Wanders, Marcel

11.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Bella Brigitta 2007, Polyester, handbemalt, 150 x 176 cm, aus der Serie »personal editions«, Courtesy Marcel Wanders Studio, Amsterdam

Bei seinen Entwürfen, so Marcel Wanders, denke er oft an das Bild einer schlafenden Schönheit in einem rosenumwucherten Schloss, die nach hundert Jahren Schlaf plötzlich aufwacht und verwundert durch die von ihm geschaffenen Räume geht. Seine Interieurs sind eher Installation als Inneneinrichtung – sie sind fließend, floral, sinnlich, besitzen eine fast königliche Haltung und erinnern an komplexe Bühnenbilder oder an Stillleben alter holländischer Meister. Wanders, 1963 in Amsterdam geboren, ist Absolvent der Kunstakademie in Arnheim und durch und durch Humanist. Funktionalität und Reduktion haben für ihn kein Primat; er will der Seele schmeicheln. Wanders ist Mitbegründer und Artdirector des Möbelherstellers Moooi, betreibt in Amsterdam ein Designstudio und arbeitet unter anderem für Droog, Bisazza, Moroso, Puma und Apple. Seine Hoteldesigns für die Mondrian-Hotelgruppe sind legendär.

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U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Sottsass, Ettore

11.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Altar: For the Sacrifice of My Solitude (Before it is Desecrated by the Deceit of Politics), 1969, Keramik, Courtesy The Gallery Mourmans, Lanaken

Seine knallrote Kofferschreibmaschine »Valentine« für Olivetti machte den italienischen Architekten und Designer Ettore Sottsass (1917–2007) Ende der sechziger Jahre mit einem Schlag berühmt und markierte denBeginn eines neuen Designverständnisses. Sottsass’ Entwürfe wandten sich gegen den repräsentativen Besitzcharakter der Gegenstände und den Funktionalismus. Sie setzten dem anonymen Stil der in den 70er Jahren vorherrschenden Moderne die Autorschaft im Design entgegen. 1980 gründete Sottsass sein eigenes Büro, 1981 dann die Memphis-Design-Gruppe, einen Zusammenschluss von Avantgarde-Designern wie Michele De Lucci, Andrea Branzi oder Matteo Thun. Memphis verkündete die Wende zum »emotionalen Design« und läutete die Postmoderne ein. Die Arbeit von Ettore Sottsass umfasst ein enormes Spektrum, angefangen bei Schmuck, Keramik, Glas- und Silberwaren über Möbel und Lichtdesign bis hin zu Büromaschinen und Bauwerken. Zu seinen Kunden zählten Poltronova, Knoll International, Sèvres, Olivetti oder Esprit. Er hat unter anderem das Haus Ernest Mourmans in Belgien, die Mayer-Schwartz-Galerie, das David-M.-Kelley-Haus in Kalifornien sowie den Malpensa-2000-Flughafen in der Nähe Mailands entworfen.

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Remy, Tejo

07.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon

Chest of Drawers/You Can't Lay Down Your Memory, 1991, gebrauchte Schubladen, Ahornholz, Jute-Spanngurte, 110 x 120 x 70 cm, Courtesy Tejo Remy und Droog Design, Amsterdam

Chest of Drawers/You Can't Lay Down Your Memory, 1991, gebrauchte Schubladen, Ahornholz, Jute-Spanngurte, 110 x 120 x 70 cm, Courtesy Tejo Remy und Droog Design, Amsterdam

Tejo Remy, 1960 in Utrecht geboren, zählt zusammen mit Marcel Wanders und Hella Jongerius zu den ersten Mitgliedern von »Droog«, jenem legendären niederländischen Designerkollektiv, das mit seiner Gründung 1993 durch Gijs Bakker und Renny Ramakers das niederländische Design auf die internationale Landkarte des Gestaltens setzte. Remys Entwürfe wie die Kommode »Chest of Drawers« oder die »Milk bottle lamp« sind, ohne dass man sagen könnte, warum, irgendwie sehr niederländisch. Sie sind funktional, heiter, intelligent und scheinen sich selbst nicht so furchtbar ernst zu nehmen. Remy arbeitet als Produkt- und Interiordesigner in Utrecht. Er unterrichtet dort an der Hogeschool voor de Kunsten, der Hochschule, an der er selbst 1991 seinen Abschluss machte.

