
Paravent, 2008, Stahl, 211 x 302 x 5 cm, Edition von 3, Courtesy The Sander Collection
Mona Hatoums Skulpturen wirken wie surrealistische Metaphern für verdrängte Ängste. Es scheint, als habe sie Marcel Duchamps »Flaschentrockner« mit der schlichten Ästhetik der Minimal Art gekreuzt. Die Objekte der 1952 in Beirut geborenen, in Berlin lebenden Künstlerin sind von einfacher Schönheit, doch voll brutaler Anspielungen. Es geht um Macht, Körper und Identität – Themen, die aus ihrer Studienzeit im London der 1970er-Jahre stammen. Heute schätzt man die erste international zu Renommé gelangte Künstlerin aus dem arabischen Raum für ihre mit scharfen Stahlschnüren bespannten Gitterbetten oder die unter Starkstrom gesetzte Wohnstube von der documenta 11. Hatoums Psycho-Skulpturen verweisen auf Entfremdung und Heimatlosigkeit, spielen mit dem Unbewussten und Unheimlichen durch eine einfache Verschiebung des Kontextes. (Text: Ingolf Kern)
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

