“Fellini der Catwalkshows” – Alexandre de Betak im Gespräch mit Alix Browne

Alexandre de Betak © Kai von Ahlefeld
Originalität und Spektakel prägten seine Handschrift schon bevor er 1993 sein Bureau Betak im eigenen Wohnzimmer gründete. Seither allerdings arbeitet der gebürtige Pariser Alexandre de Betak als Catwalkregisseur für die führenden Modehäuser der Welt, von Dior bis Vuitton. Er lässt Models durch eine Falltür verschwinden – für Hussein Chalayan. Oder erschafft einen ganzen Wald, mit rieselndem Schnee – für den amerikanischen Designer John Bartlett. Viktor & Rolf rufen ihn, wenn sie eine perfekt im Cabaret-Stil choreografierte Show mit Steptänzern wünschen. Und für John Galliano inszeniert er märchenhafte Bilderwelten. Nicht umsonst wurde er mit seinen Fünfzehn-Minuten-Modeschauen in der internationalen Presse auch als der »Fellini der Mode« bekannt.
Für unsere Ausstellung Catwalks entwickelte Alexandre de Betak das Kreativdesign. Aus diesem Anlass hat sich Alix Browne, Modebloggerin der New York Times und Mitgründerin der Zeitschrift Visionaire, mit ihm unterhalten. In dem Gespräch erzählt er, wie er zum Showproducer wurde, wie sehr ihn unlösbar erscheinende Aufgaben inspirieren und verrät, warum er sich noch keine seiner eigenen Schauen angesehen hat. weiter »
Per Handy zu den Top-Locations Düsseldorfs – unser neuer Locationfinder mit coolen Tipps von Peter Lindberg

Rechtzeitig zum Beginn der Ausstellung »Catwalks« hat das NRW-Forum Düsseldorf zusammen mit rp-online einen Locationfinder für Handys realisiert, zu finden auf www.nrw-forum.de/mobile.
Mit dem Locationfinder wollen wir auswärtigen Besuchern Düsseldorf als Metropole mit überraschenden Angeboten darstellen, denn: Düsseldorf ist nicht nur KÖ, sondern auch Flingern, und so findet man bei der Suche auf dem eigenen Handy neben der »Bar 59« auf der Königsallee eben auch das »Architektur und Esskultur« auf der Ackerstraße, neben dem »Muji« in der Kö-Galerie auch das »Suburbia« in der Dorotheenstraße und neben dem Japanischen Garten im Nordpark als besonderem Kleinod der Landeshauptstadt eben auch die »Skylounge« auf dem Parkdeck des Kaufhofs am Werhahn.

