
Untitled (Daybed Coffin), 1989, Holz, Mies van der Rohe Liege »Barcelona«, 176,2 x 257,8 x 208,6 cm, Collection Fond régional d'art contemporain Bretagne
Mit dem Versuch, Alltagsobjekte als schillernde Ware zu präsentieren, wurde der Künstler Haim Steinbach bekannt. 1944 in Israel geboren, ging er nach dem Studium nach New York, um aus Staubsaugern, Sportbällen und Spielzeugbaggern Ausstellungsstücke zu machen. Steinbach bezieht sich in seinen Kompositionen bewusst auf Pop- und der Minimal Art, seine Arbeiten selber sind eher der Appropriation Art zuzurechnen. Sein Ziel ist es, den Betrachter als Konsumenten anzusprechen und »eine Reihe bedingter Reflexe« in ihm auszulösen. Dem Künstler, der bereits zweimal auf der documenta vertreten war und auch auf der Biennale in Venedig ausstellte, geht es in seinen anspielungsreichen Alltagsgegenständen um Fragen von Begierde, Besitz und Befriedigung. (Text: Ingolf Kern)
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

Installationsansicht der Ausstellung RICHARD PRINCE, 23. Oktober–29. November 2008 in der Galerie Patrick Seguin, Paris. Courtesy Gagosian Gallery, New York
Richard Prince (geboren 1949) ist der Vater der »Appropriation Art«. Die Idee, vorgefundenes Bildmaterial in neue Kontexte einzubetten, kam ihm während seines Jobs bei »Time-Life« in New York, wo er gedruckte Beiträge archivierte. Dabei sammelte er die Werbeseiten, fotografierte sie ab – und etablierte eine Methode, die für seine und die nachfolgende Künstlergeneration von wesentlicher Bedeutung war: Die Kunst des Sich-Aneignens – »Appropriation Art«. Die Wurzeln hierfür liegen im Beginn des 20. Jahrhunderts, als Marcel Duchamp das »Ready-made« erfand. Prince geht es allerdings um mehr als die Frage nach Originalität: Mit seinen Reproduktionen – Cowboys aus der Marlboro-Reklame, Autogrammkarten von Hollywood-Sternchen, auf Leinwand gebannte Thekenwitze – nimmt er die Oberflächlichkeit des amerikanischen Traums, den Stumpfsinn des Durchschnittskonsumenten und die Fragwürdigkeit des Freiheitsmythos’ ins Visier. Seine Möbelentwürfe rekurrieren auf seine eigene Sammlung von Büchern und Heftchen und auf seine jüngsten Bild-Motive: Krankenschwestern. (Text: Ingolf Kern)
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

