografien für Calvin Klein, Gianni Versace oder Ralph Lauren. Seine Arbeiten erschienen in Vogue, GQ, Vanity Fair, Interview oder dem Rolling Stone. Bekannte Buchpublikationen von ihm sind die All-American-Bände 1–8, Gentle Giants, Branded Youth oder The Chop Suey Club. In der Ausstellung Radical Advertising im NRW-Forum waren seine verstörenden Bilder von Teenagern zu sehen, die er für Werbekampagnen von Calvin Klein anfertigte.

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The Ripper nach Jim Knight

The Ripper nach Jim Knight

Es gibt wohl keine Skateboardgrafik, die so bekannt ist – und so oft kopiert wurde – wie The Ripper. Der Totenschädel, der durch eine Stoffwand bricht, wurde 1978 von dem Grafiker Vernon Courtland Johnson (“VCJ”) für die Skateboardfirma Powell-Peralta entworfen und diente zunächst als Signet für deren legendäre Skateboardtruppe Bones Brigade. Schon bald stieg die seltsam freundlich anmutende Schädelzeichnung zum Symbol für die unkonforme Lebenshaltung unter Skateboardfahrern auf. Nach dem Zusammenbruch des Skateboardbooms Anfang der 1980-er Jahre erlangte sie im Untergrund immer weitere Verbreitung. Als dann die Skatefirmen ein paar Jahre später wiedererstarkten und in wahren Marketingschlachten auch Johnsons Ripper imitierten, wurde dieser endgültig zur einflussreichsten Grafik des Deck-Designs.

Das Jubiläum als Kopiervorlage nahmen die jüngst wiedervereinten Firmengründer George Powell und Stacey Peralta nun zum Anlass, 58 Skateboardkünstler und -grafiker um eine Interpretation des Rippers zu bitten. weiter »

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dergrossepreisDies ist ein Buch, das sozusagen aus dem Auge des Zyklons heraus geschrieben ist: Über die Krise von Kunst und Markt. Noch während uns die Finanzmisere durcheinanderwirbelt, geht Isabelle Graw in Der Große Preis dem komplexen Verhältnis zwischen Markt und Kunst auf den Grund. Mit dem Begriff der „Celebrity Culture“ enthüllt sie das wahre Gesicht eines Marktgeschehens, in dem das gesamte Leben erfolgreich veräußert wird.

Neben den Büchern von Georg Franck: “Ökonomie der Aufmerksamkeit” und “Mentaler Kapitalismus”, ein wirklich interessantes Werk mit einer neuen Betrachtungsweise zu den (gesellschaftlich bedingten) Veränderungen der Kunstwelt.

Isabelle Graw, geboren 1962, lebt als Kunstkritikerin in Berlin. 1990 gründete sie gemeinsam mit Stefan Germer die Zeitschrift “Texte zur Kunst”, deren Herausgeberin und Redakteurin sie seither ist. Erste Buchveröffentlichung: “Silberblick. Texte zu Kunst und Politik” (1999). Sie schreibt unter anderem für Wolkenkratzer Art Journal, Flash Art, Artis und artforum, außerdem verfasste sie Beiträge für zahlreiche Ausstellungskataloge. Derzeit ist sie Professorin für Kunsttheorie an der Städelschule Frankfurt.

Isabelle Graw, Der große Preis, 255 Seiten, mit Schwarz-Weiß-Abbildungen, kartoniert (TB), DuMont Verlag 2008, Euro 20,50

Zu bestellen z.B. bei der Buchhandlung Walther König

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