Skate Study Houses – Designklassiker aus Skateboarddecks

Stax, Skate Study Houses, 2008
Stuhl erkannt? Ganz recht, es ist nicht nur das edle Walnussfurnier, dass einen bei diesem Entwurf des Designers Gil Le Bon De LaPointe an Möbel von Charles Eames denken lässt. Zusammen mit seinem Kompagnon Pierre Andre Senizergues hat De LaPointe den ikonischen Lounge Chair Wood des großen Designers nachempfunden. Und zwar mithilfe von Skateboarddecks.
Die Konzeptmöbellinie mit dem (lustig) klingenden Namen Skate Study Houses wurde 2008 erstmals vorgestellt. Die Referenz im Namen ist Programm: Wie in der Serie von Musterhäusern, die zwischen 1945 und 1966 im Großraum von Los Angeles durch einige der bekanntesten Architekten und Designer jener Zeit verwirklicht wurde, setzt man bei den Möbeln auf die klaren Formen der kalifornischen Nachkriegsmoderne – und verknüpft das Ganze mit den Wurzeln der designaffinen Skateboardkultur.
Und da es heute im Design um Nachhaltigkeit geht, werden die neuesten Entwürfe von De LaPointe aus Abfall hergestellt: Die Verschnittreste aus der Skatboardproduktion lassen sich hervorragend zu Regalen stapeln und zu Tischen kombinieren. Und das Schöne daran: Jedes Stück ist ein Original:

Cobble Chair, Skate Study Houses, 2009
Weitere Bilder nach dem Sprung:
Bailgun Magazine: “Edeanna Templeton – Meet the hermaphrodit”
In der aktuellen Ausgabe des Bailgun Magazins findet sich ein Artikel zur Ausstellung von Deanna Templeton, die vom 04.04. bis 10.05.2009 im NRW-Forum zu sehen war:
Lass mich deinen Namen in meine Wade stechen – Tätowiertes Artwork von Ed Templeton

Foto: Lars Wöhning
Nicht nur Deanna Templeton, auch ihr Mann Ed war auf der Ausstellungseröffnung zu “Scratch my name on your arm” am 3. April eine begehrte Person. Eine Gruppe von Skateboardern, die aus dem Ruhrgebiet angereist waren, ließ es sich nicht nehmen, sich von Streetstyle-Legende Ed ein Autogramm geben zu lassen, samt Jabba-the-Hood-Artwork – und das Ganze passend zum Anlass direkt mit Edding auf die Haut. Währenddessen hielt Deanna trotz gebrochenem Arm mit ihrer Kamera drauf (weitere Bilder davon auf unserem Flickr-Stream).
Wenn man sich die Gesichtszüge von Ed Templeton so anschaute, war nicht ganz klar, ob er den Troubel genoss. “Jungs, ich werde euch zwar nicht die Tour vermasseln, aber wisst ihr wirklich, was ihr da tut?”, murmelte er einmal zur Seite gewandt. Was war geschehen? Ed Templeton enthüllt es auf seinem Blog:
A young man approached me and lifted his pant-leg to reveal no less than 3 tattoos of Toy Machine related artwork.
Then asked me to draw on his leg with my worn out sharpie, so he could tattoo over it the next day.
This always stresses me out because this will be with the person for life – and it all rests on what I do right there. If I make a sub-standard drawing, then they have a sub standard tattoo I guess. I always advise against it, but I can’t stop them, it’s their body.
Wie man uns kürzlich mitteilte, ist das Werk des Tätowierers nun vollendet und der Name von Ed Templeton samt (akkurater) Zeichnung in die Wade geritzt. Ein leicht verwackeltes Handy-Foto davon gibt es nach dem Sprung.
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Im amerikanischen Sprachgebrauch versteht man unter einem „Maverick“ einen Freigeist, jemanden, der gegen den Strom schwimmt und seinen eigenen Kopf hat. Schaut man sich die Herkunft des Begriffes an, entdeckt man Erstaunliches: Er geht zurück auf den texanischen Viehzüchter Samuel Augustus Maverick (1803–1870) und ist eng verknüpft mit der Geschichte des Brandings. Zu einer Zeit, als in den Schlachthöfen von Chicago erfahrene Einkäufer die Qualität des Fleisches an den Brandzeichen der Rinder ablasen, entschloss sich Maverick, seine Tiere als einzige nicht mit einem Brandzeichen zu versehen, und machte sie dadurch umso besser erkennbar. Der Freigeist in der amerikanischen Kultur wurde offenbar aus der Idee geboren, Branding durch Nichtbranding zu betreiben.
Diese und andere denkwürdige Episoden aus der Geschichte der Markenzeichen finden sich in einem lesenswerten Überblicksartikel des Unternehmensberaters Steven Kroeter auf designobserver.com, dem Blog des renommierten Designkritikers und Gründers der Zeitschrift Eye Magazine, Rick Poynor. Für alle, die sich einen ersten Überblick zu dem Thema verschaffen wollen, eine empfehlenswerte Lektüre.
Darf’s ein bisschen mehr Branding sein, bitte.

