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Liu Xiaodong Beichuan 2010

Liu Xiaodong. Langsame Heimkehr

Eine gemeinsame Ausstellung von Kunsthalle Düsseldorf und NRW-Forum Düsseldorf

Laufzeit: 9.6.-19.8.2018

Eröffnung: 8.6.2018
19:30 Uhr: Eröffnung im NRW-Forum
21:00 Uhr: Eröffnung in der Kunsthalle
Pressetermin: 8.6.2018
11 Uhr in der Kunsthalle, ab 12 Uhr im NRW-Forum

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Der chinesische Künstler Liu Xiaodong ist in Asien längst ein Superstar und gehört zu der legendären Künstlergeneration, die friedlich auf dem Platz des Himmlischen Friedens demonstrierte, mit dem System aneckte und Jahre später weltweit Furore machte. Langsame Heimkehr“, eine gemeinsame Ausstellung von Kunsthalle Düsseldorf und NRW-Forum Düsseldorf, widmet dem chinesischen Ausnahmekünstler vom 9. Juni bis 19. August 2018 die weltweit erste umfassende Retrospektive.

Die von Heinz-Norbert Jocks mitkuratierte Doppelausstellung „Langsame Heimkehr“ ist eine Weltpremiere und die erste Ausstellung, die sich der enormen Komplexität von Liu Xiaodongs Schaffen widmet. Gezeigt werden Arbeiten aus den Jahren 1983 bis 2018, rund 60 Gemälde, Bildskizzen, Fotografien, übermalte Fotografien, eine digitale Malmaschine, Tagebuchnotizen und der im Ausland gefeierte schwarz-weiße Avantgardefilm „The Days“ (1993) des Regisseurs Wang Xiaoshuai.

Die Kunsthalle Düsseldorf gibt einen Überblick über Xiaodongs Malerei, ergänzt durch den Film, der am 4. und 18. Juni jeweils um 19 Uhr in der Düsseldorfer Black Box gezeigt wird. Außerhalb des staatlichen Filmsystems produziert, wurde der Film nach Erscheinen prompt auf die Schwarze Liste gesetzt. „The Days“ erzählt die Geschichte des verheirateten Liebespaars Dong (gespielt von Liu Xiaodong) und Chun (gespielt von seiner Frau, der Künstlerin Yu Hong), die nach Ihrem Studium am Beijing Art Institute erbärmlich von der Hoffnung leben, sich eines Tages durch ihre Kunst finanzieren zu können. Das NRW-Forum legt den Fokus auf die fotografischen Werke sowie Liu Xiaodongs digitale Auseinandersetzung mit der Malerei und präsentiert auch die zusammen mit Wissenschaftlern entwickelte digitale Malmaschine. Im Ausstellungsraum werden von der Malmaschine Bilder, die mit einer auf dem Dach des NRW-Forum installierten Webcam eingefangen werden, in Realzeit auf Leinwand übertragen. Die Langsamkeit, mit der das digitale Bild sich in ein analoges verwandelt, lässt den irritierenden Eindruck entstehen, der Maler würde den Pinsel per Fernsteuerung über die Leinwand führen.

Der außerordentlichen Komplexität von Liu Xiaodongs Schaffen nähert sich „Langsame Heimkehr“ nicht nur durch die mediale Aufteilung an den beiden Ausstellungsorten, sondern auch durch eine thematische Aufteilung in vier Kapitel. Den Ausgangspunkt bildet der Ort Jincheng (Liaoing-Provinz), an dem Liu Xiaodong 1963 geboren wurde und aufwuchs. Das zweite Kapitel behandelt die Reisen innerhalb Chinas, das dritte das Unterwegssein außerhalb der Heimat und das letzte Kapitel die Heimkehr nach Peking.