Peter Lindbergh suchte die Top-Locations für den Locationfinder des NRW-Forum aus.
Bei der Auswahl verließen wir uns aber nicht nur auf den eigenen Geschmack, sondern holten uns einen prominenten Ratgeber: Peter Lindbergh. Der berühmte Modefotograf machte nicht nur seine Fotografen-Lehre in Düsseldorf und hatte lange ein Studio in der Worringerstraße, sondern er besucht auch heute noch und immer wieder gerne Düsseldorf. Und Zuhause, so sagt Lindbergh, fühlt er sich eben auch in Düsseldorf. weiter »
Catwalks – Ein Tag in Mailand mit Christiane Arp
Hektisch geht es zu, wenn man zusammen mit Christiane Arp (Vogue Deutschland) durch Mailand hetzt und dabei Schritt halten will. Wir treffen Star-Designer wie Giorgio Armani, den wir backstage bei seinen letzten Vorbereitungen zur großen Show begleiten dürfen. Jagen in edler Limousine durch das Mailänder Verkehrs-Chaos, immer mit der Frage, ob die Show pünklich beginnt und wir es schaffen werden? Hingerissen zwischen Glamour, Schweiß und Dauerlauf gehen wir zusammen auf eine unvergessliche Reise mit Christiane Arp. Danke!
Dieser Film entstand für die Ausstellung CATWALKS im NRW-Forum in Düsseldorf.
26.07. – 01.11.2009
Ein Film von Ralph Goertz
Produktion: IKS
iks-medienarchiv.de
nrw.forum
Weitere Videos unter vimeo.com/nrwforum.
Im Gespräch mit Luca Gadjus | „Wir rannten, haben getanzt, sind gefallen …“
In unserem letzten Post haben wir schon darauf verlinkt, hier das Interview mit Luca Gadjus noch einmal vollständig, weil es so schön ist und weil Julia Christian von fashionlab es uns dankenswerteweise zur Verfügung gestellt hat:
Luca Gadjus ist Muse und Mutter. Ersteres von Karl, Letzteres von Gustav. Die gebürtige Hamburgerin zählt zu den meistgebuchten deutschen Models, unterschrieb mit 17 Jahren einen Prada-Exklusivvertrag und ist der Modebranche gegenüber so unaufgeregt, wie es sich Roger Willemsen von Heidi Klum wohl beim Nachtgebet wünscht. Keine Vermarktungsmaschinerie, fast keine öffentlichen Auftritte, nur ihr feenhaft entrücktes Gesicht mit den stahlblauen Augen auf Covern von Vogue oder Harper’s Bazaar, in Kampagnen von Hussein Chalayan oder Louis-Vuitton-Kampagnen oder auf dem Laufsteg bei Balenciaga, Alexander McQueen oder Chanel. Anlässlich der Ausstellung „Catwalks“ im NRW-Forum sprachen wir mit der 25-Jährigen über Mood-Whisperer, die spektakulärsten Laufstege und antike Masturbationsaccessoires. weiter »
Wirtschaftskrise als Tanzdrama – Alexander McQueens Frühjahr/Sommer-Schau 2004
Er gilt als Exzentriker und Bad Boy der Modewelt, die er oft genug mit seinen Catwalk-Schauen vor den Kopf gestoßen hat: der britische Designer Alexander McQueen. Seine frühen Kollektionen waren nach einhelliger Meinung untragbar, besaßen aber einen Schockmoment, vergleichbar jenem, mit dem Künstler wie Damien Hirst die Kunstszene der 1990er Jahre aufmischten: Er schickte seine Models mit zerfetzten Kleidern und Theaterblut beschmiert auf den Laufsteg oder ließ Reifenspuren auf die Stoffe drucken, aggressive, künstlerische Kommentare zu der Zeit, in der er lebt.
Doch in den letzten Jahren ist auch er zahmer geworden, freundlicher. Er habe sich darauf besonnen, sagt er in einem Interview gegenüber dem kanadischen Sender Fashion Television, dass seine Welt die Mode sei, und die müsse nun einmal geliebt, müsse poetisch sein. Das zeigen seine Entwürfe der letzen Jahre deutlich, doch die Schauen sind nicht weniger spektakulär und in Ihren Aussagen eher noch komplexer geworden: weiter »
Erfinder auf dem Catwalk – Moritz Waldemeyer im Gespräch mit twoforfashion
Hussein Chalayan ist ein Modedesigner, der für seine hochexperimentellen Entwürfe neueste Techniken einsetzt und seine Modenschauen nicht zuletzt dadurch zu wahren (Licht-)Spektakeln werden lässt. Die Erfindungen, die nötig sind, um Videoprojektionen (für “Airborne” 2007) oder Laser (für “Readings” von 2008) in Kleidungsstücke zu integrieren, macht er aber nicht selbst. Der Kopf dahinter ist der österreichische Lichtdesigner Moritz Waldemeyer, der neben Chalayan auch schon Bono von U2 oder die schwedische Rockband “OK Go” mit grandiosem Lichtwerk ausgestattet hat. Kathrin von twoforfashion hat mit dem österreichischen Designer gesprochen und ihm ein paar Fragen zur Entwicklung seiner bühnentauglichen Laser- und Videokleider gestellt.
Weitere Bilder nach dem Sprung: weiter »
Common People – Streetstyle auf dem Catwalk
Von der Straße direkt auf den Catwalk? Meist nimmt die Mode ja eher den entgegengesetzten Weg. Designer zeigen, wie jüngst auf der Berliner Fashion Week (eine famose Dokumentation dazu auf twoforfashion), ihre Kollektionen, die dann erst umjubelt in den Medien, dann getragen im öffentlichen Raum Verbreitung finden. Aber zu Zeiten der Streetsyle-Blogs verläuft die Inspiration eben auch von “unten” nach “oben”. weiter »
Interview mit Scott Schuman auf fashionlab
Er gilt als Vater aller Fashionblogs: Scott Schuman schloss im Jahr 2005 nach 15 Jahren in der Mode-Industrie seinen eigenen Showroom und widmet sich seitdem der Streetstyle-Fotografie. Mit seinem Blog “The Sartorialist” hat er die Regeln der Fashionwelt auf den Kopf gestellt: Als Dokumentare einer Modeavantgarde, die sich den eigenen Look nicht mehr diktieren lässt, sondern ihn im Kombinieren von Accessoires und Einzelstücken täglich neu erfindet, wurden Shuman und seine Nachfolger zu den eigentlichen Stilbildnern der Gegenwart.
Das Videointerview mit ihm auf fashionlab zeigt ihn auf Motivsuche in Berlin anlässlich der dortigen Fashionweek und im Gespräch über seinen immer am kreativen Detail ausgerichteten Blick.
Die Straße – der größte Catwalk der Welt

