Spiegel schauen dich an: “Audience” von Random International

© 2008 rAndom International
“Audience” nennt die Designgruppe Random International ihre Installation seltsamer Spiegelwesen, die auf der vor gut zwei Wochen zu Ende gegangenen Design Miami Basel ausgestellt wurde. Die beweglich an Standfüßen befestigten Spiegel in der Größe eines menschlichen Kopfes werden durch Sensoren gesteuert und richten sich auf das Gesicht von Personen aus, die in den Erfassungsbereich der Signalmesser treten. Sobald die Spiegelwesen das “Interesse” an dem Neuankömmling verlieren, wenden Sie sich wieder ab und drehen sich einander zu. Läuft man schnell vor den Wesen auf und ab, erhält man den Eindruck, über einen Catwalk zu laufen, doch im Publikum sieht man – nur sich selbst.
Hier ein wunderschönes Video:
Royal Opera House: Audience. from rAndom International on Vimeo.
Aber nicht nur der Kunst-, auch der Modewelt ist ein solch reflektierter Umgang mit Spiegeln geläufig: Alexander McQueen zum Beispiel konfrontierte im Jahr 2001 die Besucher seiner Frühjahr-Sommer-Modenschau “Voss” mit ihrem eigenen Konterfei, indem er einen verspiegelten Kasten auf den Laufsteg stellte und so im Publikum ein intensives, paranoides Selbstbewusstsein erzeugte. Welche Rolle spielen in dieser Inszenierung die Mode und der Laufsteg? Stiften sie Indentität oder verwirren sie sie?
Hier ein Video von McQueens “Voss”-Show:
Vivienne Westwood lässt sich von ihrem Gärtner inspirieren
In einem unserer letzten Posts berichteten wir von dem fruchtbaren Verhältnis zwischen Arbeitsmode und Haute Couture. Anschauungsunterricht dazu gab es vor einigen Tagen bei der Vorstellung der neuen Frühjahrskollektion von Vivienne Westwood. Die englische Modedesignerin hat sich bei ihren Entwürfen angeblich von einem Foto ihres Gärtners in Arbeitskluft inspirieren lassen. In der Presseerklärung hieß es dazu: “Adapting the sturdy and utilitarian details of his work clothes, the season’s collection is a mix of casual elegance and masculine utility”.

