Vor lauter Mapplethorpe – wir freuen uns selber wahnsinnig auf die Eröffnung – bitte nicht vergessen: Seit dem 1. November 2009 für 101 Tage: Täglich ein Videoclip aus der Serie “Notebook” von John Wood und Paul Harrison. Auch als Podcast. Nur noch bis 9. Februar.
Das “Notizbuch” (Notebook, 2004) von John Wood und Paul Harrison besteht aus 101 kurzen Videos, die alle auf einem Tisch in einem Raum gefilmt wurden. Es bildet eine Art Lexikon, eine Sammlung aus bewegten 3D-Grafiken, die Momente und Ereignisse katalogisieren. Ein Glas wird erst dadurch sichtbar, dass es sich mit Flüssigkeit füllt, ein schwarzes Tablett wird weiß, weil Milch hineingegossen wird, ein Schredder verwandelt farbiges Papier in einen Vorhang, Š der ernsthafte Minimalismus eines Donald Judd paart sich hier mit dem skurrilem Humor von Fischli/Weiss. Absurdität Š ist wohl der beste Begriff, der diese kleinen Aktionen beschreibt. Formal ist an ihnen nichts auszusetzen, sie sind wunderschön komponiert und arrangiert. Erst der Föhn, der die Becher vom Tisch fegt, der Druckluft-Stoß, der den Tischtennisball in einen Becher befördert, löst die Ästhetik des Augenblicks auf. So wird durch Kunst unsere Welt erklärt. Und jede Erklärung lässt uns Betrachter mit neuen Rätseln zurück. Das NRW-Forum zeigt seit dem 1. November 2009 auf seiner Internet-Site an101 Tagen jeden Tag eines dieser 101 Videos und sammelt sie dann in einem digitalen Archiv, wo sie am Ende der Internet-Ausstellung in Gänze angeschaut werden können. (www.nrw-forum.de)
Unsere in den letzten Tagen entwickelte iPhone-App ist zur Zeit zur Prüfung und Freigabe bei Apple. Nach den neuesten Informationen soll dieser Prozess mittlerweile innerhalb weniger Tage abgeschlossen sein. Von daher bin ich optimistisch, dass die kostenlose iPhone-App bis zur Eröffnung unserer beiden Ausstellungen am Wochenende im iTunes Shop zum Download bereitstehen wird. Neben den allgemeinen Basisinformationen für Besucher (wie Öffnungszeiten und Eintrittspreise) gibt es dort Informationen zu den aktuell laufenden Ausstellungen und einen Locationguide „Around the NRW-Forum” mit Ausgeh- und Übernachtungstipps als Googlemaps-Anwendung. Ein aktueller Twitter-Feed ist ebenso integriert wie ein Flickr-Stream mit Fotos aus dem NRW-Forum. Für die aktuelle Mapplethorpe-Ausstellung wurde auch der Handy-AudioGuide zu 20 Exponaten in die iPhone-App integriert. Hörproben von diesen “Minihörspielen” gibt es hier.
Ich bin ja kein (!) Freund dieser ewigen Trennung zwischen Ruhrgebiet hier und Rheinland dort. Und so werfe ich die ganzen großartigen Kunstereignisse lieber in einen Pott. Am Wochenende wurde das neue Folkwang Museum in Essen eröffnet. Der 55 Millionen Euro teure Neubau, der komplett von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung finanziert wurde, ist seit gestern für die Öffentlichkeit zugänglich. Sogar eine eigene Führung für Facebook-Freunde hat schon stattgefunden. Der Architekt David Chipperfield – der wohl meistbeschäftigte Museums-Architekt im Moment – hat sechs Baukörper geschaffen, die durch begrünte Innenhöfe, viel Glas und Wandelhallen miteinander verbunden sind. Das, finde ich, ist ein schöner neuer Trend, dass Museen sich der Stadt öffnen. Das MoMA in NY hat’s vorgemacht. Ab März ist das Museum Folkwang dann voll bespielt und in der zweiten Jahreshälfte kommt eine wunderbare Impressionisten Ausstellung.
