Auch im Fernsehen wird über unsere Mapplethorpe-Ausstellung berichtet. Hier zwei Beiträge des WDR, die in der Mediathek des Senders online betrachtet werden können.

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Motive, die polarisieren

Auf seinen Aktfotos sehen Menschen aus wie Skulpturen: Robert Mapplethorpe war einer der großen Fotokünstler des 20. Jahrhunderts. Viele seiner Bilder sind bis heute umstritten: Kunst oder Pornografie? Das NRW-Forum widmet Mapplethorpe eine große Ausstellung.

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Sexualität und Tod, Glamour und Gier

Von den Sexclubs des Underground führt seine Spur in die Salons der Milliardäre, zu den Tophits bei den Auktionen und in den Olymp der Kunstgeschichte: Robert Mapplethorpe. Ihm ist es zu verdanken, dass Fotografie ein ernst zu nehmendes Medium des Kunsthandels wurde. Sein exzessives Leben und sein früher Tod durch AIDS spiegeln den Zeitgeist und das Trauma des ausgehenden 20. Jahrhunderts wider. Das NRW-Forum in Düsseldorf würdigt nun sein außergewöhnliches Werk.

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Wildgewordenes Art Deco mit homosexuellem Thrill oder sachlich, brillant und handwerklich perfekt betriebene Körper- und Objekt-Fotografie? Man übersehe nicht die auf die Spitze getriebenen skulpturalen Manierismen in der Nachfolge der Neuen Sachlichkeit und der “straight photography” etwa eines Edward Weston – und den Aids-Mythos. Denn Robert Mapplethorpe, Kult-Fotograf der zur Zeit im Düsseldorfer NRW-Forum zu sehenden Werkschau, gehörte 1989, vergleichbar Keith Haring, zu den ersten Aids-Toten der amerikanischen Subkultur. Dass er zu Lebzeiten und noch lange danach in Amerika oftmals öffentlich geschmäht wurde, bleibt angesichts ganz anderer Abgründe der so genannten westlichen Zivilisation bemerkenswert.

Fotograf Helmut Newton äußerte einmal im Gespräch, dass er keinen “dreckigeren Begriff” kenne als “guter Geschmack”. Aber auch dies muss nichts heißen. Die Werbe-, Mode- und Lifestyle-Fotografie hat die Bilderflut seit dem Tod des 1946 geborenen US-Fotografen Mapplethorpe ordentlich anwachsen lassen, Hemmschwellen heruntergesetzt und das moralische, nicht minder qualitative Sensorium nivelliert, ohne dabei nicht auch Hochrangiges zurück zu lassen. Jede Zeit schafft sich ihren Akzeptanz-Kodex.

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Glück gehabt. Betritt man die Ausstellung mit den Werken Robert Mapplethorpes, blickt man zuerst auf zwei Aufnahmen, die jeweils einen Männerarm zeigen. Auf dem rechten Foto ist der Arm mit gestreiftem Hemdenstoff, auf dem linken Foto nur mit einem Nietenarmband bekleidet. Die Vermutung, die Kuratoren der Robert-Mapplethorpe-Schau im Düsseldorfer NRW-Forum würden schon im ersten Raum mit Fotos männlicher Geschlechtsteile provozieren wollen, verflüchtigt sich. Die beiden “anständigen” Selbstporträts des amerikanischen Künstlers sollen die Vorurteile, die eine breite Öffentlichkeit über das Werk des amerikanischen Künstlers hat, entschärfen: Mapplethorpe ist das nicht der Fotograf rauer Männerakte und großer Penisse?

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Rund 800 Besucher waren gestern im NRW Forum, um sich die Eröffnung der Fotoausstellung von Robert Mapplethorpe anzusehen. Die Bilder des 1989 verstorbenen Künstlers hatten in der Vergangenheit oft für Furore gesorgt. Rund 150 Fotografien von Robert Mapplethorpe sind ab sofort im NRW Forum zu sehen. Darunter Portraits, Aktfotografien und viele Motive mit eindeutig “sexueller und homoerotischer Natur”, wie es das Museum erklärt. Für die Düsseldorfer Ausstellung wurden zwei Bilder aus dem Gesamtwerk entfernt, da es sich um kinderpornographische Darstellungen handele, so Museumschef Werner Lippert. Die Ausstellung läuft noch bis August diesen Jahres. Der Eintritt ist erst ab 16 erlaubt.

06.02.2010 – 08:11

Schön war’s. Und heute geht es mit Viktor & Rolf weiter.

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Wer hat Angst vor Robert Mapplethorpe? Die Frage steht im Raum, denn niemand unter 16 Jahre darf alleine die Ausstellung des radikalen Fotokünstlers im NRW-Forum für Kultur und Wirtschaft besuchen.

Mapplethorpe: Umstrittene Fotokunst im NRW-Forum

Und das ist gut so. Denn unter den 150 Arbeiten des 1989 mit 42 Jahren an Aids gestorbenen Bad Boy der Fotografiegeschichte ist viel nackte Haut und unverhüllter Körper zu sehen, von Frauen wie von Männern in ungewohnt exzentrischen Posen.

Doch Angst ist unangebracht. Für Jugendliche werden Extraführungen angeboten, insbesondere für junge Besucher mit Migrationshintergrund. 16 Jahre ist Nana Sepehran alt, zuständig für die “Teen Tours”. “Ich bin keine Kunsthistorikerin”, sagt sie keck, “und ich habe einen ganz anderen Blickwinkel auf Kunst. Kunst gibt einem die tolle Möglichkeit, dem anstrengenden Alltag für ein paar Stunden zu entfliehen.”

