Julian Schnabel's Polaroid Kamera.
Diese handgefertigte Kamera ist geradezu monströs, von unglaublicher Massivität und ursprünglich allein für Studioaufnahmen gedacht, auch weil sie als Lichtquelle starke Blitzgeräte brauchte. Julian Schnabel arbeitet mit diesem ins Riesenhafte gewachsenen „Apparat“ – mit einigem Aufwand – nicht nur in seinen eigenen Räumen und an verschiedenen Orten, er lässt ihn auch ins Freie bugsieren. Ein merkwürdiges Ungetüm in der Landschaft, groß wie ein Kühlschrank und auf Rollen montiert! „Ein komplexes Spielzeug“: 235 pound sind zu bewegen, da braucht man nicht nur einen großen Truck, Material es zu schützen und zu stabilisieren, Männer, es zu heben – am wichtigsten ist zu wissen, wie der hochempfindliche Film auf die wechselnden Lichtverhältnisse unter freiem Himmel reagiert. Die Arbeit mit dem vorhandenen Licht erfordert manchmal lange Belichtungszeiten, auch mit der empfindlicheren Schwarz Weiß Polaroid Emulsion. Man muss die Kiste beherrschen.
Jene große Dimension haben neben Julian Schnabel Künstler wie Andy Warhol oder Annie Leibowitz erprobt, William Wegman oder Chuck Close.
So avanciert die digitale Technik heute ist, so überzeugt sind passionierte Polaroid Fotografen, dass es kein Medium gibt, das mit dem „Polaroid large format instant film“ konkurrieren kann. Die Nuancen der analogen Technologie dieses Films, das breite Spektrum von Zwischentönen und Schattierungen könnten von der digitalen Technik nicht eingeholt werden. „This is the purest form of photography, you are taking a photograph and making a print at the same moment.“ Jede Aufnahme ist einzig, es gibt kein wieder zu nutzendes Negativ. Ein Polaroid ist ein Unikat, das hat diese Fotos so berühmt gemacht.
Seine Aura dankt sich auch der materiellen Dimension, seiner besonderen Oberfläche, die nur beim Polaroid durch chemische Eigenschaften der Emulsion erhaben ist, spürbar beschichtet, verschmiert an den Rändern, von glatter, spiegelnder Textur, die Bildgrenze sichtbar, unbeschnitten.
Edwin Land hat das Sofortbildverfahren erfunden und 1937 sein Unternehmen gegründet; er lud viele Künstler ein, mit Kameras und Filmmaterial zu experimentieren – wie Ansel Adams, Robert Rauschenberg, Robert Frank, David Hockney oder Robert Mapplethorpe – und erhielt als Gegengabe Bilder. Lands Firma ist inzwischen aufsehenerregend bankrott und seine Fotosammlung, mit elftausend Werken einer der bedeutendsten der Welt, soll bei Sotheby’s am 21. und 22. Juni diesen Jahres versteigert werden. Der Nimbus des Polaroids als zeithistorisches Dokument wird dadurch nur größer.
Weitere Artikel im Magazin
- To Rococo Rot, 13.11.2010
- PICTOPLASMA IN NRW, 3.12.2010
- Das virtuelle Lindbergh Museum
- App-Update
- Becher-Bibliothek
- KRAUT - ab sofort!
- Kraut-Shirt
- NRW-Forum X+
- Kraft-Werk
- Fotowettbewerb
- Blogger diskutieren Fashionblogs
- Künstlerleidenschaft
- Inspirator Stephen Shore?
- Twitternde Museen
- NRW-Forum + Foursquare
- Patti Smith in der Mapplethorpe Retrospektive
- Kuball Installation
- Video-Interviews
- Quadriennale 2010
- Lou Reed & Julian Schnabel
- Mapplethorpe in Düsseldorf
- Schnabel Monströs.
- Udo Kier im NRW-Forum
- Gillick. Arad. Koons.
- Rheims. Lindbergh. Höfer
- Schnabel im Shop
- Lange Nacht rockt
- Turrell. Doig. Longo
- Besucher lieben Inspiration
- Lange Nacht im NRW-Forum
- Kreidler probt ...
- Neu! Antiquariat
- Shore erhält DGPh-Preis
Newsletter bestellen
Tipp
Kontakt
NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 – 89 266 90
Fax: +49 (0)211 – 89 266 82
Öffnungszeiten & Preise
Dienstag bis Sonntag 11 bis 20 Uhr
Freitag 11 bis 24 Uhr
EG: Erwachsene 5,80
(3,80 ermäßigt*)
EG + OG: Erwachsene 7,80
(5,30 ermäßigt*)
Freitag ab 18 Uhr: 3,80
(keine weiteren Ermäßigungen)
Freitag 20 Uhr: kostenlose Führung in Deutsch
