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Scary Beauty / Keiichiro Shibuya / Foto: Kenshu Shintsubo

Körperwende - Von Nam June Paik bis Hiroshi Ishiguro

29. März bis 5. Mai 2019

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Körperwende - Von Nam June Paik bis Hiroshi Ishiguro

29. März bis 5. Mai 2019

Nam June Paik hat in den 1960ern den ersten nicht-menschlichen Aktionskünstler der Geschichte gebaut. 2018 lässt der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro den Androiden Alter 3 eine Oper dirigieren und Pinar Yoldas’ Kitty AI übernimmt die Weltherrschaft. Die Ausstellung Köperwende im NRW-Forum Düsseldorf zeigt vom 29. März bis 5. Mai 2019, wie Künstler*innen die Grenzen von Mensch und Maschine, von lebendigen, künstlichen und unbelebten Körpern verhandeln. Mit Arbeiten von Nam June Paik, Erika Kiffl, Martina Menegon, Hiroshi Ishiguro, Pinar Yoldas, Nick Ervinck, Ivana Bašić und Oscar Santillan.

Als 1908 der Film „The Thieving Hand“ entstand, hatte der Filmemacher keine Vorstellung davon, wie schnell Prothesen und Mensch-Maschinen sich in der Zukunft entwickeln würden. Diese filmische Fantasie einer kleptomanen, sich verselbstständigten Hand steht am Anfang der Ausstellung „Körperwende – von Nam June Paik bis Hiroshi Ishiguro“, die vom 29. März bis 5. Mai 2019 im NRW-Forum Düsseldorf zu sehen ist. Die Ausstellung beschäftigt sich anhand von künstlerischen Positionen aus über 50 Jahren mit Körpergrenzen und Körperbildern, dem Fremden und dem Eigenen und der Wahrnehmung des Körpers im Raum. Zwischen künstlicher Herstellung, imaginativer Offenheit und der Zerbrechlichkeit des Körpers, erzeugen die Arbeiten Stimmungen zwischen Verwunderung, Entfremdung, Angstlust und Schönheit.

Nam June Paiks „Robot K456“ war der erste nicht-menschliche Aktionskünstler der Geschichte. Er wurde speziell für Straßenaktionen entwickelt, bei denen er sich mehr oder weniger auffällig unter Passanten mischen sollten. In der Ausstellung sind Videoaufnahmen des Roboters zu sehen sowie Fotografien der Fotografin Erika Kiffl, die Paik mit seinen Roboter-Arbeiten auf der Biennale in Venedig 1993 zeigen.

Oscar Santillan beschäftigt sich in der Video-Arbeit „Phantom Cast“ mit der neurologischen Erfahrung der Phantomempfindungen, bei der das Gehirn versucht, nach einer Amputation sensorische Informationen aus dem fehlenden Körperteil zu sammeln. Das Video zeigt eine Performance, bei der die Hände und Finger einer Gruppe von Darstellern ein Phantombein erspüren und umgestalten.

Ivana Bašić entlarvt mit ihrer Skulptur den “gesunden” Körper als ideologisches Konstrukt, wenn sie eine Wachsfigur ohne Füße und Oberkörper von der Decke hängen lässt. Ihre Wachsformen offenbaren unsere sozial konstruierten Vorstellungen von eingeschränkten Körpern, die in einem kapitalistischen System als fehlerhaft wahrgenommen werden.

Die futuristischen 3-D-Skulpturen von Nick Ervinck verbinden Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Cyborg-Skulpturen, die durch Einsatz modernster Computersoftware und 3D-Drucktechniken entstehen, sind von Robotern, Außerirdischen, Monstern und mysteriösen Kreaturen inspiriert und erinnern gleichzeitig an Helme, Schmuck, Masken und Skulpturen alter Hochkulturen wie die der Inka und der Maya.

