Price, Tom

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Meltdown Chair: PP Tube #1, 2008, Polypropylen Röhren, 100 x 180 x 140 cm.Tom Price

Bekannt wurde der 1963 geborenen Brite Tom Price mit seinen »meltdown chairs«, seinen »schmelzenden« Stühlen, bei denen er Kunststoffprodukte wie Kabelbinder, Röhren, Seile oder auch Synthetikkleidung zu skulpturalen Gebilden formt, in die er dann die Sitzflächen mithilfe heißer Stahlformen, einem Bügeleisen ähnlich, hineinpresst. Price studierte Kunst (Skulptur) am Bath College, anschließend Möbeldesign und Möbelbau an der London Metropolitan University. 2007 schloss er seine Ausbildung mit einem Master in Produktdesign am Royal College of Art ab.

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U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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Newson, Marc

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon

Nickel Surfboard, 2006, Nickel, Polyurethan, 180 x 41 x 20 cm, Edition von 10. Courtesy Gagosian Gallery, New York/London

Nickel Surfboard, 2006, Nickel, Polyurethan, 180 x 41 x 20 cm, Edition von 10. Courtesy Gagosian Gallery, New York/London

Armbanduhren, Möbel, Surfbretter, Fahrräder, die Innengestaltung von Restaurants, Flugzeuge oder das Design eines Weltraumgleiters – Marc Newson, 1963 im australischen Sydney geboren, arbeitet quer durch alle Disziplinen. Nach seinem Designstudium (Schmuck und Skulptur) am Sydney College of the Arts zieht Newson 1987 für vier Jahre nach Tokyo. Dort entstehen bekannte Entwürfe wie der »Felt Chair« oder der »Black Hole Table«. 1991, zurück in Europa, gründet er ein Studio in Paris, 1997 geht er nach London und gründet dort die Marc Newson Ltd. Newsons Stil wird gerne als »funky« oder futuristisch beschrieben, er beschäftigt sich mit biomorphen Strukturen und nutzt sie als Inspiration für seine Entwürfe. Seine Arbeiten – wie etwa die Lockheed Lounge – sind die Leuchttürme der Sammlungen, in denen er vertreten ist. Sie haben es als Kulisse in Madonna-Videos oder Austin-Powers-Filmen mittlerweile bis in die ultra-hippe Welt der Popkultur geschafft. Seine Kooperation mit der international agierenden (Kunst-)Galerie Gagosian brachte die Diskussion um Designart auf eine neue Ebene.

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Levy, Arik

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Rock mirror, 2005/2006, polierter Edelstahl, 87 x 102 x 9 cm. Courtesy Designer's Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Arik Levy ausschließlich einen Designer zu nennen, griffe zu kurz – er selbst beschreibt sich gerne als »viele Personen mit unterschiedlichen Interessen, aber einem gemeinsamen Gehirn«. Und die unterschiedlichen Personen des Arik Levy interessieren sich für Bühnenbilder, Ausstellungskonzepte, Lichtinstallationen und eben auch für Möbel. Levy, 1963 in Tel Aviv geboren, studierte Industriedesign in der Schweiz und unterrichtete an verschiedenen europäischen Designschulen. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Amerikaner Pippo Lionni, führt er seit 1997 das Studio »Ldesign« in Paris. Zu seinen Klienten zählen Swarovski, Renault, Hennessy, Vitra, E15, Christofle und Seiko.

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Kram/Weisshaar

01.06. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Breeding Table, 2003 - ongoing, Baustahl, lasergeschnitten und gebogen, chromverspiegelte Glasfläche, 80 x 160 x 74 cm. Courtesy KRAM/WEISSHAAR AB, Stockholm/München

Das Designbüro Kram/Weisshaar wurde 2002 von Reed Kram und Clemens Weisshaar gegründet. Weisshaar, 1977 in München geboren, studierte nach einer Ausbildung als Metallarbeiter Design am Londoner Central Saint Martins College, später am Royal College of Art. Anschließend arbeitete er drei Jahre als Assistent von Konstantin Grcic. Sein Partner, der 1971 geborene Amerikaner Reed Kram, studierte am MIT in Boston. Kram/Weisshaar erkunden in ihrer Arbeit neue Möglichkeiten der Integration von Technologie in den Entwurfs- und Produktionsprozess. Ihre »Breeding Tables« werden mithilfe eines Softwareprogramms entworfen.Die Struktur der Tische basiert auf Algorithmen, die jedem Modell dank komplexer Computertechnik zu einer veränderten Form verhelfen. Die perfekte Lösung, um den Wunsch nach einem Unikat zu erfüllen und trotzdem industriell zu produzieren. Kram/Weisshaar verlagern den Schöpfungsprozess des Designs in den Computer und negieren den herkömmlichen Begriff des Autors.

