NRW-Forum Düsseldorf

Henri Cartier-Bresson, Franzose, geb. 1908, gest. 2004

Henri Cartier-Bresson: Dessau. Ein Durchgangslager für Flüchtlinge, politische Gefangene, Kriegsgefangene, STO (Zwangsarbeiter) und Vertriebene von der durch die sowjetische Armee befreiten deutschen Ostfront war zwischen der amerikanischen und der sowjetischen Zone eingerichtet worden. Eine junge Belgierin und ehemalige Gestapo-Denunziantin wird bei dem Versuch, sich in der Menge zu verstecken, erkannt. April 1945. © Henri Cartier-Bresson/Magnum Photos

Henri Cartier-Bresson, geboren in Chanteloup im Département Seine-et-Marne, war schon früh stark von der Malerei, besonders vom Surrealismus, fasziniert. Nachdem er ein Jahr an der Elfenbeinküste verbracht hatte, entdeckte er 1932 die Leica – von nun an die Kamera seiner Wahl – und damit begann seine lebenslange Leidenschaft für die Fotografie. 1933 wurden seine Fotografien erstmals in der Julien Levy Gallery in New York ausgestellt. Später drehte er Filme mit Jean Renoir.

1940 geriet er in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1943 beim dritten Fluchtversuch entkam. Er schloss sich einer Untergrundorganisation zur Unterstützung von Gefangenen und ausgebrochenen Häftlingen an. Er fotografierte gemeinsam mit einer Gruppe professioneller Journalisten die Befreiung von Paris 1945 und drehte anschließend den Dokumentarfilm „Le Retour“ („Die Rückkehr“).

1947 gründete er mit Robert Capa, George Rodger, David „Chim“ Seymour und William Vandivert Magnum Photos. Nachdem er drei Jahre lang den Orient bereist hatte, kehrte er 1952 nach Europa zurück und veröffentlichte sein erstes Buch mit dem Titel „Images à la Sauvette“ (auf Englisch unter dem Titel „The Decisive Moment“ erschienen).

Er erklärte seinen fotografischen Ansatz mit den Worten: „Für mich ist die Kamera ein Skizzenblock, ein Instrument der Intuition und Spontaneität, eine Meisterin des Augenblicks, die, bildlich gesprochen, gleichzeitig fragt und entscheidet. Durch die Reduzierung der Mittel gelangt man zur Einfachheit des Ausdrucks.“

Ab 1968 fotografierte er weniger und verlegte sich mehr auf das Zeichnen und Malen. Gemeinsam mit Frau und Tochter gründete er 2003 die Fondation Henri Cartier-Bresson in Paris für den Erhalt seines Nachlasses. Cartier-Bresson erhielt unzählige Preise, Auszeichnungen und Ehrendoktorwürden. Er starb wenige Wochen vor seinem 96. Geburtstag am 3. August 2004 in seinem Haus in der Provence.

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