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DGPh verleiht den Kulturpreis 2010 an Stephen Shore

Foto: Main Street, Gull Lake, Saskatchewan, August 18, 1974

Mit dem US-amerikanischen New-Color-Pionier Stephen Shore ehrt die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) einen der bedeutendsten Photographen der Gegenwart.

Stephen Shore zählt neben William Eggleston und Joel Sternfeld zu den führenden Protagonisten der New-Color-Photography. Mit ihm würdigt die DGPh eine herausragende Persönlichkeit, deren ikonisches Schaffen international gleich mehrere Photographengenerationen entscheidend geprägt hat.

Bereits in seiner Kindheit experimentierte Stephen Shore, der 1947 in New York geboren wurde, mit der Photographie. Edward Steichen, Kurator des Museum of Modern Art in New York, erwarb 1961 drei s/w-Prints von dem 14jährigen für die photographische Sammlung. Mitte der 1960er Jahre begann Shore das künstlerische Treiben in Andy Warhols Factory zu dokumentieren. Von den zeitgemäßen künstlerischen Entwicklungen der Photoszene inspiriert, entstanden ab 1969 serielle Arbeiten, die zwei Jahre später in einer Einzelausstellung im Metropolitan Museum of Art in New York ausgestellt wurden.

Zu Beginn der 1970er Jahre verwendete Stephen Shore in seinen Bildern, die auf mehreren Reisen durch die USA entstanden und mit Kalkül das Alltägliche und Banale in den Blickpunkt rückten, erstmals das Element der Farbe als autonomes Ausdrucksmittel. Durch den Farbeinsatz, der im Sinne von Walker Evans damals noch als „vulgär“ galt, revolutionierte Stephen Shore das Eigenverständnis der Photographie nachhaltig. 1976 richtete ihm das Museum of Modern Art in New York eine Einzelausstellung aus. Shores Photoband Uncommon Places, der 1982 im Aperture Verlag erschien, wurde für gleich mehrere Photographen-generationen dies- und jenseits des Atlantiks wegweisend.

Besonders in Deutschland erfuhren Shores Farbaufnahmen große Beachtung. Auf der Photofachmesse photokina war er in den 1970er Jahren ebenso vertreten wie auf der Medien-documenta 6 in Kassel (1977). Unter anderem beeinflussten seine meisterlich komponierten Farbaufnahmen US-amerikanischer Stadtlandschaften die Protagonisten der Studienklasse von Bernd Becher an der Kunstakademie Düsseldorf (u.a. Andreas Gursky, Thomas Ruff und Thomas Struth).

Seit 1982 leitet Stephen Shore den Fachbereich Photographie am renommierten Bard College, Annandale-on-Hudson, New York. Sein Lehrbuch The Nature of Photographs. A Primer (2006) wurde in mehrere Sprachen übersetzt.

Die Verleihung des Kulturpreises an Stephen Shore findet am 11. September 2010 im NRW Forum für Kultur und Wirtschaft in Düsseldorf statt. Flankierend wird dort im Rahmen der Quadriennale 2010 die Ausstellung „Der rote Bulli – Stephen Shore und die Neue Düsseldorfer Fotografie“ gezeigt.

Der Kulturpreis der DGPh wird seit 1959 verliehen. Mit ihm zeichnet die Gesellschaft Persönlichkeiten für bedeutende Leistungen im Bereich der Photographie aus. Träger des Kulturpreises waren unter anderem Bernd und Hilla Becher, Henri Cartier-Bresson, Chargesheimer, David Hockney, Daido Moriyama, Irving Penn, Man Ray, Ed Ruscha, August Sander, Wolfgang Tillmans und Wim Wenders.

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