
Splits, 2007, schwarzer Stahl/polierter Edelstahl, LEDs, Edition von 6. Courtesy Designer’s Gallery/Gabrielle Ammann, Köln
Die Design-Laufbahn der 1961 im amerikanischen San Diego geborenen Architektin Johanna Grawunder begann, nach ihrem Studium an der California State University und ihrem Abschluss in Florenz, 1985 im Studio von Ettore Sottsass. Vier Jahre und zahlreiche große Designprojekte später wurde sie zum Partner bei Sottsass Associates ernannt, um im Jahr 2001 schließlich ihr eigenes Studio mit Niederlassungen in Mailand und San Francisco zu gründen. Neben ihren Design- und Architektur-Projekten setzte Johanna Grawunder schon früh den Schwerpunkt auf die Gestaltung von und mit Licht und produzierte limitierte Auflagen für verschiedene Galerien und Hersteller wie Flos, Boffi oder B&B.
Ausstellungen im NRW-Forum Kultur und Wirtschaft Düsseldorf:
U.F.O. – Grenzgänge zwischen Kunst und Design 23.05.2009–05.07.2009

Installationsansicht der Ausstellung RICHARD PRINCE, 23. Oktober–29. November 2008 in der Galerie Patrick Seguin, Paris. Courtesy Gagosian Gallery, New York
Richard Prince (geboren 1949) ist der Vater der »Appropriation Art«. Die Idee, vorgefundenes Bildmaterial in neue Kontexte einzubetten, kam ihm während seines Jobs bei »Time-Life« in New York, wo er gedruckte Beiträge archivierte. Dabei sammelte er die Werbeseiten, fotografierte sie ab – und etablierte eine Methode, die für seine und die nachfolgende Künstlergeneration von wesentlicher Bedeutung war: Die Kunst des Sich-Aneignens – »Appropriation Art«. Die Wurzeln hierfür liegen im Beginn des 20. Jahrhunderts, als Marcel Duchamp das »Ready-made« erfand. Prince geht es allerdings um mehr als die Frage nach Originalität: Mit seinen Reproduktionen – Cowboys aus der Marlboro-Reklame, Autogrammkarten von Hollywood-Sternchen, auf Leinwand gebannte Thekenwitze – nimmt er die Oberflächlichkeit des amerikanischen Traums, den Stumpfsinn des Durchschnittskonsumenten und die Fragwürdigkeit des Freiheitsmythos’ ins Visier. Seine Möbelentwürfe rekurrieren auf seine eigene Sammlung von Büchern und Heftchen und auf seine jüngsten Bild-Motive: Krankenschwestern. (Text: Ingolf Kern)
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Ron Arad bei der Fertigung seiner “Bodyguards” – ein Film von Ralph Goertz
Der Architekt, Künstler und Top-Designer Ron Arad bewegt sich zwischen den Kunst-Welten, ohne sich auf eine davon festzulegen: Für ihn sind alle diese Disziplinen gleichrangige Schaffensbereiche. Und die kommen in seinen Arbeiten zusammen, wie seine Sitzskulpturen “Bodyguards” beweisen, spektakuläre Designobjekte, die zwischen Funktion und Skulptur changieren. Der Filmemacher Ralph Goertz hat Ron Arad bei der Fertigung der in unserer Ausstellung U.F.O. gezeigten “Bodyguards” in Maastricht begleitet und ihn dabei auch zu seiner Definition von Design befragt. Hier ein Ausschnitt aus dem Film:
Ron Arad – Bodyguard from nrwforumduesseldorf on Vimeo.
One and Two Chair (Eric Ko nach Joseph Kosuth)
In seiner Abschlussarbeit hat der junge Design-Absolvent der “School of Visual Arts” in New York, Eric Ko, eine Reihe von Alltagsgegenständen neu definiert – zum Beispiel den Stuhl. Inspiriert durch die ikonische Arbeit “One and Three Chair” des amerikanischen Konzeptkünstlers Joseph Kosuth (zu sehen in unserer Ausstellung U.F.O.), hat er die Idee des Stuhls neu gefasst. Anders als sein Lehrer Kosuth, der das Sitzmöbel in drei seiner Erscheinungsformen repräsentiert und so unsere Vorstellung davon hinterfragt, hat Ko den Stuhl aus seiner sprachlichen Repräsentation wiedererrichtet. Das ist intelligentes Design einmal anders. In den Worten des Künstlers:
Instead of giving new definition, I redefined the concept of a chair by using alphabet. One is able to construct a chair by assembling the redesigned alphabets.
via designcentre

Meltdown Chair: PP Tube #1, 2008, Polypropylen Röhren, 100 x 180 x 140 cm.Tom Price
Bekannt wurde der 1963 geborenen Brite Tom Price mit seinen »meltdown chairs«, seinen »schmelzenden« Stühlen, bei denen er Kunststoffprodukte wie Kabelbinder, Röhren, Seile oder auch Synthetikkleidung zu skulpturalen Gebilden formt, in die er dann die Sitzflächen mithilfe heißer Stahlformen, einem Bügeleisen ähnlich, hineinpresst. Price studierte Kunst (Skulptur) am Bath College, anschließend Möbeldesign und Möbelbau an der London Metropolitan University. 2007 schloss er seine Ausbildung mit einem Master in Produktdesign am Royal College of Art ab.
