Nun ist es offiziell: Bloggen ist eine Kunstform, wenn man sie denn richtig beherrscht. Im Fall von Gunnar Hämmerle trifft das voll und ganz zu. Der Wahlmünchner Fotograf stellt seit 2006 Bilder von echten Individualisten auf den Straßen der Welt auf seinen Blog “Styleklicker”und ist damit sehr erfolgreich. So erfolgreich, dass es seine Fotos mit dem Titel „StyleklickerCity“ ins NRW Forum geschafft haben. Und zwar als Einzelausstellung. Mit dem Untertitel „Menschen des 21. Jahrhunderts“ stellt Hämmerle einen Bezug zu einem der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts her: August Sander. Dieser Fotografierte in den 1920er Jahren Menschen, die ein physiognomisches Abbild der gesellschaftlichen Struktur seiner Zeit darstellten. Grundlage der Arbeit Sanders waren Portraits von Menschen, die zu unterschiedlichen Berufsgruppen auf dem Lande und der in der Stadt zählten. Die in sieben verschiedenen Gruppen eingeteilten Fotografien unterteilten die Charaktere in verschiedene soziale Gruppen.  Sander fotografierte, wie auch Hämmerle, draußen und bei natürlichem Licht. Was den Unterschied zwischen den fotografischen Arbeiten beider Künstler ausmacht? Die Zeit. Damals standen Berufsgruppen im Vordergrund. Metzger, Schreiner, Bauern, Handwerker oder Bürger wurden von Sander in schwarz weiß dargestellt. Charaktere zählten. Heute steht die Individualität im Vordergrund, wird aber nicht durch die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Berufsgruppe definiert, sondern durch das tragen individuell gestalteter Looks. Die Menschen auf den Bildern sind echt. Es sind keine Models, die Highfashion tragen oder gestylt durch die Straßen von Paris, New York oder London laufen, wenn sie zwischen den Modenschauen von Hobby-Bloggern abgelichtet werden. Es sind echte Menschen, die eins verbindet: die Liebe zur Mode und zur Individualität. Kleidung ist heute ein Ausdruck der Persönlichkeit. Sie transportiert das nach außen, was man durch eine Uniform nicht sehen könnte: den Charakter. Direkt und auf den ersten Klick.

Karolina Dudik

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Am Samstag, den 24. Juli eröffnet im NRW Forum Düsseldorf die Ausstellung Styleclicker City – Menschen des 21. Jahrhunderts, die bisher größte Fashion Blogger Einzel-Ausstellung, die jemals präsentiert wurde. Bereits drei Tage vorher haben wir den Styleklicker Gunnar Hämmerle kurz nach seiner Ankunft in Düsseldorf getroffen und mit ihm ein Gespräch über Urheberrecht und Bloggen geführt.

Interview: Rosa Kalff, Katharina Herrmann, Foto: Lena Grossmüller

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Man möchte diesen Mann auf Anhieb duzen. Verlässlich, ehrlich, konsequent – so beschreibt er sich selbst. Sein Lieblingskleidungsstück: der Hut. Den er gerade trägt, ist nicht sein einziger. Hüte hat er ungefähr 30 bis 40 Stück. Als seine größte Schwäche bezeichnet Gunnar Hämmerle sein mangelndes Selbstbewusstsein. Doch das kommt einem nicht so vor, wenn man ihm gegenüber sitzt. An unterschiedlichen Menschen mag er, “wenn sie so sind wie sie sind”. Authentizität inspiriert ihn, genauso wie Bilder und gute Bücher.

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Große Schilder mit “Senso Unico”, “one way”  und “Einbahnstraße” weisen den Weg in die aktuelle Ausstellung von Gunnar Hämmerle. Der Street-Blogger aus München hat das Obergeschoss des NRW-Forums in eine virtuelle Straße verwandelt: Über 1000 Bilder aus den  vergangenen dreieinhalb Jahren werden in Lebensgröße auf die weißen Aufsteller projiziert.