Um die Spaltung zwischen Realem und Virtuellem, dem Fleisch und den Daten geht es in der VR-Arbeit von Martina Menegon. "Plug your nose and try to hum" ist eine Virtual-Reality-Installation, bei der Benutzer*innen von schwebenden Miniaturkörpern umgeben sind, die gegriffen, gestreckt und herumgeworfen werden können. Außerdem ist es möglich, mit dem 3D-Körper der Künstlerin zu interagieren, der sich zufällig in der Szenerie bewegt. Die virtuellen Körper schlagen eine synthetische Körperlichkeit vor, die ein Gefühl der Unheimlichkeit hervorruft, eine wahrnehmbare digitale Repräsentation, die trotz ihrer virtuellen Natur spürbar und fühlbar ist.

In Pinar Yoldas’ Arbeit Artificial Intelligence for Governance, the Kitty AI, ein postapokalyptisches, sozio-politisches und ökonomisches Manifest, hat eine künstliche Intelligenz in Form einer Katze die Weltherrschaft übernommen. Sie kommentiert vergangene Krisen, von der Flüchtlingskrise bis zum Klimawandel, und erklärt dem Besucher, warum KIs die Aufgaben der Regierung übernommen haben.  

Der japanische Robotiker Hiroshi Ishiguro, der mit seinen menschenähnlichen Androiden weltweit Aufsehen erregt, hat mit The Alter 3 einen Androiden entwickelt, der eine ganze Oper dirigiert. Alter 3 wird Teil der Ausstellung, nachdem er das Stück „Scary Beauty“ mit dem japanischen Symphonieorchester im Kunstpalast im Rahmen des „HI, ROBOT! Mensch Maschine Festivals“ dirigiert hat.

Eine erste Preview der Ausstellung Körperwende gibt es vom 15.-17. März 2019 im Rahmen des META Marathon, einem 42-stündigen Digitalfestival zum Thema Robotik. https://www.nrw-forum.de/presse/meta-marathon-2019

Die Ausstellung wird kuratiert von Cis Bierinckx und findet statt im Rahmen von „HI, ROBOT! Das Mensch Maschine Festival“ vom 13.03. – 31.03.2019 in Düsseldorf. „HI, ROBOT!“ ist ein Themenfestival über die Zukunft des menschlichen Körpers, initiiert durch das tanzhaus nrw und in Kooperation mit dem NRW-Forum Düsseldorf sowie der Black Box – Kino im Filmmuseum, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes. www.hi-robot.de

Pressebilder

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Hiroshi Ishiguro, The Alter 3 / NRW-Form Düsseldorf, Foto Katja Illner

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Hiroshi Ishiguro, The Alter 3 / NRW-Form Düsseldorf, Foto Katja Illner

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Ausstellungsansicht Körperwende © NRW-Forum Düsseldorf, Foto Katja Illner

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Ausstellungsansicht Körperwende © NRW-Forum Düsseldorf, Foto Katja Illner

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Scary Beauty / Keiichiro Shibuya / Foto: Kenshu Shintsubo

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Ivana Basic: Stay Inside Or Perish © Ivana Basic

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Ivana Basic: Stay Inside Or Perish © Ivana Basic

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Nick Ervinck: Nesurak, 2016 © Nick Ervinck

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Nick Ervinck: Nesurak, 2016-2017, 3D-Print © Nick Ervinck

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Nick Ervinck: Nesurak, 2016, Print © Nick Ervinck

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Nick Ervinck: Lapirsub, 2015-2016, Print © Nick Ervinck

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Martina Menegon: Plug Your Nose And Try To Hum / VR-Experience, 2018 © Martina Menegon

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Martina Menegon: Plug Your Nose And Try To Hum / VR-Experience, 2018 © Martina Menegon

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Martina Menegon: Plug Your Nose And Try To Hum / VR-Experience, 2018 © Martina Menegon

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Oscar Santillan: Phantom Cast © Oscar Santillan

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Erika Kiffl: Nam June Paik. Marco Polo, Biennale Venedig, 1993 Silbergelatine auf Baryt Kunstpalast, Düsseldorf, AFORK Erika Kiffl © Erika Kiffl Archiv/ AFORK, 2019 Nam Jun Paik © Nam June Paik Estate, 2019

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Pina Yoldas: The Kitty AI © Woidich, Hannes

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