The Year in Style – Fashion Bloggers Horn In on Elle and Vogue, schreibt die NY Times. Ein schöner Artikel, der so richtig gut zu unserer “Styleclicker”-Ausstellung und zu dem Fashion-Blog-Salon am Donnerstag passt. Wollte ich Ihnen nicht vorenthalten … verspreche aber, dass wir ab Montag wieder w-e-n-i-g-e-r posten werden.
“Es gab eine Zeit, da habe ich mich zu sicher gefühlt”
Am Samstag, den 24. Juli eröffnet im NRW Forum Düsseldorf die Ausstellung Styleclicker City – Menschen des 21. Jahrhunderts, die bisher größte Fashion Blogger Einzel-Ausstellung, die jemals präsentiert wurde. Bereits drei Tage vorher haben wir den Styleklicker Gunnar Hämmerle kurz nach seiner Ankunft in Düsseldorf getroffen und mit ihm ein Gespräch über Urheberrecht und Bloggen geführt.
Interview: Rosa Kalff, Katharina Herrmann, Foto: Lena Grossmüller
Mit „Styleclicker“ präsentiert das Düsseldorfer NRW-Forum vielleicht die erste Museumsausstellung mit einem Modeblogger der Welt. Wieso Blogging jetzt schon museumsreif ist, fragten wir Museumsleiter Werner Lippert.
Interview: Lisa Wagner und Mirjam Günther, Fotos: Lena Grossmüller
Modeblog museumsreif
Rechner an, Handy an, Blackberry an. Ständig auf Draht. Browserfenster auf. URL eingeben. Enter. Die Seite baut sich auf und wir sehen Bilder von Menschen aus Berlin, Paris, Malmö und anderen Metropolen. Das Phänomen Style-Blog boomt, in den letzten Jahren haben sich die Seiten der Mode-Weltenbummler rasant entwickelt. Eine Streetfashion-Blog hat es jetzt sogar ins Museum geschafft. Bilder aus Gunnar Hämmerles „Styleclicker“ sind ab sofort im NRW-Forum zu sehen. Doch wie fühlt sich der User eigentlich im Museum – so weit weg vom heimischen PC? Ist die Blog-Szene, ist Streetstyle jetzt schon reif fürs Museum? weiter »
Man möchte diesen Mann auf Anhieb duzen. Verlässlich, ehrlich, konsequent – so beschreibt er sich selbst. Sein Lieblingskleidungsstück: der Hut. Den er gerade trägt, ist nicht sein einziger. Hüte hat er ungefähr 30 bis 40 Stück. Als seine größte Schwäche bezeichnet Gunnar Hämmerle sein mangelndes Selbstbewusstsein. Doch das kommt einem nicht so vor, wenn man ihm gegenüber sitzt. An unterschiedlichen Menschen mag er, “wenn sie so sind wie sie sind”. Authentizität inspiriert ihn, genauso wie Bilder und gute Bücher.
Sartorialist vs. Styleclicker – Wer ist der coolere Blogger?
Kann man Birnen mit Äpfeln vergleichen? München mit New York? Zwei so unterschiedliche Streetstyle-Fotografen mit zwei so unterschiedlichen Ansätzen wie den Styleclicker und den Sartorialist. Der New Yorker Scott Schumann ist in Bezug auf die Besucherzahlen deutlich erfolgreicher: 250.000 Klicks hat sein Blog „The satorialist.blogspot.com“ an einem Tag. Der gelernte Schneider sagt Sätze wie: ,,Menschen so zu fotografieren, wie ich sie sehe, macht meinen Blog besonders.’’ Gunnar Hämmerle aka Styleclicker hingegen hat nur rund 10.000 Klicks an einem guten Tag und sagt: ,,Ich fotografiere die Menschen so, wie sie sind.’’
Die Unterschiede sind klar: Scott Schumann erhebt für sich den Anspruch, seine romantische Idee davon zu fotografieren, wie die Menschen sind. Die Looks sind eher klassisch. Nichts Ausgefallenes. Er fotografiert Momentaufnahmen. Das mache seinen Erfolg aus, sagt er. Gunnar Hämmerle hat einen anderen Anspruch: Die Menschen, die er fotografiert, sollen so sein, wie sie sind. Viele fragen, was sie machen sollen, während sie fotografiert werden. Seine Antwort: ,,Mach einfach nichts! Schau einfach in die Kamera!’’ Das ist authentisch. Sie befreien sich von allen anderen Gedanken, machen dadurch tatsächlich nichts und sind vollkommen sie selbst. Die einzige Vorgabe also: Persönlichkeit. weiter »
Große Schilder mit “Senso Unico”, “one way” und “Einbahnstraße” weisen den Weg in die aktuelle Ausstellung von Gunnar Hämmerle. Der Street-Blogger aus München hat das Obergeschoss des NRW-Forums in eine virtuelle Straße verwandelt: Über 1000 Bilder aus den vergangenen dreieinhalb Jahren werden in Lebensgröße auf die weißen Aufsteller projiziert.

Der Besucher wandert durch die virtuelle Straße und die Blicke bleiben immer wieder an den Menschen haften, die nach einigen Sekunden schnell durch ein neues Bild ersetzt werden. Hämmerle nennt August Sanders Bilderzyklus “Menschen des 20. Jahrhunderts” als eines seiner großen Vorbilder. August Sander fotografierte in den 20er und 30er Jahren Bäcker, Köche und Bauern, er fand sie in Köln und im Westerwald. Hämmerle ist heute in Städten wie Barcelona, Stockholm, Kopenhagen oder Tel Aviv unterwegs. Tokio und Reykjavik sind Städte, die ihm noch in seiner “Sammlung” fehlen. Die kommenden Tage ist er zu Gast in Düsseldorf, eine Stadt, die ihn wegen der Kunstakademie und zeitgenössischen Fotografen wie Gursky, Struth oder Ruff interessiert. Zwei Düsseldorfer Motive hat er erst in seiner Bildersammlung, einer davon ist Juwelier Georg Hornemann, wie Wolfgang Lippert in der Pressekonferenz erzählte. Heute ist Gunnar Hämmerle noch in Düsseldorf unterwegs, vielleicht läuft ihm dort noch das ein oder andere interessante Motiv vor die Linse…