Der Besucher wandert durch die virtuelle Straße und die Blicke bleiben immer wieder an den Menschen haften, die nach einigen Sekunden schnell durch ein neues Bild ersetzt werden. Hämmerle nennt August Sanders Bilderzyklus “Menschen des 20. Jahrhunderts”  als eines seiner großen Vorbilder. August Sander fotografierte in den 20er und 30er Jahren Bäcker, Köche und Bauern, er fand sie in Köln und im Westerwald. Hämmerle ist heute in Städten wie Barcelona, Stockholm, Kopenhagen oder Tel Aviv unterwegs. Tokio und Reykjavik sind Städte, die ihm noch in seiner “Sammlung” fehlen. Die kommenden Tage ist er zu Gast in Düsseldorf, eine Stadt, die ihn wegen der Kunstakademie und zeitgenössischen Fotografen wie Gursky, Struth oder Ruff interessiert. Zwei Düsseldorfer Motive hat er erst in seiner Bildersammlung, einer davon ist Juwelier Georg Hornemann, wie Wolfgang Lippert in der Pressekonferenz erzählte. Heute ist Gunnar Hämmerle noch in Düsseldorf unterwegs, vielleicht läuft ihm dort noch das ein oder andere interessante Motiv vor die Linse…

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Über die Ästhetik des Flüchtigen bei Gunnar Hämmerle anlässlich eines Spaziergangs durch seine Ausstellung „Styleclicker“ im NRW-Forum Düsseldorf

34 Stufen in die zweite 2. Etage des NRW-Forums, Straßenschilder sagen Hallo. Klick. Senso unico, Einbahnstraße, one way – Holzweg? Klick. Pferdegetrappel, Baustellengeräusche, Flugzeuglärm. Klick. Eingang: 16 Projektionsflächen, ein Schuss nach dem anderen, Menschen im Sekundentakt, Bürgersteig-Begegnungen. Klick. Hallo Fremder, wer bist du? 1000 Bilder, Fotos aus: New York, Stockholm, Berlin, Barcelona, Düsseldorf… Klick. Lichtinstallationen. 30 Kopfhörer hängen vom Baugerüst. Rockmusik. Schnelle Bilderfolge… Klick. Ein langes violettes Kleid, kurze schwarze Haare, weiße Sonnenbrille viele bunte… Klick. Ein großer Zylinder, weißes Rüschenhemd, riesiger Trenchcoat, viele Nieten auf den… Klick. Ein weiter Jumpsuit mit Zebramuster, kurzer blonder Bob, hohe Riemchensandalen mit Absätzen aus… Klick. „Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön“, antwortet Faust auf den Wettvorschlag von Mephisto. Klick. Mein Style, dein Style. Klick. Der Zauber des Augenblicks. Der festgehaltene Moment. Die Schönheit des Spontanen. Klick. Das Gefühl einer flüchtigen Begegnung. Ohne Worte. Große Wirkung. Klick. Paare und Passanten. Die Straße wird zum Laufsteg – Models sind Menschen wie du und ich. Klick. Flüchtig. Klick.

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Die neue coole Ära

22.07. 2010
Kategorie: Verschiedenes

Das Düsseldorfer Unternehmen Schwarzkopf sponsert die neue Ausstellung im NRW Forum “Styleclicker Menschen des 21. Jahrhundert”.  Bei der Eröffnung der Ausstellung trafen wir Tina Müller, seit 2006 Corporate Senior Vice President für das weltweite Haarkosmetik-, Gesichts- und Mundpflege- Geschäft. Sie erzählt von Sponsoring und schönen Menschen.

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Verwunschener Garten unter Gewitterhimmel: John Gallianos Jubiläumsschau für Dior

Nicht weniger spektakulär als die Modenschauen, die wir in CATWALKS inzsenieren, war auch die Ausstellungseröffnung gestern Abend. Zu den mehreren Hundert Gästen, die gespannt die virtuellen Laufstege eroberten, zählte eine Menge Prominenz: NRW-Kulturstaatssekretär Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff war anwesend und natürlich durften auch die festen Größen aus der Mode-Welt nicht fehlen: Angereist waren unter anderem Alexandre de Betak, Catwalk-Regielegende und Creative Director der Schau, die beiden Gründer des italienischen Überflieger-Labels 6267 Tommaso Aquilano und Roberto Rimondi, das Berliner Designer-Wunder Michael Michalski sowie der neue Stern am deutschen Model-Himmel Kathrin Thormann (hier im Interview auf fashionlab). Und als Überraschungsgast schwebte Barbara Meier, Deutschlands nächstes Topmodel, durch das Labyrinth aus Laufstegen und 3-D-Videoprojektionen. Aber auch die nationale und internationale Blogger-Community war vertreten, unter anderem durch Mahret Kupka von twoforfashion (dort auch das Video von ihrem Gang durch die Ausstellung), Facehunter Yvan Rodic, Katja Hentschel von Glamcanyon und Gunnar Hämmerle von Styleclicker, um mit ihren Streetstyle-Fotos und Blog-Aktionen in die Zukunft der Catwalks zu schauen.

Erste Bilder von der Eröffnung gibt es nach dem Sprung, weitere folgen in Kürze: weiter »

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