Vielen Dank an Annette Bosetti für ihren ausgewogenen Bericht.

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„Viele Motive in Mapplethorpes Fotografien sind eindeutig sexueller und homoerotischer Natur und können Besucher, insbesondere Jugendliche, in ihren Empfindungen stören.“

  Werke von Robert Mapplethorpe. Foto: Monika Idems Foto: WNM

Mit diesen Worten warnt die Einladungskarte ihren Besitzer vor den Fotografien des Fotografen Robert Mapplethorpe, die ab Samstag in einer Retrospektive im Düsseldorfer NRW-Forum zu sehen sind. Und tatsächlich: Wem beim Anblick nackter – überwiegend männlicher – Genitalien unwohl wird, sollte wohl besser zu Hause bleiben. Wer damit keine Probleme hat und darüber hinaus die Werke von einem der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts aus nächster Nähe sehen möchte, sollte sich auf den Weg nach Düsseldorf machen.

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Sie strotzen vor Schönheit und locken mit perfektem Wuchs, sie spreizen ihre zarten Hüllen und zeigen schamlos ihre Reize. Lustvoll recken sie die feuchten Stängel, schieben ihre Zungen aus Schalen und Gefäßen und lauern stolz und schwellend auf unsere Blicke: Tulpen, Lilien, Iris, Orchideen oder Hyazinthen, wie sie Robert Mapplethorpe immer wieder fotografiert hat.

Mit solchen Motiven ließe sich problemlos auch zum Muttertag gratulieren, doch zu Mapplethorpe geht niemand wegen der Blumen, auch wenn sich eines der beiden Ausstellungsplakate mit einem Strauß Papageientulpen in botanischer Unschuld gibt. Das andere Motiv wagt etwas mehr und zeigt den nackten Rücken eines schwarzen Mannes, und in der Ausstellung erst gerät der Hinweis zum ernsten Verbot: Minderjährige haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt zu der Schau.

Die Maßnahme ist reine Prophylaxe, denn selbst in der Weltstadt London nahm die staatlich geförderte Hayward Gallery auf Anraten der Polizei schon mal drei Mapplethorpe-Fotos von der Wand, die durchaus als etwas problematisch einzustufen waren.

In Düsseldorf hat man keine Angst vorm schwarzen Mann und zeigt das Werk des amerikanischen Tabubrechers ohne Zensur: Bilder von überwältigender Schönheit, nicht nur die Blumen.

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Die „Cocks and Flowers” („Schwänze und Blumen”) sind allerdings nur ein Teil der umfassenden Schau – neben wunderbaren Porträts, die Isabella Rossellini wie eine Madonna und Donald Sutherland wie die Figur eines Brecht-Stücks zeigen. Und neben der einstigen Gefährtin Patti Smith erkennen wir einen Fotografen, der die Lust an der Inszenierung, am Rollenspiel ausgelebt hat, auch in den Selbstportraits: ein Mann, der sich in der coolen James-Dean-Pose genauso gefällt wie mit Pelz und falschen Wimpern. Zuletzt, erzählt sein Freund und Anwalt Michael Ward Stout, war Mapplethorpe einer der meistbeschäftigten Porträt-Fotografen New Yorks mit großem Studio. Ein Künstler, der den Menschen bis in die Pofalten schauen wollte, aber nicht ins Herz.

DerWesten bringt die Mapplethorpe-Ausstellung ganz groß – auch mit einer umfassenden Bilderstrecke

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Kurator Werner Lippert zeigt die Arbeiten im NRW-Forum vor weißen Wänden. Nüchtern wirkt das, unaufgeregt, gereiht und einem großen Werk verpflichtet.Dennoch bleiben die Fotografien von Robert Mapple-thorpe ein Gradmesser für Moral und Sitte, so anachronistisch dieses Wortpaar auch klingen mag. Zwei Fotografien mussten weichen, weil der Paragraph zur Kinderpornografie in Deutschland verschärft wurde. “Kinderschänder” im Internet lösten die Gesetzesinitiative aus. Die Gefahr, dass die Ausstellung mit dem Vorwurf der Pädophilie stigmatisiert werden könnte, wollte Kurator Lippert entgehen. Die Robert Mapplethorpe Foundation (New York), von der alle Bilder kommen, schickte Ersatz.

Schöner Artikel im Westfälischen Anzeiger

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Ihren Job setzen die Ausstellungsmacher Petra Wenzel und Werner Lippert kaum mehr aufs Spiel, wenn sie Mapplethorpe würdigen. Zu sehen sind ab Freitag alle Phasen seines künstlerischen Schaffens – auch nie oder kaum je gezeigte Arbeiten aus dem reichen Fundus der New Yorker Robert Mapplethorpe Foundation. Nicht auf fliederfarbenen oder lila getönten Wänden, sondern vor schneeweißem Hintergrund. Das ist bezeichnend für eine seriöse Auseinandersetzung, die nicht mit irreführenden spekulativen Erwartungen kokettiert.

Beim Wettbewerb um die originellste Headline werden die Ruhr Nachrichten nicht punkten. Aber ein freundlicher Bericht – wie eigentlich bisher alle.

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