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Pardo, Jorge

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
Untitled, 2008, MDF, Acryl, Polypropylen Bänder, 162 x 290 cm, Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln

Untitled, 2008, MDF, Acryl, Polypropylen Bänder, 162 x 290 cm, Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln

Ein Bildhauer sei er, sagt Jorge Pardo von sich selbst. 1963 in Havanna auf Kuba geboren, floh er später in die Vereinigten Staaten. Er studierte am Art Center of Design im kalifornischen Pasadena und lebt heute in Los Angeles. Dort steht auch sein Sculpture Studio, wo er Design, Architektur, Skulptur und Malerei eine neue Verbindung miteinander eingehen lässt. Pardo interessieren die Hinterlassenschaften der klassischen Moderne und der Designgeschichte, gleichzeitig aber auch die wichtigsten Zeugnisse der Konzeptkunst. Form, Farbe und vor allem Raumerleben sind für ihn vorrangig. Fast alle seine Arbeiten entstehen am Computer und werden in digital gesteuerter Produktion gefertigt. Pardo geht es bei seinen Installationen nicht nur um Präsentation und Gestaltung, sondern auch um die Frage, mit welchen Formen wir uns heute umgeben wollen.

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Lovegrove, Ross

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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Long Liquid Bench, 2007, poliertes Aluminum, 96,6 x 292,9 x 61 cm, Edition von 10, senkrecht gestellt. Courtesy Ross Lovegrove, Lovegrove Studio, London

Mit seinem Anspruch, die Grenzen zwischen Naturwissenschaft, Technologie, Design und Architektur zu überschreiten, versteht sich der 1958 in Wales geborene Ross Lovegrove eher als evolutionärer Biologe denn als Designer. Seinen Stil nennt er »organischen Essentialismus« – isomorphe, neo-organische Formen sind sein Markenzeichen. Nach einem Abschluss 1983 am Royal College of Art arbeitete Lovegrove zunächst als Designer für Frog Design. 1990 gründete er in London sein eigenes Studio. Sein Kundenstamm rekrutiert sich aus den Top-Unternehmen des internationalen Designs: darunter Namen wie Cappellini, Sony, Apple, Driade, Luceplan, Edra, Biomega, Moooi, Zanotta, Mandarina Duck, Kartell, Artemide oder Herman Miller.

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Kosuth, Joseph

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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One and Three Chairs, 1965, Stuhl und zwei Fotovergrößerungen, Maße variabel. Courtesy Sammlung Paul Maenz, Berlin

Joseph Kosuth gilt als Vater der Konzeptkunst. Mit seiner Arbeit »One and Three Chairs« von 1965 wird zum ersten Mal ein Gegenstand in seinen verschiedenen Erscheinungsformen untersucht – als wirkliches Sitzmöbel, als Foto desselben und als Eintrag in einem Wörterbuch. Der Zuschauer ist gefordert, das Objekt für sich zu definieren und die Bedeutung von Sprache zu erkennen. Kosuth, 1945 in Toledo (Ohio) geboren, gilt als strenger Analytiker, der das Verhältnis zwischen Begriff und Wirklichkeit immer wieder neu ausgeleuchtet hat. Geprägt von den philosophischen Schriften Wittgensteins oder Textpassagen Freuds, Becketts oder Foucaults hat Kosuth Bilder für die Sprache gefunden und damit Denkprozesse visualisiert. Sein Einfluss – auch auf nachfolgende Generationen – ist immens. (Text: Ingolf Kern)