Szene aus EastEnders © Adam Pensotti/BBC
In der britischen BBC herrscht für Fernsehserien Logo-Verbot, kein Product Placement, keine Brands: jedes Markenzeichen muss sorgfältig verdeckt oder unkenntlich gemacht sein, wenn es ins Bild gerät. Der Filmstill aus der Serie “EastEnders” wirkt in seiner diesbezüglichen Aufgeräumtheit gespenstisch, besonders wenn man noch die Fotos aus Deanna Templetons Ausstellung bei uns im NRW-Forum vor Augen hat. Umso interessanter ist ein Blog-Beitrag auf der Webseite des Guardian, in dem darüber nachgedacht wird, ob nicht vielleicht bitte ein klein wenig mehr Branding die Abendunterhaltung realistischer und dadurch etwas würziger machen würde. Die Diskussion wird nun auch in der britischen Öffentlichkeit geführt. Branding als Mittel gegen Langeweile: da haben südkalifornische Teenager eindeutig die Nase vorn.

© Deanna Templeton
“TATTOOS EINER NEUEN GENERATION”
Das Art-Magazin schreibt heute über die Ausstellung “Scratch My Name on Your Arm” von Deanna Templeton:
Die Ausstellung im NRW-Forum Düsseldorf taucht in die kalifornische Skaterkultur und deren ganz eigenen Körperkult ein (…) Templetons Schwarzweißfotografien erlauben einen intimen Blick auf die Jungen und Mädchen, die die Namen ihrer Skater-Idole und Logos bekannter Marken auf ihrer eigenen Haut zur Schau tragen.
Zu dem Artikel geht es hier.
Deanna Templeton, deren Fotos vom 04.04. – 10.05.2009 im NRW-Forum ausgestellt werden, hat sich gestern beim Rollerskaten mit ihrer Nichte das Handgelenk gebrochen – wir wünschen von hier aus eine schnelle Heilung!

Deanna Templetons Armbruch, Foto: Ed Templeton

Deanna Templetons Armbruch, Foto: Ed Templeton
Back to the roots: Die Immobilienkrise macht’s möglich
Leere Swimmingpools standen am Anfang der Skateboardkultur. Die Z-Boys aus Dogtown, einem Stadtviertel von Venice Beach, legten in den 1970-ern mit ihrem Pool Riding die Grundlage für das Fahren in der Halfpipe und prägten damit lange Zeit das Gesicht des Rollbrettsports. Im Zuge der US-amerikanischen Immobilienkrise haben die Fahrer nun wieder vemehrt Gelegenheit, zu den Wurzeln ihres Sports zurückzukehren, wie dieser Clip über Poolrider aus Fresno belegt.
Rip the Ripper – Die Ikone des Skateboarddesigns wird seit 25 Jahren kopiert

The Ripper nach Jim Knight
Es gibt wohl keine Skateboardgrafik, die so bekannt ist – und so oft kopiert wurde – wie The Ripper. Der Totenschädel, der durch eine Stoffwand bricht, wurde 1978 von dem Grafiker Vernon Courtland Johnson (“VCJ”) für die Skateboardfirma Powell-Peralta entworfen und diente zunächst als Signet für deren legendäre Skateboardtruppe Bones Brigade. Schon bald stieg die seltsam freundlich anmutende Schädelzeichnung zum Symbol für die unkonforme Lebenshaltung unter Skateboardfahrern auf. Nach dem Zusammenbruch des Skateboardbooms Anfang der 1980-er Jahre erlangte sie im Untergrund immer weitere Verbreitung. Als dann die Skatefirmen ein paar Jahre später wiedererstarkten und in wahren Marketingschlachten auch Johnsons Ripper imitierten, wurde dieser endgültig zur einflussreichsten Grafik des Deck-Designs.
Das Jubiläum als Kopiervorlage nahmen die jüngst wiedervereinten Firmengründer George Powell und Stacey Peralta nun zum Anlass, 58 Skateboardkünstler und -grafiker um eine Interpretation des Rippers zu bitten. weiter »