Und am Rhein: Da wartet vom 03. bis 07.02.2010 der Rundgang der Düsseldorf Kunstakademie – jener Akademie, der wir Joseph Beuys verdanken und Immendorf und Bernd und Hilla Becher und ihre Schüler wie Gursky, Struth, Ruff, Höfer und so fort. Der Rundgang ist die alljährliche Ausstellung der Studierenden der Kunstakademie Düsseldorf zum Abschluss eines jeden Wintersemesters. Hier kann man heute schon großartige junge Künstler erahnen und Kontakt zu den Studierenden aufnehmen.
In Düsseldorf weiterhin sehenswert: EatArt in der Kunsthalle Düsseldorf. Und in Köln sehr empfehlenswert: Franz West im Museum Ludwig.
Was sich nicht so lohnt – und das bestägigen auch Sammler, die selbst in dieser Ausstellung vertreten sind – ist die Ausstellung “Neugierig” in der Bundeskunsthalle in Bonn. Eine Ausstellung, die sich dem Engagement privater Sammler widmet: mit 145 Werke von 57 Künstlerinnen und Künstlern aus 15 privaten Sammlungen ein bisschen heterogen.
Bei Ruhr2010 kann man nur aufpassen wie ein Luchs, dass man kein besonderes Highlight verpasst. Und wenn Sie die Ruhr2010 und unser gesamtes Kulturland NRW mal Freunden und Verwandten und Bekannten empfehlen woll, dann schenken Sie denen doch mal die schöne kleine “Grand Tour Box” mit Tagestouren, 2-Tages-Touren und 3-Tagestouren. Gibt es unter www.grand-tour-2010.de.
Fast hätte ich’s vergessen: ab 6.2. im NRW-Forum die große Retrospektive von Robert Mapplethorpe.
Am Samstag, den 06.02.2010 schließt das NRW-Forum aufgrund einer Veranstaltung bereits um 15:00. Dafür hat das Haus am Montag, den 08.02.2010 von 11:00 bis 18:00 geöffnet.
Kulturspitzen: Riskantes Spiel mit dem NRW-Forum (Kommentar auf WELT online)
Ratsherr Friedrich Conzen (63) hat nun eine Idee auf die politische Agenda gesetzt, die in ihrer Absurdität kaum zu überbieten ist. Der CDU-Kulturpolitiker schlägt vor, das NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft, das ebenfalls im Ehrenhof untergebracht ist, aus seinen Räumen zu verbannen, um dort Bestände des Museum Kunstpalast unterzubringen. Dies würde dann der Stadt einen kostspieligen Neubau ersparen.
Das NRW-Forum ist aber kein Wurmfortsatz der Düsseldorfer Stadt-Kultur, den man so einfach von seinem angestammten Platz entfernen sollte. Es ist vielmehr ein hervorragend funktionierendes Aushängeschild der Landeshauptstadt. Kaum ein Museum in Nordrhein-Westfalen ist international so bekannt wie das Forum. Und darüber hinaus ist kaum ein Museum der Landeshauptstadt so beliebt.
Mit anspruchsvollen Ausstellungen über Mode, Fotografie, Design und Lifestyle, die Werner Lippert und Petra Wenzel im Auftrag von Land, Stadt und Messe entwickeln und durchführen, ziehen sie 100 000 Besucher pro Jahr an. Das besondere an den Besuchern des Forums ist dabei, dass es weniger die Generation von Friedrich Conzen ist, sondern dass sich hier die junge, vitale Szene trifft. Das ist die Klientel, die sich jedes Kulturinstitut wünscht.
Warum also sollte das Erfolgsmodell NRW-Forum einer fragwürdigen Erweiterung des Kunstpalastes Platz machen? Vielleicht, weil Lippert und Wenzel dem städtischen Kunstpalast zu viel Konkurrenz machen und viele städtische Museen mit ihrer Attraktivität schon längst abgehängt haben?
Ich sag dazu mal nichts.