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Nickel Surfboard, 2006, Nickel, Polyurethan, 180 x 41 x 20 cm, Edition von 10. Courtesy Gagosian Gallery, New York/London
Armbanduhren, Möbel, Surfbretter, Fahrräder, die Innengestaltung von Restaurants, Flugzeuge oder das Design eines Weltraumgleiters – Marc Newson, 1963 im australischen Sydney geboren, arbeitet quer durch alle Disziplinen. Nach seinem Designstudium (Schmuck und Skulptur) am Sydney College of the Arts zieht Newson 1987 für vier Jahre nach Tokyo. Dort entstehen bekannte Entwürfe wie der »Felt Chair« oder der »Black Hole Table«. 1991, zurück in Europa, gründet er ein Studio in Paris, 1997 geht er nach London und gründet dort die Marc Newson Ltd. Newsons Stil wird gerne als »funky« oder futuristisch beschrieben, er beschäftigt sich mit biomorphen Strukturen und nutzt sie als Inspiration für seine Entwürfe. Seine Arbeiten – wie etwa die Lockheed Lounge – sind die Leuchttürme der Sammlungen, in denen er vertreten ist. Sie haben es als Kulisse in Madonna-Videos oder Austin-Powers-Filmen mittlerweile bis in die ultra-hippe Welt der Popkultur geschafft. Seine Kooperation mit der international agierenden (Kunst-)Galerie Gagosian brachte die Diskussion um Designart auf eine neue Ebene.
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Rock mirror, 2005/2006, polierter Edelstahl, 87 x 102 x 9 cm. Courtesy Designer's Gallery/Gabrielle Ammann, Köln
Arik Levy ausschließlich einen Designer zu nennen, griffe zu kurz – er selbst beschreibt sich gerne als »viele Personen mit unterschiedlichen Interessen, aber einem gemeinsamen Gehirn«. Und die unterschiedlichen Personen des Arik Levy interessieren sich für Bühnenbilder, Ausstellungskonzepte, Lichtinstallationen und eben auch für Möbel. Levy, 1963 in Tel Aviv geboren, studierte Industriedesign in der Schweiz und unterrichtete an verschiedenen europäischen Designschulen. Gemeinsam mit seinem Partner, dem Amerikaner Pippo Lionni, führt er seit 1997 das Studio »Ldesign« in Paris. Zu seinen Klienten zählen Swarovski, Renault, Hennessy, Vitra, E15, Christofle und Seiko.
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Breeding Table, 2003 - ongoing, Baustahl, lasergeschnitten und gebogen, chromverspiegelte Glasfläche, 80 x 160 x 74 cm. Courtesy KRAM/WEISSHAAR AB, Stockholm/München
Das Designbüro Kram/Weisshaar wurde 2002 von Reed Kram und Clemens Weisshaar gegründet. Weisshaar, 1977 in München geboren, studierte nach einer Ausbildung als Metallarbeiter Design am Londoner Central Saint Martins College, später am Royal College of Art. Anschließend arbeitete er drei Jahre als Assistent von Konstantin Grcic. Sein Partner, der 1971 geborene Amerikaner Reed Kram, studierte am MIT in Boston. Kram/Weisshaar erkunden in ihrer Arbeit neue Möglichkeiten der Integration von Technologie in den Entwurfs- und Produktionsprozess. Ihre »Breeding Tables« werden mithilfe eines Softwareprogramms entworfen.Die Struktur der Tische basiert auf Algorithmen, die jedem Modell dank komplexer Computertechnik zu einer veränderten Form verhelfen. Die perfekte Lösung, um den Wunsch nach einem Unikat zu erfüllen und trotzdem industriell zu produzieren. Kram/Weisshaar verlagern den Schöpfungsprozess des Designs in den Computer und negieren den herkömmlichen Begriff des Autors.
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Untitled, 2008, MDF, Acryl, Polypropylen Bänder, 162 x 290 cm, Courtesy Galerie Gisela Capitain, Köln
Ein Bildhauer sei er, sagt Jorge Pardo von sich selbst. 1963 in Havanna auf Kuba geboren, floh er später in die Vereinigten Staaten. Er studierte am Art Center of Design im kalifornischen Pasadena und lebt heute in Los Angeles. Dort steht auch sein Sculpture Studio, wo er Design, Architektur, Skulptur und Malerei eine neue Verbindung miteinander eingehen lässt. Pardo interessieren die Hinterlassenschaften der klassischen Moderne und der Designgeschichte, gleichzeitig aber auch die wichtigsten Zeugnisse der Konzeptkunst. Form, Farbe und vor allem Raumerleben sind für ihn vorrangig. Fast alle seine Arbeiten entstehen am Computer und werden in digital gesteuerter Produktion gefertigt. Pardo geht es bei seinen Installationen nicht nur um Präsentation und Gestaltung, sondern auch um die Frage, mit welchen Formen wir uns heute umgeben wollen.
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Long Liquid Bench, 2007, poliertes Aluminum, 96,6 x 292,9 x 61 cm, Edition von 10, senkrecht gestellt. Courtesy Ross Lovegrove, Lovegrove Studio, London
Mit seinem Anspruch, die Grenzen zwischen Naturwissenschaft, Technologie, Design und Architektur zu überschreiten, versteht sich der 1958 in Wales geborene Ross Lovegrove eher als evolutionärer Biologe denn als Designer. Seinen Stil nennt er »organischen Essentialismus« – isomorphe, neo-organische Formen sind sein Markenzeichen. Nach einem Abschluss 1983 am Royal College of Art arbeitete Lovegrove zunächst als Designer für Frog Design. 1990 gründete er in London sein eigenes Studio. Sein Kundenstamm rekrutiert sich aus den Top-Unternehmen des internationalen Designs: darunter Namen wie Cappellini, Sony, Apple, Driade, Luceplan, Edra, Biomega, Moooi, Zanotta, Mandarina Duck, Kartell, Artemide oder Herman Miller.
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