Studio Job

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
Homework, Tower, 2007, Bronzeguss, Sockel aus Wenge, 113 x 51,5 x 51,5 cm, Edition von 5. Sammlung Groninger Museum, Groningen

Homework, Tower, 2007, Bronzeguss, Sockel aus Wenge, 113 x 51,5 x 51,5 cm, Edition von 5. Sammlung Groninger Museum, Groningen

Das belgisch-niederländische Paar Job Smeets (geboren 1970) und Nynke Tynagel (geboren 1977), beide Absolventen der Design Academy Eindhoven, zitiert gerne die handwerkliche Tradition und bekennt sich offen zu seiner Liebe zum Klischee. Bei den Objekten aus dem Studio Job stellt sich die Frage nach der Funktionalität nicht mehr: riesige Töpfe und Kannen, hochglanzpoliert auf teuren Sockeln, vergoldete Schränke oder Melkschemel, Spaten und Grabgabel aus makelloser Bronze laden nicht zum Gebrauch ein. Smeets und Tynagel spielen virtuos mit den ikonografischen Bildwelten der modernen Gesellschaft. Da finden sich schon einmal Spermien oder Totenköpfe als Dekor auf einem Porzellan-Service wieder oder eine Sammlung von unterschiedlichen Gerippen auf einer Tapete. Es verwundert nicht, dass die beiden Designer von sich selbst sagen, sie empfänden eine größere Nähe zu Jeff Koons als zu Philippe Starck. Zu den Kunden des Antwerpener Designstudios gehören Schwergewichte wie Moss, Bisazza, Royal Tichelaar, Swarovski oder Venini.

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U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Hadid, Zaha

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Iceberg, 2003, MDF lackiert, 208 x 268 x 200 cm, Edition von 6. Courtesy Sammlg. Anke Bornemann/Harald Seick, Designer's Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Zaha Hadid war die erste Frau, der die Ehre zuteil wurde, den Prizker-Preis, die höchste Auszeichnung in der Architektur, verliehen zu bekommen. Dabei gehört die 1950 in Bagdad geborene britische Architektin gar nicht zu den »Vielbauern« der Zunft. Aber Hadid ist ohne Zweifel eine der einflussreichsten Architekten unserer Zeit. All ihre Entwürfe – Gebäude, Möbel, Interiors, Gebrauchsgegenstände – zeichnen sich durch eine radikale Konsequenz aus. Geprägt durch ihr Studium an der Londoner Architectural Association (mit Lehrern und Kommilitonen wie Koolhaas, Libeskind, Alsop oder Tschumi) und von ihren Vorbildern, den russischen Suprematisten und Konstruktivisten Malewitsch und El Lissitzky, entwickelte sie eine starke eigene Handschrift – eine neo-modernistische Architektur mit multiplen Perspektiven und fragmentierter Geometrie. Wände, Decken, oben, unten, rechte Winkel: alles scheint bei ihr in Frage gestellt und zu einem, wie sie selbst sagt, »neuen Fluid, einer neuen Räumlichkeit« verschmolzen zu werden.

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Grcic, Konstantin

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Missing Object, 2004, Struktur von 9 Elementen aus geöltem Eichenholz, 40 x 40 x 20 cm, Edition von 30. Courtesy Konstantin Grcic

Konstantin Grcic gilt als eigenwilliger Design-Minimalist. 1965 in München geboren, studierte er, nach einer Möbelschreinerausbildung am Parnham College, Design am Royal College of Art in London. Es folgte eine kurze Zeit als Assistent von Jasper Morrison und 1991 die Gründung des eigenen Designbüros (KGID) in München. Grcics Entwürfe sind am besten als minimalistisch, simpel oder gar karg zu beschreiben. Auf ironische und humorvolle Weise enthalten sie oftmals nur die allernotwendigste Struktur, um das darzustellen, was sie sein sollen. Konstantin Grcics Kunden gehören zum Who is Who der Designhersteller: Agape, Authentics, Driade, Flos, Muji, Moroso, Vitra, Plank oder Thonet sind nur einige von ihnen.