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Sachs, Rolf

07.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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One on Top of Another, 2008, Stuhl A: Urethan-Gussharz, Stuhl B: Silicon/Gummi-Guss, 81 x 41 x 42 cm je Stuhl, Edition von 7, Courtesy Rolf Sachs und Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Rolf Sachs, 1955 in Lausanne als Sohn des Industrieerben und Fotografen Gunter Sachs geboren, studierte Wirtschaftswissenschaften in London und San Francisco und verwaltete anschließend die Finanzen der Familie. 1983 entwirft er die ersten Möbel – für sein Apartment –, weil er auf dem Markt nichts fand, das ihm gefiel. Es folgen Aufträge von Freunden und 1987 die erste Ausstellung. Sachs, der von sich sagt, dass ihn Baumärkte ebenso faszinieren wie Kunstgalerien, ist der Meister des konzeptuellen Objektes. Das Erschaffen netter, gefälliger, süßer Dinge ist seine Sache nicht. Seine Entwürfe zeichnen sich durch einen virtuosen Umgang mit dem Material aus. Sachs’ Möbel und Objekte sind selten opulent, meistens minimalistisch und immer irgendwie seltsam, ein wenig verstörend und augenzwinkernd.

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Grawunder, Johanna

07.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Splits, 2007, schwarzer Stahl/polierter Edelstahl, LEDs, Edition von 6. Courtesy Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Die Design-Laufbahn der 1961 im amerikanischen San Diego geborenen Architektin Johanna Grawunder begann, nach ihrem Studium an der California State University und ihrem Abschluss in Florenz, 1985 im Studio von Ettore Sottsass. Vier Jahre und zahlreiche große Designprojekte später wurde sie zum Partner bei Sottsass Associates ernannt, um im Jahr 2001 schließlich ihr eigenes Studio mit Niederlassungen in Mailand und San Francisco zu gründen. Neben ihren Design- und Architektur-Projekten setzte Johanna Grawunder schon früh den Schwerpunkt auf die Gestaltung von und mit Licht und produzierte limitierte Auflagen für verschiedene Galerien und Hersteller wie Flos, Boffi oder B&B.

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Price, Tom

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Meltdown Chair: PP Tube #1, 2008, Polypropylen Röhren, 100 x 180 x 140 cm.Tom Price

Bekannt wurde der 1963 geborenen Brite Tom Price mit seinen »meltdown chairs«, seinen »schmelzenden« Stühlen, bei denen er Kunststoffprodukte wie Kabelbinder, Röhren, Seile oder auch Synthetikkleidung zu skulpturalen Gebilden formt, in die er dann die Sitzflächen mithilfe heißer Stahlformen, einem Bügeleisen ähnlich, hineinpresst. Price studierte Kunst (Skulptur) am Bath College, anschließend Möbeldesign und Möbelbau an der London Metropolitan University. 2007 schloss er seine Ausbildung mit einem Master in Produktdesign am Royal College of Art ab.

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Newson, Marc

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon

Nickel Surfboard, 2006, Nickel, Polyurethan, 180 x 41 x 20 cm, Edition von 10. Courtesy Gagosian Gallery, New York/London

Nickel Surfboard, 2006, Nickel, Polyurethan, 180 x 41 x 20 cm, Edition von 10. Courtesy Gagosian Gallery, New York/London

