
One and Three Chairs, 1965, Stuhl und zwei Fotovergrößerungen, Maße variabel. Courtesy Sammlung Paul Maenz, Berlin
Joseph Kosuth gilt als Vater der Konzeptkunst. Mit seiner Arbeit »One and Three Chairs« von 1965 wird zum ersten Mal ein Gegenstand in seinen verschiedenen Erscheinungsformen untersucht – als wirkliches Sitzmöbel, als Foto desselben und als Eintrag in einem Wörterbuch. Der Zuschauer ist gefordert, das Objekt für sich zu definieren und die Bedeutung von Sprache zu erkennen. Kosuth, 1945 in Toledo (Ohio) geboren, gilt als strenger Analytiker, der das Verhältnis zwischen Begriff und Wirklichkeit immer wieder neu ausgeleuchtet hat. Geprägt von den philosophischen Schriften Wittgensteins oder Textpassagen Freuds, Becketts oder Foucaults hat Kosuth Bilder für die Sprache gefunden und damit Denkprozesse visualisiert. Sein Einfluss – auch auf nachfolgende Generationen – ist immens. (Text: Ingolf Kern)
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

Chair, 1965 - 2000, Acryl, Fotografie auf Papier und Holz, 102,9 x 52,1 x 50,8 cm, Edition von 6. Courtesy Monika Sprüth Philomene Magers, Berlin/London
Dies ist kein Stuhl, sondern eine Skulptur – oder ist es umgekehrt? Richard Artschwagers (geboren 1923) kistenartige Objekte können beides sein, oder auch beides nicht. Der Zweifel darüber, wie wir die Dinge ein- ordnen, ist das große Thema des Amerikaners, der seine Karriere als Tischler begann und sich mit seinen Möbelskulpturen einen Platz in der Kunstgeschichte zwischen Pop-, Minimal und Concept Art sicherte. Seine Skulpturen versieht er mit gemaserten Spanplatten, Acrylfarbe oder Resopal, und bildet auf ihnen etwa Tischbeine und einen imaginären leeren Raum darunter ab. Dabei kann es schon einmal passieren, daß so ein aufgemaltes Möbel sich plözlich platt an die Wand geworfen wiederfindet – als Relief. Das Spiel mit Zwei- und Dreidimensionalität gehört bei Artschwager ebenso dazu wie die Frage, ob etwas nun Malerei ist oder Skulptur, fiktiv oder real, Kunst oder Design. (Text: Ingolf Kern)
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

Old Rose Garden, FS, 2008, Installation, Acryl auf Leinwand und Rietveld Stuhl. Courtesy Galerie Andrea Caratsch, Zürich
John Armleders »Furniture Sculptures« aus den 1980er Jahren sind längst Kultobjekte. Die neu arrangierten Altmöbel, die Armleder bei einem Möbelhändler auftrieb, begründeten seinen Ruf als einen der bedeutendsten Konzeptkünstler der Gegenwart. Heute arrangiert er auch schon einmal Blumensträuße, Fernseher, Spiegel, Weihnachtsbäume und ausgestopfte Tiere zu Installationen. 1954 in Genf geboren, bezieht Armleder sich auf das Duchamp’sche Ready-made, Fluxus und Minimal Art ebenso wie auf geometrisch-konstruktive Malerei. Alltägliches überführt er damit in den Kunstkontext, um ein »Wechselspiel zwischen Kunst und Leben, Ironie und Pathos« anzuregen. Duchamp lässt grüßen. (Text: Ingolf Kern)
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009


