Ausstellungen

Volker Hinz, 1989, Nikon auf Tablett © Volker Hinz

leben 24/7

100 Jahre Nikon

22. September – 5. November 2017

Es war eine Nikon, mit der Steve McCurry 1984 das junge afghanische Mädchen mit den grünen Augen fotografierte. Auch der unerschütterliche „Tank Man“ von Charlie Cole oder zahlreiche Weltraum-Aufnahmen der Nasa entstanden mit Kameras und Objektiven der Firma Nikon. Fotografen und Fotojournalisten sind dabei, wenn Weltgeschichte geschrieben wird, sie haben große Ikonen geschaffen, kleine Momente festgehalten und die unterschiedlichsten Facetten des menschlichen Lebens dokumentiert. Seit hundert Jahren begleitet Nikon Fotografen in ihrem Alltag und gibt ihnen ein Werkzeug für ihre Arbeit, jeden Tag und zu jeder Zeit. Die Ausstellung „leben 24/7 – 100 Jahre Nikon“ präsentiert ab dem 22. September 2017 eine Auswahl an Nikon-Fotografien aus den letzten Jahrzehnten und zeigt, wie eine Kamera dabei selbst zur Legende wurde.

→ Facebook-Einladung zur Eröffnung

Unter anderem mit Arbeiten von

Jodi Bieber
Charlie Cole
David Douglas Duncan
Thekla Ehling
Volker Hinz
Heidi & Hans-Jürgen Koch
Peter Lindbergh
Joel Marklund
Steve McCurry
Duane Michals
Ed Ruscha
Moises Saman
Harald Schmitt
Jérôme Sessini
Michael Wesely
Ami Vitale

1983 The Space Shuttle Columbia Passes Into A Brilliant Sunrise Scene During The Sts 9 Spacelab 1 Mission C Nasa

Bereits seit den 1960er Jahren nutzt die Nasa Nikon-Kameras und -Objektive zu Dokumentationszwecken auf der Erde wie im Weltraum. Mehr als 700.000 Fotos wurden in diesem Zeitraum bereits aufgenommen. Allein auf der ISS befinden sich aktuell neun digitale Spiegelreflexkameras, 36 Objektive und sieben Blitzgeräte von Nikon. 

Charlie Cole ist bekannt für seine Aufnahme des „Tank Man“, eines unbekannten Mannes, der sich am 5. Juni 1989 während des Massakers am Tian’anmen-Platz in Peking mit Einkaufstüten in der Hand vor einen Konvoi Panzer stellte, um ihn am Vorankommen zu hindern. 1990 wurde das Foto mit dem World Press Photo Award ausgezeichnet.

Steve McCurry hat Krisenherde weltweit dokumentiert. Seine bekannteste Aufnahme, das Foto des afghanischen Mädchens mit den intensiv grünen Augen, machte er 1984 im Flüchtlingslager Nasir Bagh. Das Bild wurde weltbekannt und auf dem Cover der National Geographic und in den renommiertesten Zeitschriften weltweit gedruckt.

Das Foto, mit dem Jodi Bieber die Welt schockierte und mit dem sie 2010 den World Press Photo Award gewann, zeigt die 18-jährige Afghanin Bibi Aisha. Ihr Ehemann schnitt ihr Ohren und Nase ab, nachdem sie wegen seiner Gewaltexzesse zurück zu ihrer Familie geflohen war. Ein Taliban-Gericht ordnete die Bestrafung an. Das Foto wurde auf die Titelseite des Time-Magazine gedruckt und wird oft mit dem legendären "Afghan Girl" von Steve McCurry verglichen.

Der französische Magnum-Fotograf Jérôme Sessini sorgte 2014 für Diskussion, als er den Unglücksort des Absturzes der Malaysischen
Passagiermaschine MH17 in der Ukraine fotografierte. Im Jahr darauf erhielt er für diese Bildstrecke den World Press Photo Award.

Moises Saman gilt als einer der führenden Kriegsfotografen seiner Generation. Bekannt ist er vor allem für seine Fotografien aus dem Irak, aber auch aus Afghanistan, Ägypten und Syrien. 2016 hat er das Buch „Discordia“ über die Revolution in Ägypten und den arabischen Frühling herausgebracht.

David Douglas Duncan wurde 1951 mit seinem Buch „This Is War! A Photo Narrative of the Korean War” weltberühmt. Statt Kriegshelden zu porträtieren zeigte er verwundete oder weinende Soldaten und entwickelte sich zum scharfen Kriegsgegner. Der amerikanische Foto- und Kriegsjournalist, ein Kollege und Freund von Robert Capa, ist neben diesen Kriegsbildern auch bekannt für seine Fotoessays über Pablo Picasso.