Für alle Manga-Fans: Kaikai Kiki Kalender 2010 von Takashi Murakami zu gewinnen
Heute kam Post von Takashi Murakami und seinem Kaikai Kiki Shop, von dem wir für den NRW-Forum-Shop die schönsten Buttons und andere Gimmicks, wie Mousepads, beziehen. Er ist der japanische Kunstsuperstar überhaupt und entfaltet sich in überdimensionalen Skulpturen, großformatigen Gemälden und eben auch in seinem glitzernden “KaiKai Kiki Shop”.
Eine Handvoll Charaktere wie Murakamis Alter Ego DOB, die Mangafiguren “KaiKai” und “Kiki” oder der schüchtern-verliebte Pennäler “Inochi” mit dem Kartoffelkopf treffen in dieser bunten Parallelwelt auf ein überschaubares Repertoire an Motiven: Blumen, Kirschblüten oder (Atom)pilze, von denen wir immer einige in unserem Museums-Shop anbieten.
In der Post war auch der Kaikai Kiki Kalender 2010. Was soll ich damit machen? Ganz einfach: Wir verlosen ihn unter den nächsten 100 neuen Facebook-FreundInnen von mir. Denn jetzt sind es genau 963 und ich würde gerne an diesem Wochenende noch die 1000er-Grenze knacken. Also wenn ihr selbst noch nicht mit mir auf Facebook befreundet seid oder jemanden kennt, der diesen wunderschönen Mangakalender haben möchte, meldet Euch bei mir auf Facebook oder erzählt es weiter.
So ein Satz gilt für das NRW-Forum am Ehrenhof sicher nicht. Das Haus betreibe, so Günter, ein gelungenes Kultur-Marketing. Heißt: Man kennt sein Publikum, seine „Zielgruppe” ganz genau. Sie ist jung, progressiv, zahlungskräftig, grundsätzlich an Kultur interessiert. Das Angebot ist breit gefächert, zeigt mal Fotos aus afrikanischen Großstädten, aber auch mal Kunst auf hohen Hacken – die Schuhwerke von Manolo Blahnik. Der Museumsshop, der Internetauftritt (ganz cool in Türkis), die Art der Werbung (an Orten, wo sich die Szene trifft) – „das alles stimmt genau”, meint der Fachmann.
Lobende Worte für das NRW-Forum. Danke!
Neu in Düsseldorf: Public Viewing mit dem “Art & Fashion TV NRW-Forum”
Zur cpd und den Ordertagen ist Düsseldorf ab dem 5. Februar 2010 in Sachen Lifestyle und Mode das neue Trendzentrum. Zwischen Messehallen und 400 Showrooms finden in der Innenstadt und in den einzelnen Stadtteilen wie Flingern und Oberbilk zahlreiche Modepartys und Happenings statt. Bang & Olufsen im Benrather Karree und das NRW-Forum haben für den Modestandort Düsseldorf, die Messegäste und für die Einwohner Besonderes konzipiert: Das erste „Art & Fashion TV NRW-Forum“, powered by Bang & Olufsen im Benrather Karree.
Im Sinne eines Public Viewing können so alle Düsseldorfer, Passanten, Messegäste, Touristen und Vorbeifahrende vom 5.2. bis 8.2. einen exklusiven Kurzfilm über den Star-Fotografen Robert Mapplethorpe sehen. Seine Fotografien zeigt das NRW-Forum in einer Retrospektive vom 6.2. – 15.8.2010. Das Thema Kunst und Mode zieht viele Menschen in die Stadt, deshalb haben wir parallel zur Mapplethorpe Ausstellung diesen exklusiven Film für Bang & Olufsen produziert. Er soll noch mehr Lust auf Mode, Kunst und Düsseldorf machen und für jedermann zugängig sein
Ab dem 9.2. gibt es dann einen weiteren exklusiven Film bei Bang & Olufsen auf der Breite Straße zu sehen. Die beiden niederländischen Erfolgs-Designer Viktor & Rolf sind zum “Art and Fashion Dialogue” am 6. Februar 2010 zu Gast im NRW-Forum. Wir nutzen die Gelegenheit und drehen direkt einen kleinen Film, den wir Bang & Olufsen zum Public Viewing zur Verfügung stellen. Also schaut mal rein ins Benrather Karree!