Liu Xiaodong zählt zu dem Kreis zeitgenössischer Künstler, die weltweit Furore machten und zuletzt im Guggenheim Museum in New York gezeigt wurden. Als Maler, der gegen den Absolutismus des kollektiven Denkens kämpft, engagiert er sich für die Vielfalt der Kulturen und die Diversität der Subjektivität. In seinen Werken beschäftigt er sich mit den Bedingungen des Menschseins und thematisiert globale Themen wie Bevölkerungsverlagerung, Umweltkrisen und wirtschaftliche Umwälzung. Seit Jahren setzt er sich einfühlsam mit Minderheiten sowohl in als auch außerhalb Chinas und subtil-kritisch mit den rasanten Veränderungen der chinesischen Gesellschaft auseinander. Eigens für die Doppelausstellung realisierte Liu Xiaodong in Berlin das Projekt „Transgender/Gay“, für das er die Transgender Sasha Maria van Halbach und den schwulen chinesischen Künstler Isaac Chong porträtiert. Parallel zu den Gemälden, die die unmittelbaren Eindrücke vor Ort verarbeiten, thematisiert ein nach dem Konzept des Künstlers realisierter Film die wechselseitige Beziehung zwischen dem Künstler und seinen Modellen.

Das Außergewöhnliche an der künstlerischen Praxis von Liu Xiadong ist, dass er in der Regel  nicht nach Fotos oder aus der Erinnerung malt, sondern wie Cézanne vor dem Motiv. Ihm geht es dabei um die physische wie psychische Eigenkonfrontation mit der Außenwelt und deren Übersetzung in einzigartige Innenbilder parallel zur Wirklichkeit, die von seiner tiefen Empathie und Sensibilität zeugen. Mit größtmöglicher Offenheit begegnet er der Fremde und den Fremden. Aus dem obsessiven Wunsch heraus, die Welt um sich herum gemäß seiner „organisch-organisierenden Phantasie“ (Peter Handke) darstellen zu wollen, verlässt er sich aufgrund seiner Erfahrungen in China und anderswo lieber auf die eigene Wahrnehmung, das eigene Erleben und die eigene Selbsterfahrung als auf mediale Bilder.

Die Ausstellung ist eine Kooperation von Kunsthalle Düsseldorf und NRW-Forum Düsseldorf. Sie wird kuratiert von Heinz-Norbert Jocks in Zusammenarbeit mit Gregor Jansen und Alain Bieber. Das Ausstellungsdesign stammt von Francesca Fornasari. Begleitend zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der ein Gespräch mit Liu Xiaodong und Texte von Gregor Jansen, Heinz-Norbert Jocks und Pi Li enthält.  

Über Liu Xiaodong:

Liu Xiaodong, 1963 in der kleinen Industriestadt Jincheng geboren, zog mit 17 Jahren nach Peking, um Kunst an der Central Academy of Fine Arts (CAFA) zu studieren. 1988 erhielt er einen Bachelor of Fine Arts und 1975 den Titel Meister im Bereich der Ölmalerei. Von 1998 bis 1999 setzte er sein Studium in Übersee an der Akademie der Bildenden Künste an der Universität Complutense in Madrid fort. Danach wurde er Professor für Malerei am CAFA.

Noch als Student am CAFA, der bedeutendsten Akademie in ganz China, machte er sich einen Namen als Schauspieler in dem schwarz-weißen Undergroundfilm „The Days“ des Filmemachers Wang Xiaoshuai. In China verboten, war der Film jenseits der Grenzen ein großer Erfolg und wurde von der BBC als einer der 100 bedeutendsten internationalen Filme des vergangenen Jahrhunderts gelobt. Fasziniert von seiner Malerei, war es der berühmte amerikanische Maler Mark Tobey, der als Erster in New York die Qualität von Liu Xiaodongs Malerei erkannte und ihn in seinem Studio bereits 1994 ausstellte, um seine große Entdeckung Künstlerfreunden und wichtigen Persönlichkeiten der amerikanischen Kunstszene vorzustellen.

In Europa war Liu Xiaodong mitunter in der Gruppenausstellung „Des artistes Chinois à la Foundation Louis Vuitton“ (2016) zu sehen. Im Oktober ist er in der von Alexandra Munrow, Hou Hanru und Philip Tinari kuratierten Gruppenausstellung „Art and China after 1989: Theater of the World“ im New Yorker Guggenheim Museum mit wichtigen Gemälden vertreten.

