NRW-Forum Düsseldorf

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Internet killed the Video Star Eine Internetausstellung ab 14. April, www.nrw-forum.de/videostar

Das NRW-Forum Düsseldorf stellt 10 Jahre nach seiner spektakulären VIDEO Ausstellung, zu der noch Malcolm Mc Laren das Vorwort sprach, in einer virtuellen Ausstellung, die nur im Internet unter www.nrw-forum.de zu sehen ist, die Nachfolge-Generation der MTV-Ästhetik vor.

Eine fast unüberschaubare Menge von 100 Videomonitoren erwartete im Jahr 2000 den Besucher im NRW-Forum Düsseldorf – Sinnbild für die Bilderflut, mit der das Video seit Beginn der 80er Jahre reißend und gewalttätig die Trutzburgen der alten Kulturproduktion gestürmt hatte. Die Ausstellung VIDEO brachte die Videos wieder zurück auf den Monitor und stellte sie dem Besucher, unabhängig davon ob es sich um Kunstvideo, Werbevideo oder Musikclip handelt, zur vergleichenden Betrachtung dieser neuen, ästhetischen Bildsprache zur Verfügung: MTV war der Inbegriff all dessen – als der Kanal am 1. August 1981 in den USA um Punkt Null Uhr startete, spielte man das Musik Video “Video killed the Radio Star” der Band The Buggles. Ein Auftritt mit klarer Ansage. Heute sieht es ganz danach aus, dass der Internet Star den Video Star längst überstrahlt.

Heutzutage gelangen Music Videos nur noch ganz selten durch das Fernsehkabel oder die Satellitenschüssel auf Fernsehgeräte in Wohn- oder Kinderzimmer. Stattdessen kommen jene Musikvideos, die überhaupt noch jemanden erreichen, durch die Internetleitung auf PC oder Laptop oder via UMTS auf das Handy. Und immer öfter, sind sie nicht von den Künstlern selbst oder ihren Regisseuren gestaltet, sondern von ihren Fans. Was erst einmal nicht viel über die Qualität der Videos aussagt, aber viel über den Wert, den Musik Videos in der digitalisierten Popkultur heute einnehmen.

Nie wurden Musik Videos weniger hingebungsvoll und gleichzeitig so effizient konsumiert. YouTube, das weltweit größte Portal für Videos im Netz und Portale MyVideo.de, Vimeo.com, Video.aol.com oder Dailymotion.com bilden die größte Jukebox der Welt. Jedes jemals verfilmte Lied ist auf dem Portal überall und jederzeit aufzurufen.

“Fans konsumieren nicht länger nur, Fans tragen zur Arbeit ihrer Stars bei.” kommentiert das Johannes Boie in seinem Essay zur Ausstellung. Stars wie Trent Reznor von Nine Inch Nails haben das begriffen und stellen ihren Fans musikalische Rohdaten zum Remixen zur Verfügung – oder: Radiohead stellte zur Ankündigung ihres Songs „Lotus Flower“ ein Schwarzweiß-Video ins Netz, zu dem dann schon zwei Tage später auf YouTube Parodien und Hommagen zu finden waren, die in der Folge immer mehr weitere Fan-Videos nach sich zogen, wie bei einer Kettenbrief-Aktion.

Die Ausstellung “Internet killed the Video Star” zeigt in einer aufwendig produzierten Internet-Ausstellung dieses Phänomen, sortiert und kontextualisiert es und ermöglicht so einen vergleichenden Zugang. Ein System von Verschachtelungen und Verlinkungen führt den User zu immer neuen Videos im Netz und fordert am Ende auf, die Ausstellung ins Unendliche weiterzuführen.

Wird damit Bertolt Brechts Utopie zur Realität, dass jeder Hörer (eines Radioprogramms) auch zum Sender werden solle? Ist nicht heute bereits jeder Internet-User, der ein Video auf YouTube hochlädt, ein Massenmedium? Smartphones und iPads unterstützen die Produktion und Distribution von Clips und schaffen einen Orbit selbstgenerierten Contents.

Während im Jahr 2000 die Videos noch explizit für das Format des Fernseh-bildschirms gemacht worden waren und deshalb auf Fernsehmonitoren ausgestellt werden “mussten”, verlangt die neue Generation von Video-Clips, die für das Web produziert wurden nicht mehr nach einer physischen Präsenz zwischen den Mauern des Museums, sondern sollen – so finden die Ausstellungsmacher Werner Lippert und Petra Wenzel – in der inzwischen durch Social Media und Webpräsenz ins Internet ausgeweitete musealen Virtualität ausgestellt werden. “Verlinkung und Interaktivität ersetzen die Faktoren von Zeit und Raum des physischen Museumsbesuchs; hier tritt das Digitale nicht in Konkurrenz zum Auratischen. Sondern schafft einen Ort der Begegnung.”

Der Einführungstext zur Ausstellung stammt von Johannes Boie, die Realisierung ist eine Kooperation mit dem Projektbüro .HENKELHIEDL.

Zur Vernissage am 14. April im NRW-Forum – die es dann doch ganz stofflich im Museum geben wird – “legt” DJ Toulouse Low Trax folgerichtig auch keine Platten auf, sondern YouTube Videos und Models mit QR-Code T-Shirts präsentieren die Arbeiten der Ausstellung “Internet killed the Video Star”.

Kontakt

NRW-Forum Kultur und Wirtschaft
Ehrenhof 2, 40479 Düsseldorf
Tel.: +49 (0)211 – 89 266 90
Fax: +49 (0)211 – 89 266 82

Öffnungszeiten & Preise

Dienstag bis Donnerstag 11 bis 18 Uhr
Freitag 11 bis 20 Uhr
Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr

Erwachsene 9,00 (4,00 ermäßigt*)
gültig für die Ausstellungen “The invisible force behind” und “Visionen und Alpträume” im Rahmen der Quadriennale Düsseldorf 2014

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