Ami Vitales Fotos zeigen Menschen und Kulturen aus mehr als 90 Ländern. weltweit hat sie über politische und religiöse Konflikte berichtet. Seit sie 2009 bei dem Transport und der Befreiung eines der letzten weißen Nashörner als Fotografin dabei war, verlagerte sie ihren Fokus auf ökologische Zusammenhänge und atemberaubende Naturgeschichten. 2015 begeisterte sie die Welt mit einer sensiblen und zugleich humorvollen Serie über ein Panda-Schutz-Programm in China, die sie für die National Geographic anfertigte.  

Das Berliner Ehepaar Heidi & Hans-Jürgen Koch begann 1988 als freie Fotojournalisten zu arbeiten. Die gelernte Sozialarbeiterin und den auf Verhaltensforschung spezialisierten Biologen kennt man vor allem für ihre Tier- und Makrofotografien. Ihre Arbeiten werden in namhaften Magazinen wie GEO, Stern, Le Figaro, National Geographic oder Focus veröffentlicht.

Der Maler, Grafiker, Fotograf und Filmemacher Ed Ruscha greift in seinen Arbeiten amerikanische Popkultur auf. Mit seinen kleinen und unprätentiösen Fotobüchern brach er in den 60er Jahren mit den Konventionen der Fotografie und des Fotobuchs. Für das Buch „Every Building on the Sunset Strip“ (1966) gab er, für die künstlerische Fotografie bis dahin vollkommen unüblich, den Akt des Fotografierens an eine automatische Kamera ab.

Duane Michals gilt als einer der wichtigsten Vertreter einer erzählenden, seriellen Fotografie, mit der er universelle Themen wie Liebe, Tod und Unsterblichkeit behandelt - häufig in Sequenzen und mit einem surrealen Unterton. Seit Mitte der 70er Jahre fügt er seinen Bildern Textzeilen, kurze Gedichte und Geschichten zu.

Im Mittelpunkt der Arbeit von Thekla Ehling steht das Porträt und ein persönlicher und poetischer Umgang mit der Präsenz von Menschen. Bekannt geworden ist die deutsche Fotografin mit der Arbeit „Sommerherz“, einer Auseinandersetzung mit dem Thema Kindheit. Seit 2007 ist sie Mitglied der Fotoagentur Focus. 

Der in Berlin lebende Fotograf Michael Wesely ist bekannt für seine extremen Langzeitbelichtungen. Seine Motive werden tage-, wochen- sogar monatelang belichtet, wodurch er statt den Augenblick zu jagen, die Veränderung dokumentiert. Seine Porträts, von denen eine Auswahl in der Ausstellung zu sehen ist, sind mit einer Belichtungszeit zwischen fünf und zwanzig Minuten entstanden, statt in Bruchteilen von Sekunden, womit er den Porträtierten mehr Zeit geben möchte, etwas von sich selbst zu zeigen. 

Joel Marklund ist Cheffotograf bei Schwedens führender Sportfotografie-Agentur Bildbyrån. Er hat bereits bei einer Vielzahl internationaler Sportevents fotografiert, unter anderem fünfmal bei den Olympischen Spielen, und ist der erste Nikon-Botschafter im „Nikon European Ambassador Programme“.

Der deutsche Fotograf Volker Hinz war über Jahrzehnte Redaktionsfotograf beim Stern. Bekannt wurde er in den 70er Jahren mit seinen Polit-Reportagen, aber auch unzählige Stars aus Film, Mode und Sport von Karl Lagerfeld über Grace Jones bis Muhammad Ali hat der gebürtige Hamburger porträtiert. Unvergessen bis heute ist seine Aufnahme von 1977, die Franz Beckenbauer und Pelé nackt unter der Dusche zeigt.

Harald Schmitt ist bekannt für die Fotografien, mit denen er während der Wende 1989 in der DDR und den Ostblockstaaten historische Dokumente schuf. Von 1977 bis 2011 arbeitete er für den Stern, für den er in den ersten Jahren akkreditierter Reporter in Ostberlin war. Bis heute umfasst seine Arbeit Fotoreportagen aus mehr 30 Jahren und 130 Ländern, von denen viele mit bedeutenden internationalen Preisen ausgezeichnet wurden, beispielsweise erhielt er sechs Mal den World Press Photo Award.

Peter Lindbergh hat 1978 im Stern seine erste Modeserie publiziert. Heute gilt er als einer der besten lebenden Fotografen. In den 1990er Jahren prägte er mit seinen Aufnahmen von Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz und Cindy Crawford den Begriff des Supermodels. Im NRW-Forum ist er in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal zu sehen. Nachdem die Ausstellung „Peter Lindbergh/Garry Winogrand: Women on Street“ den berühmten Modefotografen im Kontext der Street Photography präsentiert hat, sind nun seine Fashion- und Celebrity-Aufnahmen Teil der Ausstellung.

Projektpartner

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