Liu Xiaodong. Langsame Heimkehr
Kunsthalle Düsseldorf und NRW-Forum Düsseldorf
Laufzeit:
9.6.-19.8.2018
Eröffnung: 8.6.2018 19:30 Uhr: Eröffnung im NRW-Forum 21 Uhr: Eröffnung in der Kunsthalle
Pressetermin: 8.6.2018 11 Uhr in der Kunsthalle, ab 12 Uhr im NRW-Forum

Filmvorführung „The Days“, 1993
Regie: Wang Xiaoshuai
Termine: 4.6. und 18.6.2018, jeweils 19 Uhr
Black Box, Schulstraße 4, 40213 Düsseldorf
Freier Eintritt

Nach der Vorstellung am 4. Juni 2018 findet im Anschluss in der Black Box ein Künstlergespräch mit Liu Xiaodong statt.

Tickets

Für die Doppelausstellung gibt es ein Kombiticket, das zum einmaligen Besuch beider Ausstellungen berechtig (Di – Do 9,-€/ erm. 5,-€ und Fr – So 11,-€/ erm. 6,-€). Die Tickets sind in beiden Häusern erhältlich.

Pressebilder

Das aufgeführte Bildmaterial ist bei themengebundener Berichterstattung (in Print- und Online-Medien sowie über Social Media-Kanäle) und unter Nennung der angegeben Fotocredits frei nutzbar. Sechs Wochen nach dem Ausstellungsende erlischt das kostenfreie Nutzungsrecht.

NRW-Forum Düsseldorf

Liu Xiaodong im NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Liu Xiaodong im NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Der Künstler Liu Xiaodong und der Kurator Heinz-Norbert Jocks im NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Ausstellungsansicht Liu Xiaondong © NRW-Forum Düsseldorf / Foto: Bozica Babic

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Liu Xiaodong together with the girls in the painting “Out of Beichuan”, Beichuan, Sichuan Province, 2010 © Liu Xiaodong

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Liu Xiaodong painting “Horse Market”, Tianshui, Gansu Province © Liu Xiaodong

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My father outside his home, Jincheng, Liaoning Province, 1986 © Liu Xiaodong

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Liu Xiaodong at Tiananmen Square, Beijing, 1989 © Liu Xiaodong

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A scene in a fishing village, Hainan Island, 1987 © Liu Xiaodong

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Younger cousin Xiao Cong and his mother in my studio, Beijing, 1991© Liu Xiaodong

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Xia Xing in Nandaihe, 1992 © Liu Xiaodong

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When Yu Hong arrived New York, 1993 © Liu Xiaodong

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Kunsthalle Düsseldorf

Liu Xiaodong in der Kunsthalle Düsseldorf © Foto: Katja Illner

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Installationsansicht „Liu Xiaodong. Langsame Heimkehr“, Kunsthalle Düsseldorf, 2018 © Foto: Katja Illner

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Liu Xiaodong Qing Zang Railroad, 2007 Installationsansicht Kunsthalle Düsseldorf, 2018 © Foto: Katja Illner

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Self-Portrait, 2010 Oil on canvas 33 x 47 cm © Liu Xiaodong

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Weight of Insomnia - Square in Jincheng, 2016 Acrylic on canvas 500 x 250 x 400 cm © Liu Xiaodong

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Your City 1, 2017 Oil on Canvas 220 x 260cm © Liu Xiaodong

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The last hunters, 2017 Oil on canvas 220 x 260 cm © Liu Xiaodong

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Into Taihu, 2010 Oil on canvas 300 x 400cm © Liu Xiaodong

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One Man and Two Women, 2004-2005 Oil on canvas 200 x 200 cm © Liu Xiaodong

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Refugees 3, 2015 Oil on canvas 180 x 200 cm © Liu Xiaodong

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The Nude Black Maja, 2009 Oil on canvas 200 x 250 cm © Liu Xiaodong

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Three Transsexuals , 2001 Oil on Canvas 200 x 200cm © Liu Xiaodong

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Ausstellung und Katalog werden gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, hesign (Berlin), Lisson Gallery (London), He Juxing (Shanghai), Massimo de Carlo (Mailand), Eslite Gallery (Taipei).

In Kooperation mit

Projektpartner

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