Im Gespräch mit Luca Gadjus | „Wir rannten, haben getanzt, sind gefallen …“
In unserem letzten Post haben wir schon darauf verlinkt, hier das Interview mit Luca Gadjus noch einmal vollständig, weil es so schön ist und weil Julia Christian von fashionlab es uns dankenswerteweise zur Verfügung gestellt hat:
Luca Gadjus ist Muse und Mutter. Ersteres von Karl, Letzteres von Gustav. Die gebürtige Hamburgerin zählt zu den meistgebuchten deutschen Models, unterschrieb mit 17 Jahren einen Prada-Exklusivvertrag und ist der Modebranche gegenüber so unaufgeregt, wie es sich Roger Willemsen von Heidi Klum wohl beim Nachtgebet wünscht. Keine Vermarktungsmaschinerie, fast keine öffentlichen Auftritte, nur ihr feenhaft entrücktes Gesicht mit den stahlblauen Augen auf Covern von Vogue oder Harper’s Bazaar, in Kampagnen von Hussein Chalayan oder Louis-Vuitton-Kampagnen oder auf dem Laufsteg bei Balenciaga, Alexander McQueen oder Chanel. Anlässlich der Ausstellung „Catwalks“ im NRW-Forum sprachen wir mit der 25-Jährigen über Mood-Whisperer, die spektakulärsten Laufstege und antike Masturbationsaccessoires. weiter »
Wirtschaftskrise als Tanzdrama – Alexander McQueens Frühjahr/Sommer-Schau 2004
Er gilt als Exzentriker und Bad Boy der Modewelt, die er oft genug mit seinen Catwalk-Schauen vor den Kopf gestoßen hat: der britische Designer Alexander McQueen. Seine frühen Kollektionen waren nach einhelliger Meinung untragbar, besaßen aber einen Schockmoment, vergleichbar jenem, mit dem Künstler wie Damien Hirst die Kunstszene der 1990er Jahre aufmischten: Er schickte seine Models mit zerfetzten Kleidern und Theaterblut beschmiert auf den Laufsteg oder ließ Reifenspuren auf die Stoffe drucken, aggressive, künstlerische Kommentare zu der Zeit, in der er lebt.
Doch in den letzten Jahren ist auch er zahmer geworden, freundlicher. Er habe sich darauf besonnen, sagt er in einem Interview gegenüber dem kanadischen Sender Fashion Television, dass seine Welt die Mode sei, und die müsse nun einmal geliebt, müsse poetisch sein. Das zeigen seine Entwürfe der letzen Jahre deutlich, doch die Schauen sind nicht weniger spektakulär und in Ihren Aussagen eher noch komplexer geworden: weiter »
Spiegel schauen dich an: “Audience” von Random International

© 2008 rAndom International
“Audience” nennt die Designgruppe Random International ihre Installation seltsamer Spiegelwesen, die auf der vor gut zwei Wochen zu Ende gegangenen Design Miami Basel ausgestellt wurde. Die beweglich an Standfüßen befestigten Spiegel in der Größe eines menschlichen Kopfes werden durch Sensoren gesteuert und richten sich auf das Gesicht von Personen aus, die in den Erfassungsbereich der Signalmesser treten. Sobald die Spiegelwesen das “Interesse” an dem Neuankömmling verlieren, wenden Sie sich wieder ab und drehen sich einander zu. Läuft man schnell vor den Wesen auf und ab, erhält man den Eindruck, über einen Catwalk zu laufen, doch im Publikum sieht man – nur sich selbst.
Hier ein wunderschönes Video:
Royal Opera House: Audience. from rAndom International on Vimeo.
Aber nicht nur der Kunst-, auch der Modewelt ist ein solch reflektierter Umgang mit Spiegeln geläufig: Alexander McQueen zum Beispiel konfrontierte im Jahr 2001 die Besucher seiner Frühjahr-Sommer-Modenschau “Voss” mit ihrem eigenen Konterfei, indem er einen verspiegelten Kasten auf den Laufsteg stellte und so im Publikum ein intensives, paranoides Selbstbewusstsein erzeugte. Welche Rolle spielen in dieser Inszenierung die Mode und der Laufsteg? Stiften sie Indentität oder verwirren sie sie?
Hier ein Video von McQueens “Voss”-Show:



