Das inzwischen legendäre Ei-Motiv von Charles Wilp aus der Ausstellung
Alle Wetter ... aus der Ausstellung und läuft und läuft und läuft, 23.01 - 05.04.1999
Ein Motiv aus der Ausstellung Guy Bourdin, 13.01. - 27.02.2005
Guerillawerbung in der Ausstellung Radical Advertising, 05.04. - 17.08.2008
Ein »liquidated logo« des Künstlers ZEUVS aus Radical Advertising, 05.04. - 17.08.2008
Das Thema Werbung im NRW-Forum
Egoïste! Egoïste! Egoïste!”, gellt es von einem immer anderen Balkon. Im Fokus: ein Grandhotel, bevölkert von Models, die nacheinander erbost eine Balkontür aufstoßen, um den ultimativen Hassruf in die Welt zu schleudern. In einem weiteren Werbeclip haut ein mechanischer Spielzeughase in Rosa dank der Batteriekraft von Duracell unermüdlich auf seine Trommel. 100 in einem Raum zusammengedrängte Monitore flimmerten im NRW-Forum um die Wette: Jean-Paul Goudes sensationell choreografierte Chanel-Werbung für den Männerduft „Egoïste” neben Kunstvideos. MTV-Clips neben reinen Werbefilmen. Darf man die kulturellen Fallhöhen derart ignorieren? 2004, als das NRW-Forum diese unerhört dichte Videopräsentation von High und Low, Kunst und Werbung, Dokumentation und Fiktion riskierte, hagelte es Kritik. Zukunftswachen Geistern ging aber ein Licht auf: Hier wurden nicht brüsk die Grenzen der verschiedenen Genres nivelliert, sondern ästhetische Berührungspunkte wie in einem filmischen Laboratorium sichtbar.
Mit dem Bilderrausch aus 25 Jahren Videoästhetik gelang dem NRW-Forum ein Fanal. Werbung, das war zwar von Beginn an eine wesentliche Säule im Ausstellungsgeschehen des Hauses, doch nach eher spartenbezogenen Präsentationen wie etwa vom Art Directors Club prämierten Arbeiten (2001) spitzte sich das Programm auf die Idee der „Konvergenz” zu. Verhandelt wird der fortschreitende Verschmelzungsprozess zwischen den Medien und Genres.
Petra Wenzel und Werner Lippert, die beiden Ausstellungsmanager des Forums, scheinen als Werber und studierte Geisteswissenschaftler für diese Expedition wie berufen. Sie prägten auch das erste globale Kunst-Sponsoring zwischen Hugo Boss und dem Guggenheim Museum. Von New York aus lancierte man das Merchandising sowie innovative Shop-Projekte für Museen – unter anderem mit Laurie Anderson. Werner Lippert glaubt, dass die „kulturelle Stimulation” und damit die Sogkraft werbetauglicher Botschaften immer mehr zunimmt. Und: .,Die Qualität des ,Visual Kidnapping` zwischen Kunst, Mode. Design und Werbung ist heute ungemein hoch.” Die aktuelle Werbung bleibt ein aufregender Fall für das Museum.
Quelle: Birgit Sonna, Veröffentlichung zur Ausstellung “Radical Advertising”, 2008
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