Ausstellungen

Ausstellungsansicht Mythos Tour De France © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: M. Scherag

Mythos Tour de France

Otto Berchem, Robert Capa, Laurent Cipriani, Andreas Gursky, Harry Gruyaert, Martin Höfer, Philipp Hympendahl, Richard Kalvar, Timm Kölln, Kraftwerk, Guy Le Querrec, Louis Malle, Nicola Mesken, Reinhard Mucha, Pascal Rivet, Kai Schäfer, Paul Smith, Olaf Unverzart, Stephan Vanfleteren und John Vink.

19. Mai – 30. Juli 2017

Ausstellungsansicht Mythos Tour De France © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: M. Scherag

Atemberaubende Landschaften, aufgeladene Orte, zu Helden stilisierte Fahrer: Die Tour de France steckt voller Mythen, Legenden und Ikonen und lockte schon immer die besten Fotografen der Welt an. Das NRW-Forum Düsseldorf wird im Sommer 2017 zum doppelten Schauplatz des sportlichen und medialen Großereignisses: Die Strecke des Grand Départ führt nicht nur direkt am Ehrenhof vorbei, die Tour kommt auch in den Ausstellungsraum.

Ausstellungsansicht Mythos Tour De France © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: M. Scherag

Mit über 120 Arbeiten von 20 internationalen Künstlern aus mehr als 80 Jahren Tour-Historie präsentiert die internationale Gruppenausstellung "Mythos Tour de France" die gewaltigen Bildwelten des wichtigsten Radrennens der Welt, beleuchtet die ereignisreiche Geschichte der Tour de France, zeigt ihre Ruhm- und Schattenseiten und führt vor Augen, wie Sport- und Bildereignisse einander bedingen. Dabei verwebt sie unterschiedliche narrative Fäden und künstlerische Perspektiven, zeigt die Fahrer, die Pisten, die Landschaften, die Fans, die großen Ereignisse und die kleinen Geschichten abseits des o ziellen Geschehens und erforscht die Frage: Wie wurde die Tour zum Mythos?

"Man muss innehalten, um zu begreifen, was das größte mobile Sportereignis für Menschen bedeutet, zumindest bedeuten kann. Und innehalten. Und das tun die Künstler, die die Tour in Licht und Schatten festhalten - und mit deren stillen Momenten das NRW-Forum gleichwohl eine höchst populäre Ausstellung mit bemerkenswerten Schauwerten auf die Beine stellt." - Neue Rhein Zeitung

"Der Ruf der Tour hat in den vergangenen Jahren arg gelitten. Warum sie trotz aller Skandale seit weit mehr als 100 Jahren Menschen auf der ganzen Welt begeistert? Das versteht, wer die Ausstellung besucht." - Kölner Stadt-Anzeiger

Mythos Tour de France / Gestaltung: Happy Little Accidents

Timm Köllns Projekt The Peloton zeigt berühmte Fahrer kurz nach dem Zieleinlauf – ein intimer Blick auf faszinierende Athleten, die Schönheit des Wettkampfes, aber auch in die Abgründe eines immer mehr in Verruf geratenen Systems. Die Serie Peloton Legs sind der Stolz und das Kapital der Fahrer, ihre Beine, die überlebensgroß wie Säulen den Raum zu tragen scheinen.

Der französische Filmemacher Louis Malle hat in seinem Dokumentarfilm Vive Le Tour auch die Gegenbilder des Mythos eingefangen. Der 19-minütige Film ist ein vielschichtiges Stimmungsbild der Tour de France von 1962, der erschreckende und euphorische Momente festhält.

Olaf Unverzart widmet seine Serie Land einem stillen Hauptakteur des Rennens; den Straßen. Als leidenschaftlicher Rennfahrer ist er alle Strecken, die er fotografiert hat, selbst gefahren.

Andreas Gurskys Tour de France I von 2007 zeigt das Tour-Spektakel aus einem entfernten, erhöhten Standpunkt als ein komplexes Gesamtgebilde, das sich die Serpentinen einer Bergstraße hinaufschlängelt. Die Fahrer, die Fans und Medien sind winzige Protagonisten vor einer Ehrfurcht gebietenden Naturkulisse.

Philipp Hympendahl hat die Tour de France von 2014 und 2015 mit einer 6x17-Panorama-Rollfilm-Kamera begleitet, mit der pro Film nur vier Bilder aufgenommen werden können. Mit einer Kamera, die für Sport- und besonders Radsportfotografie eigentlich ungeeignet ist, macht er entschleunigte Bilder, die die Geschichten am Rand der Tour und abseits des Rauschens erzählen. 

Laurent Cipriani fuhr für die Serie Along the Road (2013-2015) auf dem Rücksitz eines Motorrads für The Associated Press die Rennstrecke entlang, nur einige Minuten vor den Fahrern, und hielt den Moment der Erwartung des bevorstehenden Rennens fest. 

Ausstellungsansicht Mythos Tour De France © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: M. Scherag

Der belgische Fotograf Stephan Vanfleteren präsentiert mit der Serie Flandrien einige der erfolgreichsten Fahrer der Welt, die aus Flandern, einer der bekanntesten Radsportregionen Belgiens, stammen. Neben dem fünffachen Tour-Sieger Eddy Merckx, der heute als der größte Rennfahrer der Radsportgeschichte gilt, sind sieben weitere Porträts der größten belgischen Radsporthelden zu sehen.