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Judd, Donald

30.05. 2009
Kategorie: NRW-Forum
Wintergarden Bench, 1980, 91,4 x 172,7 x 87,6 cm, Pinie, Edition von 17, Courtesy JGM.Galerie, Paris

Wintergarden Bench, 1980, 91,4 x 172,7 x 87,6 cm, Pinie, Edition von 17, Courtesy JGM.Galerie, Paris

Bunte Metallboxen, rhythmisch übereinander an die Wand gehängt oder einzeln im Raum platziert, könnten auch als Regalböden oder Couchtische durchgehen. Doch Donald Judds (1928-1994) »Spezifische Objekte« gehören zu den wichtigsten Kunstwerken des 20. Jahrhunderts. Anfang der 1960er Jahre erklärte der in New York lebende Amerikaner, dass nun endlich »Schluss mit dem Problem des Illusionismus« sein müsse. Traditionelle künstlerische Methoden wie das Ausbalancieren einzelner Bildelemente gegeneinander ersetzte er durch die Präsentation monochromer, geometrischer Objekte aus Metall, die nur sich selbst darstellten. Sie evozierten Industriematerialien und Massenproduktion – typische Eigenschaften des amerikanischen Zeitalters. Der Betrachter sollte sich auf Form und Farbe des Objekts konzentrieren anstatt Assoziationen aus ihm herauszuziehen. (Text: Ingolf Kern)

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Studio Job

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
Homework, Tower, 2007, Bronzeguss, Sockel aus Wenge, 113 x 51,5 x 51,5 cm, Edition von 5. Sammlung Groninger Museum, Groningen

Homework, Tower, 2007, Bronzeguss, Sockel aus Wenge, 113 x 51,5 x 51,5 cm, Edition von 5. Sammlung Groninger Museum, Groningen

Das belgisch-niederländische Paar Job Smeets (geboren 1970) und Nynke Tynagel (geboren 1977), beide Absolventen der Design Academy Eindhoven, zitiert gerne die handwerkliche Tradition und bekennt sich offen zu seiner Liebe zum Klischee. Bei den Objekten aus dem Studio Job stellt sich die Frage nach der Funktionalität nicht mehr: riesige Töpfe und Kannen, hochglanzpoliert auf teuren Sockeln, vergoldete Schränke oder Melkschemel, Spaten und Grabgabel aus makelloser Bronze laden nicht zum Gebrauch ein. Smeets und Tynagel spielen virtuos mit den ikonografischen Bildwelten der modernen Gesellschaft. Da finden sich schon einmal Spermien oder Totenköpfe als Dekor auf einem Porzellan-Service wieder oder eine Sammlung von unterschiedlichen Gerippen auf einer Tapete. Es verwundert nicht, dass die beiden Designer von sich selbst sagen, sie empfänden eine größere Nähe zu Jeff Koons als zu Philippe Starck. Zu den Kunden des Antwerpener Designstudios gehören Schwergewichte wie Moss, Bisazza, Royal Tichelaar, Swarovski oder Venini.

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Hatoum, Mona

30.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon

Paravent, 2008, Stahl, 211 x 302 x 5 cm, Edition von 3, Courtesy The Sander Collection

Paravent, 2008, Stahl, 211 x 302 x 5 cm, Edition von 3, Courtesy The Sander Collection

Mona Hatoums Skulpturen wirken wie surrealistische Metaphern für verdrängte Ängste. Es scheint, als habe sie Marcel Duchamps »Flaschentrockner« mit der schlichten Ästhetik der Minimal Art gekreuzt. Die Objekte der 1952 in Beirut geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin sind von einfacher Schönheit, doch voll brutaler Anspielungen. Es geht um Macht, Körper und Identität – Themen, die aus ihrer Studienzeit im London der 1970er-Jahre stammen. Heute schätzt man die erste international zu Renommé gelangte Künstlerin aus dem arabischen Raum für ihre mit scharfen Stahlschnüren bespannten Gitterbetten oder die unter Starkstrom gesetzte Wohnstube von der documenta 11. Hatoums Psycho-Skulpturen verweisen auf Entfremdung und Heimatlosigkeit, spielen mit dem Unbewussten und Unheimlichen durch eine einfache Verschiebung des Kontextes. (Text: Ingolf Kern)

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