“Kunstgegenwärtig” – unter diesem Titel startet die “Quadriennale 2010″ in eine neue Runde. Gestern-heute-morgen: Unter welchem Fokus stand die Kunst, die in den 60er, 70er und 80er Jahren das Geschehen in Düsseldorf, aber auch darüber hinaus bestimmte? Der Rückblick auf die reiche Kunstproduktion dieser Jahre – einer Zeit, in der Düsseldorf zu einem Zentrum der internationalen Kunstszene aufstieg und weit über die Landesgrenzen Einfluss auf das Kunstgeschehen nahm, ist Ausgangspunkt für weitere Fragestellungen, die in zahlreichen Ausstellungen untersucht werden. Welche Wirkung hat diese Kunst bis heute? Wie stellt sich die gegenwärtige Situation der Kunst in Düsseldorf und Umgebung dar? Und: Welchen Stellenwert wird die Gegenwartskunst in Düsseldorf auch in Zukunft haben? Mit dem reflektiven Blick “back to the roots” wird zugleich eine kritische Bestandsaufnahme und aktuelle Selbstverortung vorgenommen.
Kulturdezernent Hans-Georg Lohe zur thematischen Ausrichtung: “Im retrospektiven Blick eröffnet die Quadriennale 2010 ein breites Spektrum der Gegenwartskunst der letzten 50 Jahre – wobei die vielseitigen Wechselwirkungen und die internationale Strahlkraft der Düsseldorfer Kunst, die die verschiedenen Ausstellungen beleuchten, immer wieder neu überraschen.”
Das NRW-Forum wartet dazu mit einer Untersuchung der gegenseitigen Einflüsse der sogenannten “Becher-Schule” einerseits und den amerikanischen Tendenzen (mit Stephen Shore im Mittelpunkt) andererseits auf. Mehr Informationen unter: www.quadriennale.de
Das NRW-Forum Kultur und Wirtschaft ist eines der jüngsten Museen des Landes. Es wurde 1998 gegründet und residiert im historischen „Ehrenhof“ nahe des Rheins, in einem 1925/26 von Wilhelm Kreis errichteten baulichen Ensemble gemeinsam mit der Tonhalle und dem museum kunst palast. Das NRW-Forum besitzt keine Sammlung und ist auch kein Kunstmuseum klassischen Zuschnitts, sondern widmet sich den ästhetischen Zwischenbereichen von Kunst und Fotografie, Werbung und Mode, Video und Architektur. Häufig werden Themen gefunden, die in herkömmlichen Museen, seien es Kunst- oder Kulturgeschichtsmuseen, nicht zu finden wären; die Trennung von reiner und angewandter Kunst ist hier aufgehoben. So gab es Ausstellungen von Comics und revolutionären Werbestrategien („Radical Advertising“), zur Geschichte des Hochhausbaus, eine Retrospektive der britischen Modeschöpferin Vivienne Westwood und andere Catwalk-Schauen, von Grenzbereichen zwischen Design und Skulptur, aber auch klassische Fotoausstellungen von Albert Watson, Anton Corbijn oder Helmut Newton. 2009 wagte man ein Experiment, löste sich vom Museumsgebäude und zeigte die Videoausstellung „Notebook“ des Künstlerduos Wood/Harrison ausschließlich online – jeden Tag ein neuer Film, 101 Tage lang. Sämtliche Aktivitäten des NRW-Forums werden über eigene Einnahmen und Sponsoring finanziert; ein Trägerverein (Stadt und Messe Düsseldorf) stellt lediglich die Räumlichkeiten zur Verfügung.
Nur unsere Ausstellungen, die demnächst anstehen, müssten auch noch auf http://www.kulturkenner.de vorgestellt werden



