Schnittstelle

27.10. 2009
Kategorie: welovehair

Interview mit Werner Lippert

Werner Lippert Interview1

Wenn Haare und Kunst aufeinandertreffen ergibt das ein Buch und eine Ausstellung: „We love hair“. Werner Lippert über Düsseldorf, Samson und Männerhaare.
weiter »

Schwarzkopf zelebriert sein 111. Jubiläum zusammen mit dem NRW-Forum: In der Ausstellung “We Love Hair” sind noch bis zum 8.11.2009 fotografische Arbeiten von Gabo, Karl Lagerfeld, Russell James sowie Roxanne Lowit zu sehen.

Gala Aufmacher

Der Berliner Künstler Olaf Hajek illustriert den Zusammenhang zwischen Haartrends und Revolutionen. “Für mich persönlich sind es die schönsten Arbeiten von Karl Lagerfeld, die ich kenne”, so Werner Lippert, Leiter des NRW-Forums. Zeitgleich erscheint das gleichnamige Buch, das zahlreiche Schriftsteller, Journalisten und Prominente zum Thema Haare zu Wort kommen lässt. Wir zeigen vorab schon einige Impressionen vom Aufbautag…

weiter »

111 Sekunden, 111 Worte

27.10. 2009
Kategorie: welovehair

Eine Haarakirikritik über „We love Hair“

Lippert_Müller

111 Jahre deutsches Traditionsunternehmen Schwarzkopf. STOP. Jubiläumsbildband über Haare. STOP. Glanzvoll, stilvoll, makellos, glatt – manchmal lockig. STOP. Fotografen: Karl Lagerfeld, Russell James und Gabo. STOP. Farben, Texte, Fotostrecken. STOP. Illustrationen, Kurzgeschichten und Anekdoten von Berghoff, Dagmar und Breitner, Paul und Henkel, Gabriele mit 111 wissenswerten, kuriosen Haargeschichten und eigentlich allem, was Form und Frisur in der Mode- und Beautybranche hat. STOP. Sozusagen die deutsche „Hairforce“. STOP. 192 Seiten, 2 Kilo schwer und großformatig – typisch Coffee Table. STOP. Klasse Ausstellung ab 1.11 im NRW-Forum. STOP. 54 Bilder, sogar Kaiser Karl kommt zur Eröffnung. STOP. Nur noch 40 Wörter , verdammt. STOP. Kurator Werner Lippert ist happy, Initiatorin Tina Müller auch.

Autorin: Isabelle Braun, 38cm, Stufenschnitt, schräger Pony, brünett

Chanel_Resort

© Chanel 2009

Über dreihundert geladene Gäste versammelten sich im Mai diesen Jahres am Lido von Venedig zum Defilee. In Sonnenstühlen machten sie es sich bequem, während ein Streicherduett im Frack sein Spiel begann, untermalt vom Meeresrauschen und beschienen von der untergehenden Sonne, die einen schier endlosen Plankenweg mit goldenem Glanz überzog.

Eine stimmungsvollere Kulisse konnte man sich für eine Chanel-Modenschau kaum wünschen, aber es war ja nicht nur das: Kulisse. Denn Karl Lagerfeld verwob hier die Entwürfe seiner Frühjahr/Sommer-Kollektion 2010 über verschiedenste Bezüge mit dem Ort ihrer Präsentation – und schuf so ein glamouröses Gesamtkunstwerk: Auf Thomas Manns “Tod von Venedig” wurde angespielt, den Karneval, die Gondolieres, das Symbol des goldenen Löwen, aber besonders auf einen wichtigen Abschnitt in der Biographie Coco Chanels, die an dieser Stelle von 1919 an über Jahre hinweg ihre Sommermonate verbrachte und nun an allen Ecken und Enden der Kollektion als Bezugspunkt wieder auftauchte.

Er habe hier kein Kostümfest veranstalten wollen, kommentierte Lagerfeld, vielmehr sei es ihm um die Caféhaus-Atmosphäre der dreißiger Jahre gegangen, und um das Leben, das Coco Chanel an diesem Ort geführt habe und das nun vergangen sei. Von der poetischen Kraft dieser Schau schwärmten am Ende alle Rezensenten, und Karl Lagerfeld hatte wieder einmal bewiesen, dass große Mode heute immer auch große Inszenierung ist.

Der Designer, dessen Modearbeiten noch nie zuvor in einer Ausstellung zu sehen waren, hatte erst zwei Wochen vor Eröffnung von “Catwalks” einer Präsentation der Schau auf großer Leinwand zugestimmt. So kommt nun auch der Ausstellungsbesucher in den Genuss von Lagerfelds Poesie, Meeresrauschen inklusive.