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More Deeply Superficial Objects, 2007/2008, Polystyrol, Harz-Kaltglasur, unterschiedliche Formate. Courtesy Galerie Franziska Kessler, Zürich

Frédéric Dedelley scheint mit viel Witz und leichter Hand die Tradition des Bauhauses in die Gegenwart zu übertragen. 1964 im schweizerischen Fribourg geboren, gründete er nach dem Studium in Lausanne und La Tour-de-Peilz am Genfer See 1995 sein eigenes Designbüro in Zürich. Dedelleys reduzierter Stil setzt auf klare Linien und Funktionalität, denen er eine Prise Ironie und einen Schuss Verspieltheit hinzufügt – geometrisch, jedoch mit runden Ecken, farbig, jedoch changierend. Ein wenig mag hier noch seine jugendliche Begeisterung für Memphis-Design anklingen. Seine Entwürfe wurden unter anderem von Classicon, Driade, Wogg, Burri und Dornbracht produziert. Seine erste Serie limitierter Möbelobjekte, der er ironisch den Namen »Deeply Superficial Objects« verlieh, wurde 2007 in der Galerie Franziska Kessler in Zürich gezeigt.

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Chalayan, Hussein

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Afterwords, Autumn/Winter 2000, Installation, Teil der Modenschau »Afterwords«. Collection Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Mudam Luxembourg

Der 1970 im zypriotischen Nikosia geborene britische Designer Hussein Chalayan hat sich einen Namen als einer der innovativsten und experimentellsten Modeschöpfer der Welt gemacht. Zweimal schon wurde er zum »British Designer of the Year« gewählt. 2009 widmete ihm das London Design Museum eine Retrospektive. Chalayans akribische Schnittkonstruktionen überschreiten mit großer Leichtigkeit die Grenzen zur Konzeptkunst, zum Design, zur Architektur, zur Technik. Für seine Outfits, deren Form schon einmal durch eine Fernbedienung verändert werden kann, verwendet er gerne auch Materialien aus der Luftfahrtindustrie, oder sie können sich in Stühle und Tische verwandeln. Inspirationen zieht Chalayan aus Philosophie, Politik, Psychologie und Kunst, oder aber aus Themen wie kultureller Identität, Migration oder Klimawandel.

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Banquete Chair, 2002, Edelstahl, Stofftiere, 85 x 100 x 140 cm, Edition von 150. Courtesy Albion Gallery, London

Keiner der beiden Brüder hatte die Absicht, Designer zu werden. Humberto Campana (geboren 1953) studierte Jura, Fernando Campana (geboren 1961) machte seinen Abschluss in Architektur. 1980 taten sich die beiden zusammen und begannen Möbel zu entwerfen – mit großem Erfolg. Der Tradition des brasilianischen Handwerks folgend und inspiriert vom chaotischen, kitschigen, sorglosen und farbigen Leben auf den Straßen von São Paulo, entstehen Möbel, die gefundene Dinge und Materialien wie Holz- oder Stoffreste, Spielzeugtiere oder Gummischläuche mit allerhöchster Perfektion zu neuen, magischen Objekten vereinen. Die Beschäftigung mit dem Material und das Bestreben, etwas Minderwertiges in etwas Schönes und Opulentes zu verwandeln, sind zentrale Themen im Werk der beiden Brüder. Einige ihrer Arbeiten wurden von Edra und Cappellini produziert und in Galerien wie Albion, Vivid, Rove, The Apartment und Moss ausgestellt.

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Rocs, 2007, Prototyp, Karton und Leinen, 150 x 310 x 50 cm (grüner »Roc« in der Ausstellung). Courtesy Vitra Design Museum, Weil am Rhein

Die Brüder Ronan und Erwan Bouroullec, geboren im französischen Quimper (1971 bzw. 1976), studierten Arts Décoratifs und betreiben seit 1999 gemeinsam ein Designbüro in Paris. Sie entwerfen für Firmen wie Vitra, Cappellini, Issey Miyake, Magis, Ligne Roset, Habitat und die Pariser Galerie Kreo. Ihre Liebe gilt den einfachen, intelligenten Strukturen, die bei ihnen oft organische Formen haben. Die Beschäftigung mit dem Raum und seine Ergründung sind Konstanten ihrer Arbeit. Das 2004 für Vitra entstandene System »Algue«, bei dem einzelne algenförmige Module zu einem riesigen Schwarm beliebig zusammengefügt und zu Raumteilern oder Vorhängen geformt werden können, gilt schon heute als viel kopierter Klassiker.