Armbanduhren, Möbel, Surfbretter, Fahrräder, die Innengestaltung von Restaurants, Flugzeuge oder das Design eines Weltraumgleiters – Marc Newson, 1963 im australischen Sydney geboren, arbeitet quer durch alle Disziplinen. Nach seinem Designstudium (Schmuck und Skulptur) am Sydney College of the Arts zieht Newson 1987 für vier Jahre nach Tokyo. Dort entstehen bekannte Entwürfe wie der »Felt Chair« oder der »Black Hole Table«. 1991, zurück in Europa, gründet er ein Studio in Paris, 1997 geht er nach London und gründet dort die Marc Newson Ltd. Newsons Stil wird gerne als »funky« oder futuristisch beschrieben, er beschäftigt sich mit biomorphen Strukturen und nutzt sie als Inspiration für seine Entwürfe. Seine Arbeiten – wie etwa die Lockheed Lounge – sind die Leuchttürme der Sammlungen, in denen er vertreten ist. Sie haben es als Kulisse in Madonna-Videos oder Austin-Powers-Filmen mittlerweile bis in die ultra-hippe Welt der Popkultur geschafft. Seine Kooperation mit der international agierenden (Kunst-)Galerie Gagosian brachte die Diskussion um Designart auf eine neue Ebene.

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Levy, Arik

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Rock mirror, 2005/2006, polierter Edelstahl, 87 x 102 x 9 cm. Courtesy Designer's Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Arik Levy ausschließlich einen Designer zu nennen, griffe zu kurz – er selbst beschreibt sich gerne als »viele Personen mit unterschiedlichen Interessen, aber einem gemeinsamen Gehirn«. Und die unterschiedlichen Personen des Arik Levy interessieren sich für Bühnenbilder, Ausstellungskonzepte, Lichtinstallationen und eben auch für Möbel. Levy, 1963 in Tel Aviv geboren, studierte Industriedesign in der Schweiz und unterrichtete an verschiedenen europäischen Designschulen. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Amerikaner Pippo Lionni, führt er seit 1997 das Studio »Ldesign« in Paris. Zu seinen Klienten zählen Swarovski, Renault, Hennessy, Vitra, E15, Christofle und Seiko.

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Kram/Weisshaar

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Breeding Table, 2003 - ongoing, Baustahl, lasergeschnitten und gebogen, chromverspiegelte Glasfläche, 80 x 160 x 74 cm. Courtesy KRAM/WEISSHAAR AB, Stockholm/München

Das Designbüro Kram/Weisshaar wurde 2002 von Reed Kram und Clemens Weisshaar gegründet. Weisshaar, 1977 in München geboren, studierte nach einer Ausbildung als Metallarbeiter Design am Londoner Central Saint Martins College, später am Royal College of Art. Anschließend arbeitete er drei Jahre als Assistent von Konstantin Grcic. Sein Partner, der 1971 geborene Amerikaner Reed Kram, studierte am MIT in Boston. Kram/Weisshaar erkunden in ihrer Arbeit neue Möglichkeiten der Integration von Technologie in den Entwurfs- und Produktionsprozess. Ihre »Breeding Tables« werden mithilfe eines Softwareprogramms entworfen.Die Struktur der Tische basiert auf Algorithmen, die jedem Modell dank komplexer Computertechnik zu einer veränderten Form verhelfen. Die perfekte Lösung, um den Wunsch nach einem Unikat zu erfüllen und trotzdem industriell zu produzieren. Kram/Weisshaar verlagern den Schöpfungsprozess des Designs in den Computer und negieren den herkömmlichen Begriff des Autors.

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Lovegrove, Ross

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Long Liquid Bench, 2007, poliertes Aluminum, 96,6 x 292,9 x 61 cm, Edition von 10, senkrecht gestellt. Courtesy Ross Lovegrove, Lovegrove Studio, London

Mit seinem Anspruch, die Grenzen zwischen Naturwissenschaft, Technologie, Design und Architektur zu überschreiten, versteht sich der 1958 in Wales geborene Ross Lovegrove eher als evolutionärer Biologe denn als Designer. Seinen Stil nennt er »organischen Essentialismus« – isomorphe, neo-organische Formen sind sein Markenzeichen. Nach einem Abschluss 1983 am Royal College of Art arbeitete Lovegrove zunächst als Designer für Frog Design. 1990 gründete er in London sein eigenes Studio. Sein Kundenstamm rekrutiert sich aus den Top-Unternehmen des internationalen Designs: darunter Namen wie Cappellini, Sony, Apple, Driade, Luceplan, Edra, Biomega, Moooi, Zanotta, Mandarina Duck, Kartell, Artemide oder Herman Miller.

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