Der Architekt, Künstler und Top-Designer Ron Arad bewegt sich zwischen den Kunst-Welten, ohne sich auf eine davon festzulegen: Für ihn sind alle diese Disziplinen gleichrangige Schaffensbereiche. Und die kommen in seinen Arbeiten zusammen, wie seine Sitzskulpturen “Bodyguards” beweisen, spektakuläre Designobjekte, die zwischen Funktion und Skulptur changieren. Der Filmemacher Ralph Goertz hat Ron Arad bei der Fertigung der in unserer Ausstellung U.F.O. gezeigten “Bodyguards” in Maastricht begleitet und ihn dabei auch zu seiner Definition von Design befragt. Hier ein Ausschnitt aus dem Film:

Ron Arad – Bodyguard from nrwforumduesseldorf on Vimeo.

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Arad, Ron

25.05. 2009
Kategorie: Künstlerlexikon
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No void, 2006, hochglanzpoliertes und gewobenes Aluminium, 133 x 216 x 20 cm. Courtesy Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln

Er brauche keinen Pass, um sich von einer Disziplin zur anderen zu bewegen, so Ron Arad über sich selbst. Der 1951 in Tel Aviv geborene, in London lebende Designer und Architekt hat die Grenzen der Einzeldisziplinen nie besonders respektiert. Sein Studium begann Arad an der Kunstakademie in Jerusalem, 1973 wechselte er nach London an die Architectural Association School of Architecture. Nach einem kurzen Gastspiel in einem Architekturbüro konzentrierte er sich auf den Möbelbau. Sein erster Entwurf, der »Rover Chair« von 1981, hat mittlerweile den Rang einer Designikone. Im gleichen Jahr gründete Arad sein Designstudio One Off Ltd., 1989 kam das Architektur- und Designbüro Ron Arad Associates hinzu. Arad hat für Firmen wie Vitra, Cappellini, Kartell, Alessi oder Moroso zahlreiche Bestseller gestaltet. Er entwarf aber auch Showrooms für Maserati, Yamamoto oder das Foyer der Oper in Tel Aviv. In Holon, Tel Aviv soll in diesem Sommer sein Design Museum eröffnet werden.

Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:

U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

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vegetal0-550x309“Stühle wachsen nicht”, das schreibt der Kunst- und Designkritiker Thomas Wagner in einem Artikel über organoide Stuhldesigns auf der Internetseite der Designplatform Stylepark.com
Wagner bespricht darin unter anderem den neuen Stuhl “Vegetale” der Brüder Ronan und Erwan Bouroullec, die mit einer Arbeit auch in unserer Ausstellung “U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design” vertreten sein werden. Das folgende Video scheint dem Ausspruch des Rezensenten zu widersprechen: Stühle wachsen doch. Zumindest wenn man den Prozess des Entwerfens als eine Art kreatives Wachstum begreift.


Vegetal Chair from Ronan & Erwan Bouroullec on Vimeo.

Damit aber nicht genug, umgeben die beiden Designer Ronan und Erwan Bouroullec ihren Entwurf mit einer Erzählung von dessen Ursprung, die Thomas Wagner in dem oben genannten Artikel wiedergibt:

Was die Genese des Stuhl betrifft, so wird eine nette Geschichte erzählt: Es sei das Wissen um eine eigenwillige Technik gewesen, mit der im 19. Jahrhundert in Nordamerika junge Bäume während ihres Wachstums in die Form von Stühlen gebracht wurden, die die Designer auf die Idee gebracht habe, selbst einen Stuhl zu entwerfen, der aussehen sollte, als wäre er gewachsen.

Wird hier einem Designprodukt ein Mythos verpasst, um es werbekräftig zu inszenieren, oder erlangt der Stuhl durch die Geschichte einen Überschuss, der ihn aus dem Bereich der funktionalen Objekte hinüberreichen lässt in den Bereich der Kunst? Immerhin schlug der Kunstkritiker Matthew Collings in einem Gespräch mit dem israelischen Designer-Künstler Ron Arad als Unterscheidungsmerkmal zwischen beiden Disziplinen vor, dass Design eine Funktion, Kunst dagegen einen Mythos habe.

Im Fall der Stühle aus der Serie “Vegetale” zögert Thomas Wagner nicht, sie als Designobjekte einzuordnen. In einem Gespräch, dass wir mit ihm führten weist er darauf hin, dass Design ebenso wie Kunst immer mit derartigen Geschichten operiert hat. Es zeige sich daran jedoch, dass die Strategien, mit denen Kunst und Design Aufmerksamkeit erregen, ganz ähnliche sind.

Unser Interview mit Thomas Wagner wird in den kommenden Tagen hier auf diesem Blog gepostet. Der Chefredakteur des Designmagazins Stylepark spricht darin über die Verbindung zwischen Kunst und Design, die Aktualität einer Diskussion, die beide Disziplinen überspannt, und über die Medienpartnerschaft, in deren Rahmen Stylepark die Ausstellung “U.F.O.” im NRW-Forum kommuniziert.

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ronaradEinige neue Arbeiten des in Israel geborenen Designers und Architekten Ron Arad sind derzeit in der Timothy Taylor Gallery in London zu sehen. Arad ist bekannt für seinen spielerischen Umgang mit Formen und die Verwendung modernster Techniken für seine Objekte, die zwischen Design und Kunst changieren und sich einer eindeutigen Bestimmung entziehen. Einige ikonische Arbeiten des Designers, etwa die “Box in four movements”, werden ab Mai auch in unserer Ausstellung U.F.O. präsentiert.

Ron Arad war von 1994 bis 1997 Professor für Produktdesign an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Seit 1997 ist er Professor am Royal College of Art in London, zunächst für Möbeldesign, später für Produktdesign. Die Frage, ob seine Entwürfe Kunst oder Design seien, ist für ihn unbedeutend. Er sagt: “The division is between hideous boring things and exciting things.”

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