Erfinder auf dem Catwalk – Moritz Waldemeyer im Gespräch mit twoforfashion
Hussein Chalayan ist ein Modedesigner, der für seine hochexperimentellen Entwürfe neueste Techniken einsetzt und seine Modenschauen nicht zuletzt dadurch zu wahren (Licht-)Spektakeln werden lässt. Die Erfindungen, die nötig sind, um Videoprojektionen (für “Airborne” 2007) oder Laser (für “Readings” von 2008) in Kleidungsstücke zu integrieren, macht er aber nicht selbst. Der Kopf dahinter ist der österreichische Lichtdesigner Moritz Waldemeyer, der neben Chalayan auch schon Bono von U2 oder die schwedische Rockband “OK Go” mit grandiosem Lichtwerk ausgestattet hat. Kathrin von twoforfashion hat mit dem österreichischen Designer gesprochen und ihm ein paar Fragen zur Entwicklung seiner bühnentauglichen Laser- und Videokleider gestellt.
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Afterwords, Autumn/Winter 2000, Installation, Teil der Modenschau »Afterwords«. Collection Musée d'Art Moderne Grand-Duc Jean, Mudam Luxembourg
Der 1970 im zypriotischen Nikosia geborene britische Designer Hussein Chalayan hat sich einen Namen als einer der innovativsten und experimentellsten Modeschöpfer der Welt gemacht. Zweimal schon wurde er zum »British Designer of the Year« gewählt. 2009 widmete ihm das London Design Museum eine Retrospektive. Chalayans akribische Schnittkonstruktionen überschreiten mit großer Leichtigkeit die Grenzen zur Konzeptkunst, zum Design, zur Architektur, zur Technik. Für seine Outfits, deren Form schon einmal durch eine Fernbedienung verändert werden kann, verwendet er gerne auch Materialien aus der Luftfahrtindustrie, oder sie können sich in Stühle und Tische verwandeln. Inspirationen zieht Chalayan aus Philosophie, Politik, Psychologie und Kunst, oder aber aus Themen wie kultureller Identität, Migration oder Klimawandel.
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009
Was hat Mode mit Architektur zu tun?

Norman Fosters Hearst Building, widergespiegelt in Gareth Pughs Frühjahrskollektion '09.
Mode, auch die teure, entsteht in Auseinandersetzung mit der Alltagswelt. Das hat zuletzt eine Ausstellung über das Verhältnis von Arbeitskleidern und Haute Couture gezeigt. Aber auch so etwas vergleichsweise Sperriges wie Architektur hat einen Einfluss auf Modeentwürfe, wie nun in einem kleinen Dossier nachzulesen ist, das Amy Thomas auf dem Lifestyle-Blog der New York Times gepostet hat. Im vergangenen Jahr behandelte die Londoner Ausstellung “Skin + Bones: Parallel Practices in Fashion and Architecture” dieses Thema ausgiebig. Beteiligt war dort auch der avantgardistische Modemacher Hussein Chalayan, für den moderne Architektur eine von vielen Inspirationsquellen ist.
Der Modedesigner Hussein Chalayan ist für seine ausgefallenen Modeentwürfe ebenso bekannt wie für seine Kunst- und Designprojekte. In seinen Arbeiten experimentiert er mit modernsten Materialien, etwa aus der Flugzeugindustrie, und intergriert Technologien wie Motorantriebe, LED-Leuchten oder Laser in seine Entwürfe. Immer wiederkehrende Themen des gebürtigen Zyprioten und Wahl-Londoners sind Fragen nach kultureller Identität, Entwurzelung und Migration. Die Schau in London ist die erste Einzelausstellung Chalayans in seiner Wahlheimat. Im Mai widmet sich das NRW-Forum in der Ausstellung U.F.O. unter anderem Chalayans legendärer Afterwords-Show, in der Tische zu Kleidern wurden und Sessel zu Koffern, die an jeden beliebigen Ort getragen werden können.
Weitere Fotos von Chalayans Mischungen aus Theater, Kunstperformance und Modenschau gibt es hier.



