NRW-Forum Düsseldorf

David Seymour, Amerikaner, geb. Polen 1911 – gest. Sues 1956

David Seymour: Extremadura. Eine Bäuerin lauscht aufmerksam einer politischen Ansprache. 1936. © David Seymour/Magnum Photos

David Szymin wurde 1911 in Warschau in einer Verlegerfamilie geboren, die Werke auf Jiddisch und Hebräisch veröffentlichte.

Nach einem Druckereistudium in Leipzig und einem Chemie- und Physikstudium an der Sorbonne in den 1930er Jahren blieb Szymin in Paris. David Rappaport, ein Freund der Familie und Besitzer einer Fotoagentur der ersten Stunde (Rap), lieh ihm eine Kamera. Eine seiner ersten Geschichten über Nachtarbeiter war von Brassaïs „Paris de Nuit“ (1932) beeinflusst. Szymin – oder „Chim“ – begann, als freiberuflicher Fotograf zu arbeiten. Ab 1934 erschienen seine Fotostories regelmäßig in Paris-Soir und Regards. Über Maria Eisner und die neue Agentur Alliance lernte er Henri Cartier-Bresson und Robert Capa kennen.

Von 1936 bis 1938 fotografierte Chim im Spanischen Bürgerkrieg. Nach Kriegsende erhielt er den Auftrag, eine Gruppe spanisch-republikanischer Emigranten nach Mexiko zu begleiten. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zog er nach New York und nannte sich fortan David Seymour. Beide Eltern wurden von den Nazis ermordet. Seymour diente in der US Army (1942 – 45) und erhielt eine Medaille für seine nachrichtendienstliche Tätigkeit.
1947 gründete er gemeinsam mit Cartier-Bresson, Capa, George Rodger und William Vandivert Magnum Photos. Im darauf folgenden Jahr dokumentierte er im Auftrag von UNICEF notleidende Kinder im Nachkriegseuropa. Anschließend fotografierte er hauptsächlich in Europa, sowie die Gründung des Staates Israel. Nach Robert Capas Tod übernahm er die Präsidentschaft bei Magnum. Am 10. November 1956 wurde er in der Nähe des Sueskanals während einer Fotoreportage über einen Gefangenenaustausch durch eine ägyptische Maschinengewehrsalve getötet.

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