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Arad, Ron

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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No void, 2006, hochglanzpoliertes und gewobenes Aluminium, 133 x 216 x 20 cm. Courtesy Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Er brauche keinen Pass, um sich von einer Disziplin zur anderen zu bewegen, so Ron Arad über sich selbst. Der 1951 in Tel Aviv geborene, in London lebende Designer und Architekt hat die Grenzen der Einzeldisziplinen nie besonders respektiert. Sein Studium begann Arad an der Kunstakademie in Jerusalem, 1973 wechselte er nach London an die Architectural Association School of Architecture. Nach einem kurzen Gastspiel in einem Architekturbüro konzentrierte er sich auf den Möbelbau. Sein erster Entwurf, der »Rover Chair« von 1981, hat mittlerweile den Rang einer Designikone. Im gleichen Jahr gründete Arad sein Designstudio One Off Ltd., 1989 kam das Architektur- und Designbüro Ron Arad Associates hinzu. Arad hat für Firmen wie Vitra, Cappellini, Kartell, Alessi oder Moroso zahlreiche Bestseller gestaltet. Er entwarf aber auch Showrooms für Maserati, Yamamoto oder das Foyer der Oper in Tel Aviv. In Holon, Tel Aviv soll in diesem Sommer sein Design Museum eröffnet werden.

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Adjaye, David

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Monoforms, Type IV - Galilee, 2007, Massiv amerikanisches Walnussholz, 60 x 110 x 45 cm, Edition von 10. Courtesy Albion Gallery, London

David Adjaye kann als Shootingstar der Londoner Architekturszene bezeichnet werden. 1966 wurde er in Tansania als Sohn eines ghanaischen Diplomaten geboren. 1979 siedelte die Familie nach London über, wo Adjaye zunächst ein Semester Kunst studierte. Es folgte ein Wechsel in die Architektur, die Mitarbeit in den Büros von Pentagram, Chassay Architects, Eduardo Souto de Moura sowie David Chipperfield und 1993 der Master am Royal College of Art. Die Verbundenheit zur Kunst und den alten Freunden aus dem Royal College sowie der Szene der Young British Artists blieb bestehen. So begann Adjayes Karriere mit dem Entwurf von Häusern und Projekten für Chris Ofili, Jake Chapman, Tim Nobel und Sue Webster oder Juergen Teller. Mittlerweile sind die Projekte größer und prestigeträchtiger geworden; jüngste Beispiele sind das Nobel Peace Center in Oslo oder das Museum for Contemporary Art in Denver. »Monoform«, seine erste Möbelkollektion, entstand in Kollaboration mit der Londoner Galerie Albion und feierte ihr Debüt auf der Design Miami/Basel 2007.

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What is your definition of design?

- Plan
-
Goal / Target

In scientific research and university education design is used as a synonym for “research plan”.
The design describes under which conditions the material, the person, and the behaviour will be examined.
Every step, each alternative will be described. A previously very well stipulated research design is necessary to make afterwards scientific conclusions from the observed research measurements. The research of Gregor Mendel regarding the heritable qualifications of peas is a good example.

Is design an expression of art?

- Knowledge
-
Ability
-
Trade

It is the process or product of deliberately arranging elements in a way that appeals to the senses or emotions. It encompasses a diverse range of human activities, creations and modes of expression, including music and literature. The meaning of art is explored in a branch of philosophy known as Aesthetics.

Ernest Mourmans, The Gallery Mourmans, Lanaken

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Ettore Sottsass, Entwurfsskizze für das Mourmans-Haus in Lanaken

Bild via storiesofhouses: »Sottsass made a sketch of the house which seems to show how to build the mind of the collector.«


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