Nicola Mesken fotografiert seit zwölf Jahren Fans am Streckenrand. Mit einer analogen Kleinbildkamera und auf Schwarz-Weiß-Film dokumentiert sie das Leben am Rand der Strecke, zeigt die stillen Momente der Fans. 

Den wohl berühmtesten Fehltritt eines Fans hat Otto Berchems Arbeit Eric the photographer's 00:10:48 seconds of fame zum Thema. Die Installation basiert auf einer wahren Geschichte, nach der der Fahrer Giuseppe Guerini bei der Tour de France 1999 nur wenige Meter vor der Ziellinie von einem Fan zu Boden gerissen wurde, als dieser versuchte, ein Foto zu machen. 

Pascal Rivet hat für die Serie Les Silhouettes (1993-94) zehn berühmte Radsporthelden in Holzaufsteller verwandelt, wie man sie von Jahrmärkten kennt, eine Art Fotowand, die es jedem ermöglicht, für ein Bild in die Rolle seiner Sportidole zu schlüpfen. 

Reinhard Mucha ist nicht nur Biennale- und Documenta-Teilnehmer und gilt als einer der wichtigsten Künstler seiner Generation – er ist auch leidenschaftlicher Rennradfahrer und hat einige seiner Objekte und Installationen dem Radsport und der Tour de France gewidmet. 

Das Thema Doping gehört seit jeher genauso zum Mythos der Tour de France wie ihre strahlenden Helden. Martin Höfer hat für die Ausstellung die Arbeit The surplus self of mine promotes my triumph (Eigenblutdoping) konzipiert, eine Installation aus Fotografie und einer Blutkonserve, die eine Analogie von Sport und Kunst als zeitgenössische Leistungsbetriebe herstellt. 

Ein Zeugnis davon, wie der Mythos sich aller Sparten bedient und auch in die Popkultur Eingang erhalten hat, ist das 2003 erschienene Album Tour de France der Düsseldorfer Band Kraftwerk, die selbst schon ein Mythos ist, und bekannt dafür, ihre Auftritte mit großen 3D-Video-Installationen zu begleiten. Als multimediale Rauminstallation werden die großformatigen Animationen und das Album Tour de France Teil der Ausstellung. 

Kai Schäfer hat für die Fotoserie Worldrecords die besten Alben der Musikgeschichte auf legendären Plattenspielern fotografiert und präsentiert eine eigens von Kraftwerk-Mitglied Ralf Hütter signierte Arbeit zum letzten Studioalbum der Kultband. 

Nicht nur der Fahrer selbst, auch seine Kleidung ist Teil des mythischen Systems der Tour de France. In der Ausstellung sind 13 originale Tour-Jerseys des britischen Modedesigners Paul Smith zu sehen, die, bei Rennen getragen und teils signiert, eine Art heiliges Schweißtuch des Radsports sind.

Begleitprogramm
Steffen Weigold, 2017, © Steffen Weigold

Die besten CEWE-FOTOBUCH Projekte: Rund ums Rad

Wir präsentieren die besten Fotobücher zum Thema „Rund ums Rad“, die im Rahmen von Workshops mit unserem Partner CEWE entstanden sind. Vom 7. bis 30. Juli 2017 zeigen 16 junge Fotografen, welche beindruckenden Bildwelten entstehen, wenn man die Welt mit dem Rad erkundet. 

Mit Arbeiten von Steffen Weigold, Alexander Ignasiak, Klaus Leinweber & Felix Miller, Kim Anderson, Detlef Geier, Gilberto Zamorano, Daniel Tran, 
Anna Weyer,
Yumi Furuno, Paulina Akbay, Linghuan Zhang, Nada Maleš, Yue Dong, Themis Sourri, Jörg Seifert und Julia Brennecke. Die Buchprojekte wurden unter der Workshop-Leitung des Fotografen Ruslan Varabyou und mit der Software von CEWE gestaltet.

Die Eröffnung findet am Donnerstag, 6. Juli, um 19 Uhr statt → Facebook-Einladung zur Eröffnung

© Alexander Ignasiak
© Gilberto Zamorano
© Klaus Leinweber
© Linghuan Zhang

Rapha Rides Düsseldorf

Hier gibts den richtigen Radsport-Style: Für einen Monat, vom 1. Juni bis 2. Juli, richtet Rapha einen Pop-up-Store im Obergeschoss des NRW-Forums ein. Die britische Marke hat funktionale Sport- bekleidung elegant gemacht und bietet auch Accessoires und Publikationen zum Thema Radsport an. Begleitend zum ersten Düsseldorfer Rapha Pop-up-Store werden die Briten außerdem eine spannende Agenda mit Events und Ausfahrten anbieten.

Rapha.cc/rides/duesseldorf

© Ben Ingham

Workshop: Pimp Your Bike

Wir bieten wir jeden zweiten Sonntag einen Workshop für alle Tuner, Spinner und kreativen Radler und Bastler. Mit unterschiedlichsten Materialien wie fluoreszierenden Farben, Aufklebern, Leuchtbändern, LEDs und selbstgebauten Soundeffekten können die Drahtesel bis zur Unkenntlichkeit verschönert werden. Material gibt es von uns. Fahrräder bitte mitbringen.

→ Mehr Informationen

Mehr Fahrräder für Düsseldorf! 

Gemeinsam mit dem Kreativbüro denken3000 rufen wir mit der Aktion Free Bikes eine Bike-Sharing-Initiative ins Leben, die kostenlos Fahrräder zur Verfügung stellt. Der erste Testversuch zur diesjährigen Nacht der Museen hat so gut funktioniert, dass es jetzt weitergehen soll.

→ Mehr Informationen

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