Foto: Katja Hentschel
Einst waren es ausschließlich die großen Modezeitschriften, die Trends aufspürten, oder besser: sie verkündeten. Mit Streetstyle- und Modeblogs scheinen sich die Verhältnisse demokratisiert zu haben. Der Style geschieht auf der Straße, und es sind die Modeblogger, die ihn zeigen und übers Internet verbreiten. Die bekannteren unter ihnen wie The Sartorialist, Glamcanyon oder Facehunter sind mittlerweile feste Größen im Geschäft, sitzen selber in den Frontrows der Catwalk-Shows und liefern den Designern durch ihre Bilder von der Straße, dem größten Catwalk der Welt, neue Inspiration. So erlauben ihre täglichen Impressionen vielleicht auch einen Blick auf zukünftige Entwicklungen in der feinen Couture.
Nokia, der Kooperationspartner unserer Ausstellung Catwalks, hat im Rahmen dieser Zusammenarbeit einige der stilbildenden Streetstyle-Fotografen dafür gewinnen können, den Look in ihrer jeweiligen Umgebung exklusiv für Catwalks festzuhalten. Die Ergebnisse werden während der Ausstellung im Café des NRW-Forum gezeigt.
Ein sehr schönes Interview mit Katja Hentschel, einer der kooperierenden Modebloggerinnen, gibt es auf dem auch sonst sehr lesenswerten Fashionblog des Handyherstellers. Die Betreiberin des Streetstyleblogs Glamcanyon spricht darin über die Kunstform des Streetstyle-Fotos und den Einfluss einer Kreativität der Straße auf die Entwürfe der großen Designer.
Nach dem Sprung gibt es weitere Bilder: weiter »
Catwalks – die spektakulärsten Modenschauen

2005 feierte das Haus Dior seinen 100 Geburtstag mit einer so opulenten wie spektakulären Modenschau. © Dior
Der Begriff des Spektakels fällt schnell, wenn man heute über Mode spricht. Auf den weltweit abgehaltenen Fashion Weeks überbieten sich Halbjahr für Halbjahr die Top-Designer mit der Inszenierung ihrer Kreationen. Immer selbstverständlicher steht dabei nicht mehr die Mode selbst im Mittelpunkt, sondern deren Darstellung auf dem Laufsteg. Ob Alexander McQueens dramatische Inszenierungen, die grandiose Märchenwelt zu Diors Jubiläum, Dries van Notens festlich gedeckter Dinner-Table als Laufsteg oder John Gallianos künstlicher Schneesturm: Durch Bühnenzauber werden die Affekte der Zuschauer verstärkt und Kleidsames erlangt die Aura des Einmaligen.
Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass Mode schon seit jeher mit dem Spektakel auf der Bühne verknüpft war, zunächst an den europäischen Adelshöfen, dann auch an einem zentralen Schauplatz bürgerlicher Selbstdarstellung, den Theatersälen des 19. Jahrhunderts. Mode also als ein Inbegriff des Spektakulären: das wollen wir ab Ende Juli in unserer Ausstellung Catwalks erfahrbar machen. In 3-D-Videoprojektionen werden wir die im Wortsinne spektakulärsten Modenschauen der vergangenen Jahre in Szene setzen und den Besucher zu einem Teil des “Théâtre de la Mode” werden lassen.


